Die Geduld und Ausdauer des Volkes Gottes bringt die Kirche voran

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 413 klicks

In der Predigt während der heutigen Messe in Santa Marta sagte Papst Franziskus, die Kirche komme durch die Geduld und Ausdauer des Volkes Gottes voran, das die alltäglichen Prüfungen des Lebens aushalte. Dabei betonte er, dass Geduld nicht gleichzusetzen sei mit Resignation. Wer die Weisheit der Geduld nicht kenne, sei eine launenhafte Person und könne nicht wachsen. Sie wisse nicht das Leben so zu nehmen, wie es komme. Neben der Launenhaftigkeit riskiere man ohne Geduld, in dem Glauben zu leben, allmächtig zu sein.

„Sie verwechseln das Handeln Gottes mit dem eines Hexenmeisters. Und Gott handelt nicht wie ein Hexenmeister, er geht auf eigene Art und Weise weiter. Die Geduld Gottes. Auch er hat Geduld. Jedesmal, wenn wir zum Sakrament der Versöhnung gehen, singen wir einen Hymnus auf die Geduld und Ausdauer Gottes. Mit welcher Geduld und Ausdauer trägt der Herr uns auf seinen Schultern! Mit wie viel Geduld und Ausdauer, mit wie viel Geduld und Ausdauer! Das christliche Leben muss mit dieser Musik der Geduld gelebt werden, denn es ist die Musik unserer Vorfahren, des Volkes Gottes, das an das Wort Gottes geglaubt hat, das die Gebote des Herrn, die dieser Abraham gegeben hat, befolgt hat: ‚Geh vor mir und sei untadelig‘“.

Im Hinblick auf das Volk Gottes, das gelitten habe und dennoch mit Freude Gott gefolgt sei, sagte Papst Franziskus, dass dies die Geduld und Ausdauer sei, die ein jeder in sich tragen müsse, die Geduld und Ausdauer Gottes.

„Wie geduldig ist unser Volk! Noch heute! Wenn wir in die Gemeinden gehen, finden wir dort Menschen, die leiden, die Probleme haben, die ein behindertes Kind haben oder eine Krankheit; aber sie leben das Leben mit Geduld und Ausdauer. Sie bitten um keine Zeichen, wie die aus dem Evangelium, die ein Zeichen wollten. Sie sagten: ‚Gebt uns ein Zeichen!‘ Nein, sie bitten nicht darum, aber sie wissen die Zeichen der Zeit zu lesen: Sie wissen, wenn der Feigenbaum keimt, kommt der Frühling; sie können den Unterschied ausmachen. Die Ungeduldigen des heutigen Evangeliums hingegen, die ein Zeichen wollten, wussten nicht die Zeichen der Zeit zu lesen und aus diesem Grund haben sie Jesus nicht erkannt.“

Abschließend ging Papst Franziskus auf die Menschen des Volkes Gottes ein, die trotz aller Schwierigkeiten im Leben nicht das Lächeln des Glaubens verlieren würden, die Freude des Glaubens.

„Und diese Menschen, unser Volk, in unseren Gemeinden, in unseren Institutionen – viele Menschen – bringen die Kirche voran, mit ihrer Heiligkeit, jeden Tag. ‚Die Ausdauer aber soll zu einem vollendeten Werk führen; denn so werdet ihr vollendet und untadelig sein, es wird euch nichts mehr fehlen.‘ Möge der Herr uns allen die Geduld und Ausdauer geben, die freudige Geduld, die Ausdauer der Arbeit, des Friedens, möge er uns die Geduld Gottes geben, die er hat, und möge er uns die Geduld unseres gläubigen Volkes geben, das so vorbildlich ist.“