Die Fokolare nach Chiara Lubich

Marco Politi und Lucetta Scaraffia führen ein Interview mit Maria Emmaus Voce, der Präsidentin der Fokolarbewegung

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ROM, 13. September 2012 (ZENIT.org).- Wie handeln und denken die Mitglieder der Fokolar-Bewegung nach Chiara Lubich? Handelt es sich um Progressisten oder Konservative? Streben sie wichtige  kirchliche oder politische Ämter an? Sind sie Gutmenschen, die zu viel lächeln?

Ausgehend von diesen im Interview-Buch „La scommessa di Emmaus“ (Die Wette von Emmaus) enthaltenen Fragen führen Marco Politi, Schriftsteller und Redakteur der italienischen Tageszeitung „Il Fatto Quotidiano“ und Lucetta Scaraffia, Dozentin für Zeitgeschichte an der römischen Universität La Sapienza  und Redakteurin der Zeitung „Osservatore Romano“ einen Dialog mit der Fokolar-Präsidentin Maria Emmaus Voce über die Gegenwart einer der weltweit am weitesten verbreiteten katholischen Bewegungen, die Mitglieder anderer Kirchen und Religionen und Laien in sich aufnimmt.

Maria Emmaus Voce, die in der Phase nach der Gründung das Steuerrad der Bewegung übernimmt, betrachtet die Rolle der Laien und der Frauen in der Kirche aus einer neuen Perspektive. Sie fordert mutige Öffnungen im Dialog zwischen den Glaubensrichtungen und den Ländern und leitet den Blick auf unerforschte Horizonte in der Politik, in der Zivilgesellschaft und in der Wirtschaft hin, denn angesichts der globalen Herausforderungen der Gerechtigkeit, des Friedens, der wirtschaftlichen Ungleichheit, und des Integralismus sind Gläubige und Nichtgläubige, Katholiken und Anhänger des Islams, Unternehmer und Arbeiter, Politiker und einfache Bürger gleichermaßen zum Handeln aufgerufen.

Das Abdriften der westlichen Demokratien, Europa, die Christophobie und der Fundamentalismus, die Begegnungen für Geschiedene und die Zugehörigkeit zur Bewegung der Bischöfe und Kardinäle sind nur einige der Fragestellungen des Buches, denen sich Maria Voce widmete  und die neue Antworten von ihr erfordern.

Mara Voce wurde im Jahr 2008 nach der Gründerin Chiara Lubich zur Präsidentin der Fokolarbewegung gewählt. Sie war etwa 20 Jahre lang eine der engsten Mitarbeiterinnen Chiara Lubichs. Calabrese, die erste Anwältin in der Region, kannte die Bewegung seit dem Jahr 1959. Als Verantwortliche der Gemeinschaft in der Türkei galt ihr Einsatz dem Dialog mit den Orthodoxen und den Muslimen; als Juristin war sie an der letzten Abfassung des Statutes der Bewegung beteiligt.

[Übersetzung des italienischen Originals von Sarah Fleissner]