Die Gier nach Geld zerstört Familien und Personen

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 534 klicks

Die Gier nach Geld zerstöre die Menschen, Familien und die Beziehungen zu den anderen, so Papst Franziskus in der heutigen Messe in Santa Marta. Er lud die Gläubigen dazu ein, die Armut an sich zu wählen, hingegen die Reichtümer Gottes zu nutzen, die er uns gebe, um dem Nächsten zu helfen. Auf der Basis des heutigen Evangeliums (Lk 12,13-21), in dem ein Mann Jesus bitte, ihm bei einem Erbstreit mit seinem Bruder zu helfen, baute der Pontifex seine Überlegungen zu der Beziehung der Menschen mit Geld auf.

„Dies ist ein alltägliches Problem. Wie viele zerrüttete Familien haben wir aufgrund von Geldschwierigkeiten gesehen: Bruder gegen Bruder; Vater gegen Sohn… Das ist das Erste was die Gier nach Geld macht, sie zerstört! Wenn ein Mensch am Geld hängt, zerstört er sich selbst, zerstört er die Familie! Das Geld zerstört! Das macht es, nicht wahr? Es greift dich an. Geld nützt, um viele gute Dinge voranzubringen, viele Arbeiten, um die Menschheit voranzubringen, aber wenn dein Herz daran so hängt, zerstört es dich.“

Papst Franziskus fuhr fort, Jesus erzähle das Gleichnis eines reichen Mannes, der dafür lebe, „Schätze für sich“ zu sammeln und sich nicht „an Gott bereichere“. Die Mahnung Jesu bestehe darin, sich von der Gier fern zu halten.

„Das ist es, was nicht gut tut: die Gier in meiner Beziehung mit dem Geld. Mehr haben, mehr haben, mehr haben… Das bringt dich zur Götzenanbetung, es zerstört deine Beziehung zu den anderen! Nicht das Geld an sich, aber dein Verhalten, das sich Gier nennt. Diese Gier macht dich auch krank, denn sie führt dazu, dass du alles in Abhängigkeit vom Geld siehst. Es zerstört dich, es macht dich krank… Und am Ende – das ist das wichtigste – ist die Gier ein Werkzeug der Götzenanbetung, das dich von dem Weg abbringt, den Gott gemeinsam mit uns geschaffen hat. Paulus sagt uns, dass Jesus Christus, der reich war, arm geworden ist, um uns zu bereichern. Das ist der Weg Gottes: Die Demut, sich erniedrigen, um zu dienen. Die Gier hingegen führt dich auf den entgegengesetzten Weg: Du, der du ein armer Mensch bist, machst dir einen Gott aus Eitelkeit, das ist Götzenanbetung!“

Aus diesem Grund, so der Pontifex, sage Jesus viele „harte Dinge, sehr harte, gegen die Gier nach Geld.“ Man könne nicht zwei Herren dienen: Entweder Gott oder dem Geld. Jesus sage uns, wir sollten uns keine Sorgen machen, der Herr wisse, was wir bräuchten, und er lade uns dazu ein, uns ihm ganz anzuvertrauen. Der Mann aus dem Gleichnis denke weiter nur an die Reichtümer, jedoch sage ihm Gott, er sei ein Tor, in der folgenden Nacht verlange man von ihm sein Leben. Der Weg entgegengesetzt zu Gott sei eine Torheit, die weg vom Leben führe und jede menschliche Brüderlichkeit zerstöre. Abschließend sagte Papst Franziskus:

„Möge uns der Herr den Weg lehren: Es ist nicht der Weg der Armut um der Armut willen. Nein! Es ist der Weg der Armut als Instrument, denn Gott ist Gott, denn er ist der einzige Herr! Nicht ein Götzenbild aus Gold! Und all das Gute, das wir haben, gibt uns der Herr, um die Welt voranzubringen, die Menschheit, um zu helfen, den anderen zu helfen. Möge heute das folgende Wort Gottes in unserem Herzen bleiben: ‚Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Gier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.‘“