Die Fragen Europas bedürfen eines gemeinsamen Zeugnisses seitens der Bischofskonferenzen

34. Versammlung der Generalsekretäre der Bischofskonferenzen Europas (24.-27.Juni)

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LJUBLJANA, 6. Juli 2006 (ZENIT.org).- Die Herausforderungen, die Europa zu bewältigen hat, lassen sich nur bewältigen, wenn die Bischofskonferenzen des Alten Kontinents mit einer Stimme sprechen, betonen deren Generalsekretäre.



Vom 24. bis zum 28. Juni fand in Ljubljana (Slowenien) die 34. Versammlung der Generalsekretäre der europäischen Bischofskonferenzen statt. Die Versammlung war vom Rat der europäischen Bischofkonferenzen (CCEE) organisiert worden.

Beim Treffen waren 35 Länder vertreten: Albanien, Belgien, Bosnien Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, England und Wales, Frankreich, Griechenland, Italien, Irland, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schottland, Schweiz, die fünf skandinavischen Länder, Serbien-Mazedonien-Montenegro-Kosovo, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei und Ungarn.

Im Austausch über aktuelle Themen in den Bischofskonferenzen sowie in den Diskussionen unter den Generalsekretären traten die dringlichsten Fragestellungen hervor, vor denen Europa und die Christen heute stehen. Konkret wurde über Migration, den Islam, den europäischen Integrationsprozess, die Beziehung zwischen Kirche und Staat, die Beziehung der Kirche zu den Massenmedien sowie über den Säkularisierungsprozess beraten (dazu gehöre auch eine Art "Ent-Säkularisierung", die von einer starken Rückkehr des Geistlichen und des Spirituellen geprägt ist).

Darüber hinaus ging es auch um die Rolle der Laien und des Glaubens im öffentlichen Leben. Denn in manchen Ländern gebe es das Bedürfnis "Laien heranzubilden, die in der Lage sind, in die Politik zu gehen und einen Beitrag zu leisten, um die Demokratie wieder handlungsfähig zu machen", so heißt es im Abschlussdokument, das vor genau einer Woche von Aldo Giordano, dem Generalsekretär der CCEE, unterzeichnet wurde.

Auch die Familie war Gegenstand der Unterredungen: "In einigen Ländern klingt es heutzutage 'subversiv', von der Ehe zwischen Mann und Frau zu sprechen. Die Worte Ehemann, Ehefrau, Mütter, Väter sind aus dem juristischen Sprachschatz verschwunden und wurden ersetzt durch Begriffe wie 'Vertragspartner'", stellten die Generalsekretäre fest. Und sie bekräftigten: "Der Schutz der Familie auf pastoraler, kultureller, juristischer und politischer Ebene ist eine dringliche Aufgabe."

Große Besorgnis habe die Annahme des 7. Forschungsrahmenprogramms in erster Instanz durch das Europaparlament am 15. Juni ausgelöst, "das die gemeinsame Finanzierung von Forschung an menschlichen Embryonen und menschlichen Embryonalstammzellen vorsieht". In diesem Zusammenhang bekräftigten die Generalsekretäre der Bischofskonferenzen ihren Willen, das Recht auf Leben nachdrücklich zu verteidigen.

Nur gemeinsam könne man sich den genannten historischen Herausforderungen stellen, wurde festgestellt "Voller Dankbarkeit erleben wir, dass diese Gemeinschaft und Zusammenarbeit unter den europäischen Bischofskonferenzen wächst, aber es gilt weiter zu gehen. So ist zum Beispiel die Aufgabe, einen echten Austausch der Gaben zwischen Ost und West zu verwirklichen, noch nicht erschöpfend umgesetzt."

In dieser Hinsicht komme den Sekretären der Bischofskonferenzen eine besondere Rolle zu: "Die Aufgabe der Beziehungspflege des Sekretärs mit den Medien und den öffentlichen Kräften entwickelt sich immer weiter. Diese ist vergleichbar mit einem 'Radar': Der Sekretär muss Problemverläufe im Vorfeld wahrnehmen, um es dem Präsidium, dem ständigen Rat und der Vollversammlung der Bischofskonferenz zu ermöglichen, sich mit bestimmten Problemen auseinanderzusetzen und Entscheidungen zu treffen."

Ein Themenbereich, dem sich die europäischen Bischofskonferenzen in Zukunft verstärkt zuwenden wollen, ist die Ökumene, denn "die Glaubwürdigkeit der Verkündigung des Evangeliums ist eng mit dem Thema der Einheit der Christen verbunden".

Auf der anderen Seite sei "ein neues Bewusstsein für die Mission entstanden sowie für die Aufgabe, der ganzen Welt das Evangelium zu verkünden". Der Missionsauftrag stehe heute insbesondere vor der Aufgabe, "das Evangelium verschiedenen Religionen und Kulturen zu verkünden".

Die nächste Versammlung der Generalsekretäre der Bischofskonferenzen Europas wird vom 14.bis zum 17. Juni in der Slowakei stattfinden.