Die Frage der kirchlichen Gemeinschaft, Berührungspunkt zwischen Katholiken und Orthodoxen

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ROM, 7. November 2007 (ZENIT.org).- Die Tagung der „Gemischten internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen der katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche in ihrer Gesamtheit“ (Ravenna, 4. - 14. Oktober 2007) habe es möglich gemacht, hinsichtlich der Frage der kirchlichen Gemeinschaft zu einem gemeinsamen Punkt zu gelangen. Das erklärt Msgr. Eleuterio Fortino, Untersekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, in der heutigen Ausgabe des italienischen „Osservatore Romano“.



Fortino kommentiert die Ergebnisse der zehnten Vollversammlung der Kommission, in deren Mittelpunkt das Thema stand: „Die ekklesiologischen und kanonischen Folgen des sakramentalen Wesens der Kirche: kirchliche Gemeinschaft, Konziliarität und Synodalität in der Kirche“.

Die Mitglieder konnten während ihrer Sitzungen die Analyse dieses Problems abschließen und ein gemeinsames Dokument approbieren, das die Ausübung der Autorität und der Kollegialiät in der Kirche auf der lokalen Ebene (Diözese) und der regionalen Ebene (Metropolien und Patriarchate) darlegt. Dieses Dokument verweise auf die „Gegenwart und die Rolle eines ‚protos‘, eines Ersten, dem besondere Vollmachten zukommen“, erläutert Msgr. Fortino.

Auf lokaler Ebene ist der „protos“ der Bischof; auf regionaler Ebene – dies vor allem in der orientalischen Tradition (auch wenn es in der lateinischen Kirche ebenfalls verschiedene Formen von Autorität und Konziliarität gibt) – sticht die Figur des Patriarchen als „protos“ einer Kirche hervor. In Ravenna ist es nach Worten des Untersekretärs somit zu einer „Konvergenz der Sichtweisen gekommen, die es erlaubt, in den Überlegungen besser voranzukommen“.

Das Dokument von Ravenna bilde „eine triftige Vorgabe, um den Dialog fortzusetzen, auch wenn dieses Dokument im Augenblick die Autoritäten der beiden Seiten nicht verpflichtet“. Auch die Kommission selbst sehe ihre Arbeit nicht als abgeschlossen an.

Bisher hat die Kommission vier Dokumente veröffentlicht, die noch nicht von den Autoritäten der beiden Seiten approbiert worden sind: „Das Geheimnis der Kirche und der Eucharistie im Licht des Geheimnisses der Dreifaltigkeit“ (München 1982); „Glaube, Sakramente und Einheit der Kirche“ (Bari 1987); „Das Sakrament der Weihe in der sakramentalen Struktur der Kirche. Die Bedeutung der apostolischen Sukzession für die Heiligung und die Einheit des Gottesvolkes“ (New Valamo, 1988); „Der Uniatismus, Methode der Einheit in der Vergangenheit, und die aktuelle Suche nach der vollen Einheit“ (Balamand 1993).

Die nächste Vollversammlung der Dialogskommission (im Herbst 2009) werde sich, so Msgr. Fortino, auf das Thema konzentrieren: „Die Rolle des Bischofs von Rom in der Gemeinschaft der Kirche im ersten Jahrtausend“.

Zur Vorbereitung wurden zwei gemischte Unterkommissionen eingerichtet, die sich aus jeweils acht (vier orthodoxe und vier katholische) Mitgliedern zusammensetzen. Diese Gremien werden zum ersten Mal im Frühjahr 2008 zusammentreten. Die Mitglieder des Koordinierungskomitees werden im Herbst 2008 zusammenkommen, um auf der Grundlage der Arbeiten der Unterkommissionen eine organische Synthese zu erarbeiten, die der Vollversammlung vorgelegt werden soll.