Die Gründerin von „Act One“ ruft Katholiken auf, in der Filmbranche zu arbeiten

Mehr Schönheit in den Künsten

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FRONTROYAL (Virginia), Freitag, 6. Mai 2011 (ZENIT.org). – Barbara Nicolosi ermutigt Katholiken, sich in die Künste einzubringen, vor allem in die Filmbranche, der „Kunstform unserer Zeit“.

Die Gründerin des „Act One“, einer Organisation mit Sitz in Hollywood, die in der Unterhaltungsindustrie christliche Grundlagen fördert, richtete diesen Appell am Montag an die Studenten des Christendom College in Virginia (Vereinigte Staaten).

Nicolosi sprach darüber „warum Hollywood zählt“ und berichtete ihre Erfahrungen als Ratgeberin des Filmes „Die Passion Christi“ und als Szenenbildnerin eines neuen Streifens über „Maria, Mutter Christi“ mit der Starbesetzung Al Pacino und Peter O’Toole, der nächstes Jahr von der Produktionsfirma MGM produziert wird.

„Warum lieben wir Filme so sehr?“, fragte sie.

„Filme sind Kombinationen aus den vier klassischen Kunstformen: Literatur, Darstellung, Musik und Komposition“, antwortete sie, „es ist die Kunstform unserer Epoche“.

Nicolosi hob hervor, dass Hollywood die moderne Patronin der Künste sei, eine Rolle, die einstmals von der Kirche eingenommen wurde, und ermutigte die Studenten, sich in die cinematografische Welt einzubringen, „sich unter die Personen zu begeben, die zu den Menschen unserer Zeit sprechen“.

„Ich weiß, dass ihr Talent habt“, erklärte sie. „Was hält euch zurück? Angst? Geiz?“

„Kunst von Christen heute ist nicht nur nicht schön, sondern tendiert dazu, zu den schlechtesten Kunstwerken der Menschheit zu gehören“, kritisierte sie, „Wir haben die Schönheit etwas anderem geopfert“.

Die Schönheit, so erklärte Nicolosi, sei die Kombination von Vollkommenheit, Harmonie und der Herrlichkeit. „Sie wird zerstört, wenn etwas süß, einfach, kindisch oder banal ist“.

„Wenn es einfach ist, ist es nicht schön. Aber wenn etwas in der Seele berührt wird, wonach es einen verlangt, dann fühlt man sich auf menschlichem Niveau tief angesprochen und dann hat man die Schönheit erkannt.“

Die Expertin erklärte, dass eine Person drei Dinge benötige, um die Schönheit zu erkennen: Sensibilität, genügend Freiheit von Vorurteilen und Angst und eine konträr zur Ignoranz stehende Intelligenz; ebenso sei Einbildungskraft nötig, die es der der erzählten Handlung erlaube, mit dem Künstler zu kommunizieren.

Frau Nicolosi erinnerte beispielsweise an die Statue Unserer Lieben Königin der Engel, die sie auf einem Rundgang in der Kathedrale von Los Angeles gesehen hatte. Diese Statue habe androgynen Charakter und verbinde verschiedenen Arten von Rassen und Merkmalen.

Als sie bemerkt habe, dass die Statue „hässlich“ sei, habe der Gruppenführer ihr geantwortet: „Die Kirche schaut nicht auf so etwas, sie schaut darauf, dass sich jedermann angenommen fühlt und in der Statue verwirklicht.“

„Hier wurden keine Fülle, Harmonie und Herrlichkeit gesucht“, erklärte Nicolosi daraufhin. „Man suchte hier ein Programm und man opferte die Schönheit einem politischen Aspekt.“

[Übersetzung aus dem Italienischen von Jan Bentz]