Die Freude des Glaubens gehört jenen, die Jesus begegnen

Papst Franziskus dankt dem Personal des Inspektorats für die öffentliche Sicherheit im Vatikan

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Luca Marcolivio | 737 klicks

Sehr verehrte Leser,

in dem Newsletter vom 19. April ist die Predigt von Papst Franziskus versehentlich mit einem falschen Text publiziert worden. Wir entschuldigen uns für den Fehler. Den richtigen Wortlaut bieten wir in der heutigen Ausgabe. 

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Eine reale Person, sicherlich kein „Spray-Gott“. Diese Metapher verwendete Papst Franziskus zur Beschreibung der menschlichen und göttlichen Natur Jesu Christi während der hl. Messe von gestern Vormittag im päpstlichen Gästehaus „Domus Sanktae Marthae“. An der Feier nahm unter anderem das Personal des Inspektorates für die Sicherheit der Vatikanstadt teil.

Gott sei eine konkrete Person, so der Papst während der Predigt. Er sei der Vater, daher erwachse der Glaube der konkreten Begegnung mit ihm, der Erfahrung der Gotteskindschaft.

Im gestrigen Evangelium (Joh 6,44-61) sprach Jesus zur Menge: „Wer glaubt, hat das ewige Leben“. Dennoch sei der Glaubensakt laut Franziskus nicht so vorhersehbar und das, woran viele glauben, sei oft nicht der christliche Gott. Sehr leicht treffe man auf Menschen, die angeben an Gott zu glauben, aber eine sehr vage Vorstellung von ihm besitzen und seine Identität nicht beschreiben können.

Die doktrinäre Verwirrung, von der zahlreiche Gläubige und auch Christen betroffen sind, charakterisierte der Heilige Vater mit folgenden Worten: „Ein ‚flüchtiger Gott', ein ‚Spray-Gott', der gleichsam allgegenwärtig ist, von dem man aber nicht weiß, was er ist“.

Diesen Gedanken führte er folgendermaßen aus: „Wir glauben an Gott, der der Vater, der Sohn, und der Heiligen Geist ist. Wir glauben an Personen und im Gespräch mit Gott sprechen wir mit Personen: Wir sprechen entweder mit dem Vater, dem Sohn oder dem Heiligen Geist. Darin besteht der Glaube“.

Aus Jesu Behauptung, dass niemand zu ihm kommen könne, „wenn ihn der Vater nicht anzieht“ werde klar, dass „zu Jesus zu gehen, Jesus zu finden und Jesus zu kennen“ ein Geschenk sei, so der Papst.

Diese Erfahrung machte der Beamte der Königin von Äthiopien, der im Mittelpunkt der ersten Lesung stand (Apg 8,26-40): Wenngleich dieser vielleicht eine „Karriere verfolgte“ und „am Geld hing“, so empfand er, wenn er Philippus' Erzählungen über Jesus zuhörte, die „gute Nachricht“ und empfand „Freude“ und den Wunsch, sich sofort taufen zu lassen.

„Wer den Glauben hat, der hat das ewige Leben“, fuhr Franziskus fort. Er bezeichnete den Glauben jedoch als ein vom Vater gegebenes Geschenk und betonte die Notwendigkeit, diesen Weg fortsetzen. Auf diesem Weg, so der Papst, könne uns das gleiche geschehen wie dem erwähnten äthiopischen Beamten, der umkehrte und „voll Freude“ seinen Weg fortsetzte, nachdem sich ihm dank Philippus das Alte Testament im Lichte der Auferstehung offenbart hatte.

Die „Freude des Glaubens“ sei daher die Freude, Jesus zu begegnen, die Freude, die uns den Frieden schenkt; nicht wie die Welt ihn schenkt, sondern so wie er. Der Heilige Vater beendete seine Predigt mit den folgenden Worten: „Beten wir zum Herrn, auf dass er uns in diesem Glauben wachsen lasse, der uns stärkt und uns Freude schenkt, an dessen Anfang stets die Begegnung mit Jesus steht und der sich im Leben in den kleinen alltäglichen Begegnungen mit Jesus fortsetzt“.

Am Ende der hl. Messe richtete der Papst einen Gruß an das Personal des Inspektorates für die öffentliche Sicherheit im Vatikan und dankte für den geleisteten Dienst „im Sinne des allgemeinen Wohls, zugunsten des gemeinsamen Friedens“, der die „Rechtschaffenheit des Geistes“, die „Kraft des Willens“, die „Aufrichtigkeit in den Gefühlen“ und die „Heiterkeit“ zum Ziel habe.