"Die Freude, uns als Werkzeuge der Gnade Christi zu begreifen"

Die Worte von Papst Franziskus zum gestrigen Regina Caeli

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 1005 klicks

Gestern um 12.00 Uhr zeigte sich der Heilige Vater Franziskus am Fenster seines Arbeitszimmers im Apostolischen Palast, um gemeinsam mit den auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen und Pilgern das Regina Caeli zu beten.

Zur Einführung in die österliche Marienantiphon sprach der Papst folgende Worte:

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[Vor dem Regina Caeli]

Liebe Brüder und Schwestern,

frohe Ostern euch allen! Ich danke euch dafür, auch heute so zahlreich erschienen zu sein, um die österliche Freude, das zentrale Mysterium unseres Glaubens, miteinander zu teilen. Möge die Kraft der Auferstehung Christi jeden Menschen und ganz besonders die Leidenden, sowie all jene Situationen erreichen, in denen Vertrauen und Hoffnung am meisten vonnöten sind.

Christus hat das Böse vollkommen und endgültig besiegt, doch es liegt an uns, an den Menschen aller Zeiten, diesen Sieg in unserem Leben und in den konkreten Wirklichkeiten der Geschichte und der Gesellschaft aufzunehmen. Aus diesem Grund möchte ich jenes Gebet hervorheben, mit dem wir in der heutigen Liturgie an Gott herantreten: „O Vater, der du deine Kirche wachsen lässt, indem du ihr stets neue Kinder schenkst, mache deine Gläubigen dazu fähig, in ihrem Leben jenes Sakrament zum Ausdruck zu bringen, das sie im Glauben erhalten haben“ („Oraz. Colletta del Lunedì dell’Ottava di Pasqua“; eigene Übersetzung).

So sollen die Taufe, die uns zu Kindern Gottes macht, und die Eucharistie, die uns mit Christus vereint, lebendig werden und Eingang in unsere Haltung, unser Verhalten, unsere Gesten und Entscheidungen finden. Die in den Ostersakramenten enthaltene Gnade birgt ein Potenzial gewaltiger Erneuerung für unsere persönliche Existenz, das Lebens der Familien und die sozialen Beziehungen. Alles geschieht jedoch durch das menschliche Herz: Wenn ich mich von der Gnade des auferstandenen Christus erreichen lasse, und zulasse, dass sie mich verwandelt, wenn ich nicht gut bin und mir selbst und andern Schaden zufüge, so gestatte ich dem Sieg Christi, sich in meinem Leben zu behaupten und seine heilende Wirkung auszuweiten. Darin besteht die Kraft der Gnade! Ohne die Gnade sind wir zu nichts fähig. Durch die Gnade der Taufe und der eucharistischen Gemeinschaft kann ich zu einem Werkzeug der Barmherzigkeit Gottes werden.

Liebe Brüder und Schwestern, die empfangenen Sakramente in unserem Leben zum Ausdruck zu bringen, muss unser täglicher Einsatz sein, doch es ist meines Erachtens auch unsere tägliche Freude: die Freude, uns als Werkzeuge der Gnade Christi zu begreifen, als Reben des Weinstocks, der er selbst ist, erquickt vom Lebenssaft seines Geistes!

Lasst uns nun im Namen des gestorbenen und auferstandenen Herrn und auf die Fürsprache der hl. Maria miteinander beten, auf dass das Pascha-Mysterium tief in unserem Inneren und in unserer Zeit seine Wirkung entfalte. Möge der Hass durch Liebe ersetzt werden, die Lüge durch Wahrheit, die Rache durch Vergebung und die Traurigkeit durch Freude.

[Nach dem Regina Caeli]

Mit großer Zuneigung begrüße ich euch alle, ihr lieben Pilger, die ihr aus den verschiedenen Erdteilen zur Teilnahme an diesem Gebetstreffen gekommen seid.

Jedem von euch wünsche ich einen frohen Ostermontag, in dem die freudige Osterbotschaft lautstark erklingt: Jesus ist auferstanden! Frohe Ostern euch allen!