Die Geburtskirche Jesu in Bethlehem

UNESCO-Welterbe

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 1135 klicks

Seit dem 29. Juni 2012 gehört der Kirchenkomplex zum UNESCO-Welterbe. Bereits seit dem 2. Jahrhundert wird die Grotte, die die Christen als Geburtsstätte Christi betrachten, verehrt. Im Jahr 335 wurde der Bau geweiht, den Kaiser Konstantin und seine Mutter Helena zu Ehren der Geburtsstätte Jesu hatten errichten lassen. Prächtige Mosaikböden zierten den Innenraum, der mit einer großen Apsis versehen war. In ihrer Mitte befand sich eine Öffnung, durch die man in die Grotte hinabschauen konnte. Der heilige Hieronymus berichtet mehrfach in seinen Schriften von einer Grotte, in der der Schöpfer geboren wurde.

Die unter Kaiser Konstantin errichtete Basilika erfuhr in der 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts tiefgreifende Umbaumaßnahmen. Aus dieser Zeit stammen die Abdeckung des Mosaikbodens, die Erweiterung des Apsisbereiches und der doppelte Treppenabgang zur Grotte, der den Pilgern erlaubte, bis an die Geburtsstätte zu gehen.

Die Kirche gilt als die älteste erhaltene Kirche im Heiligen Land, die immer in Nutzung war. Im Laufe der Jahrhunderte wurden an dem Bau Restaurierungsmaßnahmen vorgenommen. 1717 brachte die katholische Kirche in der Geburtsgrotte auf der Mittelachse der Basilika einen silbernen Stern mit der Inschrift „Hic de virgine Maria Jesus Christus natus est“ (Hier wurde Jesus Christus von der Jungfrau Maria geboren) an. Rechts davon soll die Krippe Jesu gestanden haben.

Papst Benedikt XVI. führte während der Christmette am 24. Dezember 2011 dazu aus: „Wer heute die Geburtskirche Jesu zu Bethlehem betreten will, findet, daß das einst 5½ m hohe Portal, durch das Kaiser und Kalifen den Bau betraten, weitgehend zugemauert ist. Nur eine niedrige Öffnung von 1,30 m Höhe ist geblieben. Man wollte wohl die Kirche besser vor Überfällen schützen, besonders aber verhindern, dass man hoch zu Roß in das Gotteshaus ritt. Wer den Ort der Geburt Jesu betreten möchte, muß sich bücken. Mir scheint, dass sich darin eine tiefere Wahrheit zeigt, von der wir uns in dieser Heiligen Nacht berühren lassen wollen: Wenn wir den als Kind erschienenen Gott finden wollen, dann müssen wir vom hohen Roß unseres aufgeklärten Verstandes heruntersteigen. Wir müssen unsere falschen Gewißheiten, unseren intellektuellen Stolz ablegen, der uns hindert, die Nähe Gottes zu sehen. Wir müssen den inneren Weg des heiligen Franziskus nachgehen – den Weg zu jener letzten äußeren und inneren Einfachheit, die das Herz sehend macht. Wir müssen uns herunterbeugen, sozusagen geistig zu Fuß gehen, um durch das Portal des Glaubens eintreten zu können und dem Gott zu begegnen, der anders ist als unsere Vorurteile und Meinungen – der sich in der Demut eines neu geborenen Kindes verbirgt. Feiern wir so die Liturgie dieser Heiligen Nacht, und verzichten wir auf unsere Fixierung auf das Materielle, auf das Meßbare und Greifbare. Lassen wir uns einfach machen von dem Gott, der sich dem einfach gewordenen Herzen zeigt. Und beten wir in dieser Stunde vor allem auch für alle diejenigen, die Weihnachten in Armut, in Leid, im Unterwegssein feiern müssen, dass ihnen ein Strahl der Güte Gottes erscheine; dass sie und uns jene Güte anrührt, die Gott mit der Geburt seines Sohnes im Stall in die Welt tragen wollte.“