Die Familie im Mittelpunkt des christlich-jüdischen Dialoges

Juden und Katholiken diskutieren am Tag des Judentums im Abgeordnetenhaus

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Von Antonio Gaspari

ROM, 13. Januar 2012 (ZENIT.org). – Am Dienstag, dem 17. März, wird im Palazzo Montecitorio in Rom eine Konferenz über das Thema: „Die Familie als Motor des Wirtschaftswachstums. Werte und Aussichten“ stattfinden, die von der Internationalen Akademie für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (AISES) organisiert wird.
Die Begegnung, an der unter anderem der Chefrabbi von Rom, Rev. Riccardo Di Segni, der Präsident des Institutes Religiöser Werke (IOR), Ettore Gotti Tedeschi und Msgr. Lorenzo Leuzzi, Kaplan der Abgeordnetenkammer, teilnehmen werden, findet am „Tag des Judentums“ statt.

Als Zeichen großer Wertschätzung feiert die katholische Kirche in Italien, Polen, Österreich und den Niederlanden am 17. Januar den „Tag des Judentums“.

Es handelt sich um einen Gedenktag, der im Jahre 1990 von der ökumenischen Konferenz der Europäischen Bischofskonferenz eingeführt wurde.

„Die Wahl der Familie als Mittelpunk der Diskussion“, erklärte Edith Arbib Anav, Initiatorin der Begegnung, „war einfach natürlich, denn Juden und Christen teilen das Buch Genesis als erstes Buch der christlichen Bibel und der Torah“.

Auch Msgr. Leuzzi unterstrich, dass in der Genesis klar geschrieben stehe: „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. […] Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau und sie werden ein Fleisch. […] Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen (Gen 1, 12 ff)“.

Diese biblischen Erklärungen sind die Fundamente der jüdischen und christlichen Kultur; mehr noch, sie sind auch Ausdrücke von Zivilisation auf Weltniveau.

Edith Arbib Anav fügte hinzu, dass die traditionellen Werte der Familie und der Fortpflanzung die erfolgreichsten Antworten auf die Probleme der modernen Zeit darstellten.

Diese Gedanken ergänzte Msgr. Leuzzi mit der Erklärung, dass die Fähigkeit von Mann und Frau, sich einander zu schenken, ein ganz moderner Gedanke sei.

Im Laufe des Kongresses wird Ettore Gotti Tedeschi erklären, warum die demographische Krise vor allem Europa betrifft und der Grund für die wirtschaftlichen Probleme ist, die die westliche Welt bedrohen.

Der Präsident der IOR wird ausführen, warum nur die Verteidigung der Familie und der Kinder ein wirkungsvolles Mittel ist, um aus der Krise hinauszukommen.

An dem Treffen werden auch Valerio de Luca, Präsident von Aises, Enrico Letta sowie der Vizepräsident der Abgeordnetenkammer Maurizio Lupi teilnehmen.

[Übersetzung des italienischen Originals von Jan Bentz]