Die Familie, Erzieherin zu menschlichen und christlichen Werten

Erste Katechese zur Vorbereitung auf das VI. Weltfamilientreffen in Mexiko-Stadt

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ROM/MEXIKO-CITY, 4. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Zur geistlichen Vorbereitung auf das VI. Weltfamilientreffen, das vom 16. bis zum 18. Januar 2009 in Mexiko-Stadt stattfindet, veröffentlichen wir in den kommenden sieben Wochen jeweils die Katechesen, die der Päpstliche Rat für die Familie zu diesem Anlass ausgearbeitet hat. In den Texten kommen zentrale Grundwahrheiten des Glaubens sowie das christliche Verständnis von Ehe und Familie zum Ausdruck.

Die zehn Katechesen stehen unter dem Leitwort: „Die Familie, Erzieherin zu menschlichen und christlichen Werten“ und behandeln die folgenden Themen:

1. Die Familie, erste Schule des Glaubens
2. Die Familie, Schule der Wahrheit des Menschen: Ehe und Familie
3. Die Familie, Schule der Würde des Menschen und des Respekts vor dem menschlichen Leben
4. Die Familie, Vermittlerin der menschlichen Tugenden und Werte
5. Die Familie, offen für Gott und den Nächsten
6. Die Familie, Bilder eines gesunden moralischen Gewissens
7. Die Familie, die erste Erfahrung mit Kirche
8. Mitarbeiter der Familie: Gemeinde und Schule
9. Die Familie und das Vorbild der Familie von Nazareth
10. Die Familie, Empfängerin und Vermittlerin der neuen Evangelisation

Vom 1. bis zum 9. Juli 2006 hatten sich aus Anlass des Weltfamilientreffens in der spanischen Stadt Valencia rund 1,5 Millionen Menschen versammelt.

Die Tradition der Weltfamilientreffen wurde von Papst Johannes Paul II. eingeführt. Die Begegnungen finden im 3-Jahres-Rhythmus statt. Die bisherigen Veranstaltungsorte waren neben Valencia die Stadt Rom (1994 und 2000), Rio de Janeiro (Brasilien, 1997) und Manila (Philippinen, 2003).

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Erste Katechese: Die Familie, erste Schule des Glaubens

 Bibellektüre: Apg 16, 22-34

1. Gott möchte alle Menschen an seinem Heilsplan teilhaben lassen, der durch Christus enthüllt und Wirklichkeit wurde (1 Tim 1,15-16). Gott hat auf verschiedenen Wegen zu unseren Eltern gesprochen (Heb 1,1). Als sich die Zeit erfüllte (Gal 4,4) hat Er zu uns gesprochen in und durch seinen Sohn (Heb 1,2-4): Der Vater hat keine weiteren Worte für uns, denn er gab uns ein und nur ein Wort in Christus (Joh 1, 1ff).

2. Die Kirche hat das Amt der Verkündigung dieser großartigen Botschaft an die Menschheit empfangen: „ Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19). So verstanden es die Apostel und machten es durch das Pfingstereignis der Welt bekannt. Sie verkündeten die Frohbotschaft des Todes und der Auferstehung Christi in Jerusalem (Apg 1-5) und verbreiteten es so in der Welt (Apostelgeschichte und Briefe).

3. Die christliche Familie, die Hauskirche, alle nehmen Teil an dieser Mission. Mehr noch, für die Familie sind die ersten und wichtigsten Empfänger dieser missionarischen Verkündigung ihre Kinder und Verwandten, wie es in den Pastoralbriefen des Apostels Paulus geschrieben steht. Die sakramentalen Ehen und christlichen Eltern einer jeden Zeit haben dies gelebt (Vater der Heiligen Teresa von Jesus, Vater der Heiligen Thérèse vom Kinde Jesu; so viele Eltern der heutigen Zeit). Im Lichte der freudenreichen Erfahrung der Kirche in den christlichen Gesellschaften Europas - wenn Familien die Mission der Verkündigung leben - und ebenfalls im Licht der vielen verschiedenen negativen Einflüsse, die zu beobachten sind; so durch Verbannen und Verneinen dieser Mission.

In diesen Nationen – welche nicht länger christliche Nationen sind – muss wieder die Familie die erste Schule und die erste Lehrmeisterin des Glaubens sein und dadurch soll der Glaube gestärkt und die Kirche in der Gesellschaft verwurzelt werden. Die wichtigste missionarische Botschaft der Eltern sollte in der eigenen Familie erfolgen, weil es ein schlechtes und schwaches Vorbild wäre andere evangelisieren zu wollen und die Evangelisation in der eigenen Familie zu verneinen. Eltern geben ihren Glauben den Kindern durch ihr Zeugnis eines christlichen Lebens und christlicher Werte weiter.

4. Das Herzstück dieses Aspektes der Bildung im Glauben ist die fröhliche und lebendige Verkündigung Christi, Seines Todes und Seiner Auferstehung für unsere Sünden. Die Wahrheit, die im Glaubensbekenntnis, in den Sakramenten und in den zehn Geboten festgeschrieben steht, stellt einen unabdingbaren Zusammenhang mit der Verkündigung dar. Menschliche und christliche Werte sind Bestandteil der integralen Bildung des Glaubens. Dieser fundamentale Hintergrund kann jedoch fast nie vorausgesetzt werden, nicht einmal in so genannten „Christlichen“ Ländern und in den Fällen, in denen Eltern die Sakramente für ihre Kinder wünschen, bei sonstiger religiöser Ignoranz und mangelnder religiöser Praxis der Eltern.

[© Päpstlicher Rat für die Familie 2008]