Die Geschichte des heiligen Timotheus auf DVD

Dokumentarfilm über den geliebten Mitarbeiter des Apostels Paulus, dessen Reliquien in Termoli aufbewahrt werden

Rom, (ZENIT.org) Antonio Gaspari | 305 klicks

Nicht viele wissen, dass in Termoli (in der italienischen Region Molise und der Provinz Campobasso) die Reliquien des heiligen Timotheus (geboren 17 n.Chr. in Lystra, gestorben 97 n.Chr. in Ephesos) aufbewahrt werden, der den Apostel Paulus auf seinen Missionsreisen begleitete.

Paulus schrieb zwei Briefe an Timotheus, die Teil des Neuen Testaments sind, und ernannte ihn zum Bischof von Ephesos.

Seinen liturgischen Gedenktag feiert die katholische Kirche am 26. Januar, während die orthodoxen Kirchen ihn am 22. Januar begehen.

Lukas nennt in seinem Evangelium Timotheus sechsmal. Paulus redet ihn als „seinen geliebten Sohn“ an (2 Tim 1,2). Timotheus soll der Sohn eines griechischen Vaters und einer jüdischen Mutter gewesen sein. Seine Mutter hieß Eunike und seine Großmutter Lois (vgl. 2 Tim 1,5).

Paulus bekehrte ihn zum Christentum und wählte ihn als Mitarbeiter seiner Missionsreisen. Er erwähnt ihn mehrmals in seinen Briefen; so schreibt er zum Beispiel im Hebräerbrief: „wisst, dass unser Bruder Timotheus freigelassen worden ist; sobald er kommt, werde ich mit ihm zusammen euch besuchen“ (Hebr 13,23). Daraus schließen wir, dass er wohl im Gefängnis gewesen ist.

In seiner Kirchengeschichte erwähnt der Historiker Eusebius ihn als ersten Bischof von Ephesos. Hier soll Timotheus den Märtyrertod gestorben sein; gesteinigt, weil er den heidnischen Kult des Dionysos öffentlich angeprangert hatte.

Der heilige Hieronymus schreibt in seinem „Chronicon“, dass die sterblichen Überreste des Apostels Timotheus nach Konstantinopel gebracht worden seien. Seit dem Mittelalter befinden sich die Reliquien in der Kathedrale von Termoli, an der südlichen italienischen Adriaküste, wohin Kreuzfahrer sie aus Konstantinopel mitbrachten. Bischof Stephanus von Termoli versteckte sie im Jahr 1239, um sie vor Diebstahl zu schützen.

Die offizielle Anerkennung der Reliquien erfolgte 1945. Man hatte die Gebeine bei Renovierungsarbeiten in der Kathedrale von Termoli wiederentdeckt. In einer mit einer Marmorplatte abgedeckten Grabnische fand man eine Marmortafel mit einer Inschrift, deren Text lautete: „Im Namen Christi, Amen. Im Jahre des Herrn 1239. Hier ruht der Leib des seligen Timotheus, Jünger des seligen Apostels, den der ehrwürdige Bischof Stephanus zusammen mit dem Kapitel von Termoli hier verbarg.“

Um das Leben dieses wichtigen Zeugen des ersten christlichen Jahrhunderts und die Umstände der Wiederentdeckung seiner Reliquien zu erzählen, haben die Diözese Termoli-Larino und die Pfarrei „San Timoteo“ nun einen Dokumentarfilm erstellt, mit dem Titel: „Die Geschichte des Heiligen, der in Termoli aufbewahrt wird.“ Der Film ist auf DVD erhältlich.

Regie führt Nicola Abbatangelo, von dem auch die Texte stammen; die Musiken sind eigens für diesen Film komponiert worden; bekannte italienische Fernsehmoderatoren wie Fabio Bolzetta, Benito Giorgetta und Nicola Mattia erzählen die wichtigsten Etappen des Lebens des Heiligen und der Wiederentdeckung seiner Reliquien. Der Film enthält auch einen Beitrag des Bischofs von Termoli-Larino, Msgr. Gianfranco De Luca.

Sehr interessant ist der Beitrag von Msgr. Domenico Umberto D’Ambrosio, Bischof von Lecce, der von der ersten vollständigen Untersuchung der Gebeine und der Öffnung des hölzernen Reliquienschreins berichtet.

Seltene und bisher unveröffentlichte Aufnahmen vermitteln ein Gefühl für die Emotionen jenes Augenblicks und die wissenschaftliche Genauigkeit der Untersuchung, die zur Erkenntnis führte, dass fast das gesamte Skelett des Heiligen vorhanden ist, einschließlich des Schädels, der getrennt von den restlichen Gebeinen im Bischofspalast von Termoli aufbewahrt wurde.

Die DVD wurde am 24. Januar in Termoli vorgestellt und wird in allen italienischen Buchhandlungen erhältlich sein. Herausgeber ist der Verlag ITACA.