Die Familie – Herz von Gesellschaft und Kirche

Zuneigung und Hilfe für die wiederverheirateten Geschiedenen

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LOURDES, 15. September 2008 (ZENIT.org).- Bei der gestrigen Begegnung mit den französischen Bischöfen wies Papst Benedikt XVI. darauf hin, dass die Krise der Familie zu den Hauptsorgen der Kirche gehöre. Bei gleichzeitigem Festhalten am Prinzip der Unauflöslichkeit der Ehe müsse allen, denen es aus verschiedenen Gründen nicht gelinge, dies zu befolgen, mit Zuneigung begegnet werden.



Eheleute und Familien müssten heute wahrhaften Stürmen entgegentreten, sagte der Heilige Vater. Seit mehreren Jahrzehnten hätten in verschiedenen Ländern Gesetze die Natur der Familie als Urzelle der Gesellschaft relativiert und sich dabei den Lebensgewohnheiten und Forderungen von Einzelpersonen oder Sondergruppen angepasst. Dies sei zum Schaden des Gemeinwohls der Gesellschaft geschehen.

Die Erfahrung jedoch lehre, so der Papst, dass die Familie das feste Fundament ist, auf dem die gesamte Gesellschaft ruht. Und sie sei gleichzeitig die Keimzelle der Kirche: „Je mehr die Familie vom Geist und von den Werten des Evangeliums durchdrungen ist, desto mehr wird die Kirche selbst dadurch bereichert und besser auf ihre Berufung antworten.“

Die Unauflöslichkeit der Ehe lässt sich nach Worten des Papstes nicht debattieren: „Die Kirche will der ihr von ihrem Gründer, unserem Meister und Herrn Jesus Christus, anvertrauten Sendung unverbrüchlich treu bleiben.“ Diese Sendung habe sich die Kirche nicht selbst gegeben, sie habe sie empfangen.

Niemand könne das Vorhandensein manchmal sehr schmerzlicher Prüfungen leugnen, fuhr Benedikt XVI. anschließend fort. Familien in Schwierigkeiten müssten begleitet werden, forderte er. Es müsse ihnen geholfen werden, die Größe der Ehe zu verstehen, und die Eheleute müssten ermutigt werden, den Willen Gottes und die Gebote des Lebens nicht zu relativieren.

Besonders schmerzlich sei das Problem der wiederverheirateten Geschiedenen. Die Kirche, die sich dem Willen Christi nicht widersetzen könne, halte unverbrüchlich an dem Prinzip der Unauflöslichkeit der Ehe fest. Gleichzeitig bringe sie „große Zuneigung denjenigen Männern und Frauen entgegen, denen es aus verschiedenen Gründen nicht gelingt, es zu befolgen“.

Benedikt XVI. lehnte entschieden alle Initiativen ab, die die Segnung von illegitimen Verbindungen anstreben.