Die Hauptanliegen des neuen Wiener Weihbischofs Franz Scharl: Glaubensverkündigung und Verbreitung einer echten "Kultur des Lebens"

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WIEN, 24. April 2006 (ZENIT.org).- Christoph Kardinal Schönborn weihte gestern, am Barmherzigkeitssonntag, den aus Salzburg stammenden Dechant Franz Scharl des Dekanats Wien 4/5 im Wiener Stephansdom zum Weihbischof für Wien.



In seiner Predigt betonte Kardinal Schönborn, dass Jesus seine Sendung nicht an "Genies und Heroen", sondern voll und ganz an Menschen weitergegeben habe, die wie die ersten Apostel "ihre Schwächen nicht verleugnen" könnten. Nur von daher werde verständlich, warum es im Evangelium heißt: "Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab" (Lk 10,16); nur von daher werde aber auch verständlich, "warum Sünder die Vollmacht bekommen, Sünden zu vergeben oder deren Vergebung zu verweigern". Denn die "Kraft der Kirche, ihre unerschöpfliche Regenerationskraft" komme aus Jesus Christus.

Der neue Wiener Weihbischof Franz Scharl soll nach dem Wunsch Kardinal Schönborns "viele Menschen, die noch nicht glauben können", zur Begegnung mit Jesus führen.

Die Weitergabe des Glaubens und die Förderung einer "Kultur des Lebens" bezeichnete der Msgr. Franz Scharl am Ende des Weihegottesdienstes als seine vordringlichen Anliegen. Gott sei für ihn "ein Gott des Lebens und der Überraschungen", und das habe er am eigenen Leib erfahren, fügte er in Anspielung an jene Zeit seines Lebens hinzu, als er nichts von Kirche und Gott wissen wollte, schließlich aber wieder zum Glauben fand.

Jeder sei von Gott her dazu aufgerufen, den Glauben weiterzugeben. Davon beziehungsweise von der Verbreitung einer echten Kultur des Lebens, die Weitergabe des Lebens mit eingeschlossen, hänge die Zukunft von Kirche und Gesellschaft ab.

Ein ausführliches zweiteiliges Interview mit Weihbischof Franz Scharl veröffentlichte ZENIT Ende März (vgl. "Wenn ich Ja sage, möchte ich auch Ja tun" bzw. "Evangelisation ist Dauerauftrag des Herrn an jeden von uns").