Die größte Orgel Europas

Über die Orgel im Stephansdom in der Dreiflüssestadt Passau

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ROM, 14. Juni 2012 (ZENIT.org). - „Es besteht eine geheimnisvolle und tiefe Verwandtschaft zwischen Musik und Hoffnung, zwischen Gesang und ewigem Leben: Nicht umsonst stellt die christliche Überlieferung die Seligen beim Chorgesang dar, von der Schönheit Gottes hingerissen und verzückt. Aber die wahre Kunst, ebenso wie das Gebet, entfremdet uns nicht von der täglichen Wirklichkeit, sondern führt uns vielmehr zu ihr hin, um sie zu „bewässern“ und gedeihen zu lassen, damit sie Früchte des Guten und des Friedens trägt.“ - Mit diesen Worten beschreibt Papst Benedikt XVI. die geistliche Bedeutung der Musik (Ansprache in der Audienzhalle am 24. April 2008).

Die Orgelanlage im Stephansdom in Passau gilt als technisches Wunderwerk. Tausende Besucher verzückt die größte Orgelanlage Europas und fünftgrößte der Welt jährlich mit ihrem vollendeten Klang und der Schönheit der Musik. Für jeden Reisenden sind deshalb der Besuch des prächtigen Barockdoms St. Stephan und eines Orgelkonzertes obligatorisch.

Insgesamt 7974 Pfeifen und 233 Register erfüllen beim Orgelspiel den Dom mit ihrem wundervollen Klang. Die Fülle an Pfeifen und Registern verteilt sich auf insgesamt fünf Orgeln: die Hauptorgel, die Epistel- und Evangelienorgel auf den Westemporen, die Chororgel am Eingang zum Altarraum und die Fernorgel auf dem Dachboden im Langhaus des Domes, deren Töne über das „Heiliggeistloch“ in den Innenraum des Doms dringen.

Die Besonderheit der Passauer Orgelanlage besteht darin, dass alle fünf Orgeln gemeinsam von einem Spieltisch aus bedient werden können.

Die Pfeifen sind aus Metall und Holz gefertigt, die Anlage wird außerdem um vier Glockenspiele ergänzt. Die Maße der Orgelpfeifen sind beeindruckend: Die größte Orgelpfeife weist eine Länge von über elf Metern und ein Gewicht von 306 Kilo auf, die kleinste hingegen misst gerade einmal 6 Millimeter. 

Das Aussehen der heutigen Orgel geht auf die Planung der Passauer Orgelbaufirma Eisenbarth aus den Jahren von 1977 bis 1980 zurück. Für die Haupt-, die Evangelien- und Epistelorgel von Johann Ignaz Egedacher wurden die barocken Gehäuse wiederverwendet. Die erste Orgel für den Passauer Dom ist bereits in Quellen aus dem 15. Jahrhundert unter Bischof Ulrich von Nußdorf dokumentiert.

Seit 2003 ist Ludwig Ruckdeschel Domorganist im Passauer Dom. Das umfangreiche Konzertprogramm des Passauer Doms St. Stephan kann hier entnommen werden:  ...

„Schon ein ganz kleines Lied kann viel Dunkel erhellen.“ (Franz von Assisi). [bd]