Die Geschichte der "Madonna di Bonaria"

Der Papst wird am Sonntag Sardinien besuchen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 565 klicks

Am Sonntag, dem 22. September, wird Papst Franziskus sich zu einer eintägigen Reise nach Sardinien begeben. Eine der für diesen Tag vorgesehenen Stationen wird der Besuch des Marienheiligtums der „Madonna di Bonaria“ sein.

Papst Franziskus ist nicht der erste Papst, der das Marienheiligtum in Sardinien besucht. Paul VI. (1970), der selige Johannes Paul II. (1985) und Benedikt XVI. (2008) statteten während ihrer Reisen dem Heiligtum der „Madonna di Bonaria“ einen Besuch ab. Doch Papst Franziskus hat eine besondere Bindung zu dem sardischen Marienheiligtum. Nach der „Madonna di Bonaria“ ist nämlich die Hauptstadt Argentiniens, die Heimatstadt von Papst Franziskus, benannt. Sardische Seeleute wählten den Namen aus Devotion für die „Madonna di Bonaria“. Ursprünglich hatte Buenos Aires einen viel längeren Namen erhalten sollen – „Stadt der Allerheiligste Dreifaltigkeit und Hafen unserer lieben Frau Maria des guten Windes“ („Ciudad del Espíritu Santo y Puerto Santa María del Buen Ayre“), der dann aber auf „Bonaria – Buenos Aires“ verkürzt wurde.

Die Statue der „Madonna di Bonaria“ wurde am 24. April 1870 auf Wunsch von Pius IX. und am 13. September 1907 auf Wunsch von Pius X. gekrönt. Die „Madonna di Bonaria“ wurde zur höchsten Patronin Sardiniens ernannt.

Die Geschichte des Heiligtums geht auf das 14. Jahrhundert zurück, als katalanische Seefahrer auf dem Hügel von Bonaria 1324 eine kleine Stadt gründeten. Viele Gläubige begaben sich auf den Hügel, um zur Jungfrau Maria zu beten. Eines Tages kam wieder ein Gläubiger in die Kirche, um Hilfe zu erbitten, als ihm einer der dort im Konvent lebenden Fratres mitteilte, dass sich bald dort eine Madonna niederlassen werde. Die Legende erzählt weiter, dass am 25. März 1370 ein aus Katalanien kommendes Schiff in ein furchtbares Unwetter geraten sei. Der Kapitän habe daraufhin den Befehl erteilt, alle Güter über Bord zu werfen, darunter auch eine Kiste. Als diese das Wasser berührt habe, habe sich das Unwetter unmittelbar beruhigt. Die Kiste aber sei am Fuß des Hügels von Bonaria gestrandet, und niemandem außer den vom Konvent herabgestiegenen Brüdern sei es gelungen, die Kiste zu öffnen oder anzuheben. Die Mönche hätten die Kiste hinauf auf den Hügel getragen, sie geöffnet und eine Madonnen-Holzstatue mit einer brennenden Kerze in der Hand vorgefunden, die fortan nach ihrem Fundort „Madonna di Bonaria“ trug.

Das Marienheiligtum befindet sich in der Kirche des Konvents. Erst im 18. Jahrhundert begann man mit dem Bau der großen Basilika. Am 24. April, dem Festtag der „Madonna di Bonaria“ pilgern die Gläubigen nachts zum Heiligtum. Die Feierlichkeiten dauern auch am nächsten Tag, dem 25. März, dem Tag der Auffindung der Statue, fort. Höhepunkt ist die Prozession mit der Marienstatue zum Meer.

Benedikt XVI. schloss seine Predigt am 7. September 2008 im Heiligtum der „Madonna di Bonaria“ mit den Worten: „Maria helfe euch, Christus zu den Familien zu bringen, die kleine Hauskirchen und Zellen der Gesellschaft sind und heute mehr denn je des Vertrauens und der Unterstützung sowohl auf geistlicher als auch auf sozialer Ebene bedürfen. Sie helfe euch, die geeigneten pastoralen Strategien auszumachen, um zu ermöglichen, dass die jungen Menschen Christus begegnen. Sie sind naturgemäß Träger eines neuen Elans, oft aber auch Opfer des verbreiteten Nihilismus und dürsten gerade dann nach Wahrheit und Idealen, wenn sie diese zu verleugnen scheinen. Maria befähige euch, die Welt der Arbeit, der Wirtschaft und der Politik zu evangelisieren, die eine neue Generation von engagierten christlichen Laien braucht, die fähig sind, mit Sachverstand und moralischer Strenge Lösungen für eine tragbare Entwicklung zu finden. In all diesen Aspekten des christlichen Engagements könnt ihr stets auf die Führung und den Beistand der seligen Jungfrau zählen. Vertrauen wir uns daher ihrer mütterlichen Fürsprache an.

Maria ist Hafen, Zuflucht und Schutz für das sardische Volk, das in sich die Kraft einer Eiche trägt. Die Stürme ziehen vorüber, und diese Eiche widersteht; die Brände wüten, und sie keimt erneut auf; die Trockenheit bricht herein, und sie siegt abermals. Erneuern wir also mit Freude unsere Weihe an diese so fürsorgliche Mutter. Die Generationen der Sarden, dessen bin ich sicher, werden weiter zum Heiligtum von Bonaria hinaufsteigen, um den Schutz der Jungfrau zu erflehen. Nie wird enttäuscht werden, wer sich Unserer Lieben Frau von Bonaria anvertraut, der barmherzigen und mächtigen Mutter. Maria, Königin des Friedens und Stern der Hoffnung, bitte für uns! Amen.“