Die Familie - ein unverzichtbarer Leistungsträger

Ein Abbild der Liebe Gottes in der Gemeinschaft von Menschen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 519 klicks

Laut Familienreport 2012 wünschen sich mehr als zwei Drittel aller jungen Menschen eine Familie. Wie die Studie ergab, leben die meisten Familien auf der Grundlage der Ehe zusammen. Rund Dreiviertel aller Kinder wächst bei verheirateten Eltern auf. Die Familie hat nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft.

Familien sind der Garant unserer Gesellschaft; in der Familie werden Kinder erzogen und wachsen in die Gesellschaft hinein. Im familiären Umfeld werden dem Kind Bildung, Wissen und christliche Werte, das heißt für das weitere gesellschaftliche Zusammenleben wesentliche Fähigkeiten und Wertorientierungen, vermittelt. Die zentrale Bedeutung der Familie für die Zukunft unserer Gesellschaft stellt die Caritas mit ihrer Kampagne „Familie schaffen wir nur gemeinsam“ heraus: „Es soll deutlich werden, dass Familien einen eigenständigen, zentralen und unverzichtbaren Beitrag für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft erbringen.“ Caritas-Präsident Neher betont: „Familien sind Leistungsträger in unserer Gesellschaft.“ 

Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechen jedoch nicht dem hohen Stellenwert der Familie. Unsere Gesellschaft nimmt häufig wenig Rücksicht auf die besonderen Bedürfnisse der Familien. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, meint dazu: „Über die Solidarität in der Familie hinaus bedarf es der Solidarität mit der Familie und der solidarischen Verantwortung von Staat und Gesellschaft für die Familie, damit die Familien auch in Zukunft den Anforderungen gewachsen sind und Familienleben in seinen vielfältigen Ausprägungen gelingen kann.“

Eines der häufig genannten Probleme ist die mangelnde Zeit, die Eltern für ihre Kinder zur Verfügung haben. Häufig müssen beide Elternteile arbeiten, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Für das gemeinsame Familienleben und die Kindererziehung bleibt den Eltern gezwungenermaßen wenig Zeit. Elisabeth Bußmann fordert deshalb: „Die Baustellen der Politik sind bekannt: die Rahmenbedingungen für Wahlfreiheit müssen verbessert werden. Vor allem junge Eltern, kinderreiche und alleinerziehende Familien brauchen eine bessere Unterstützung.“ (Quelle: Familienbund der Katholiken, 59. Jg., Heft 6/2012, S.1)

Familien benötigen einen gerechten Lastenausgleich. Angst vor wirtschaftlicher Benachteiligung oder Not ist eines der Hauptargumente junger Menschen, sich gegen Kinder zu entscheiden. Der Familienbund der Katholiken fordert deshalb: „Familien brauchen einen Dreiklang aus finanzieller Unterstützung, Hilfe bei der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder und Zeit füreinander.“ Die Familien bedürften der Hilfe seitens unserer Gesellschaft, der Kirchen, des Staates und der Wirtschaft. „Kinder- und Familienfreundlichkeit muss durchgängiges Prinzip zukunftsorientierter Gesellschaftpolitik sein“, führt der Familienbund der Katholiken weiter aus. „Das Gute, das die Kirche und die ganze Gesellschaft von der Ehe und der auf sie gegründeten Familie erwarten, ist zu groß, um sich in diesem spezifischen pastoralen Bereich nicht bis zum Grunde einzusetzen“, so Benedikt XVI. in „Sacramentum Caritatis“ (V.29).

„Was die Kirche im Großen ist, das ist die Familie im Kleinen: ein Abbild der Liebe Gottes in der Gemeinschaft von Menschen. Jede Ehe vollendet sich ja in der Offenheit für andere, für Kinder, die Gott schenkt, in gegenseitiger Annahme, in der Gastfreundschaft, im Dasein für andere“ (Katechismus 1655-1657). „Ehe und Familie sind Einrichtungen, die gefördert und gegen jegliches Missverständnis bezüglich ihrer Grundwahrheit verteidigt werden müssen, denn jeder Schaden, der ihnen zugefügt wird, ist in der Tat eine Verletzung, die dem menschlichen Zusammenleben als solchem beigebracht wird.“ (Benedikt VI., Sacramentum Caritatis V. 29)