Die heilige Giacinta Marescotti (1585-1640)

Die Bekehrung einer Ordensfrau wider Willen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 983 klicks

Die heilige Giacinta, die am 6. März 1585 mit dem Namen Clarice in Viganello geboren wurde, wählte das klösterliche Leben nicht, weil sie ihr Leben Gott weihen wollte und sie sich dazu berufen fühlte. Anlass zu diesem Schritt war vielmehr die verschmähte Liebe des jungen Paolo Capizucchis, der Giacintas jüngerer Schwester Ortensia den Vorzug gab und sie ehelichte.

Giacinta war die Tochter des Grafen Marcantonio Marescotti und Donna Ottavia Orsinis. Wie ihre beiden Schwestern besuchte auch Giacinta zur Schulausbildung den Konvent von San Bernardino in Viterbo. Ihre Schwester Ginevra blieb nach dem Abschluß der Studien dort und wurde Schwester Immacolata.

Nach der großen Liebesenttäuschung begab sich Giacinta zu ihrer Schwester Ginevra - Schwester Immacolata - nach Viterbo. Allerdings verzichtete sie, nachdem sie den weltlichen Namen Clarice abgelegt hatte und zu Schwester Giacinta geworden war, keineswegs auf ihren mondänen Lebensstil. Sie tat sich schwer, sich in die Gemeinschaft einzufügen. Anstelle einer Zelle bewohnte die Heilige ein der Mode der Zeit entsprechend eingerichtetes Appartement.

Erst im Jahr 1615 nahm ihr Leben eine bedeutende Wende. Giacinta erkrankte und erlitt eine Identitätskrise. Sie flehte Gott inständig darum, ihrem Leben einen Sinn zugeben, ihr Hoffnung zu schenken und sie zu retten. Giacinta hatte ihr Herz geöffnet und fand den wahren Glauben.

Den Rest ihres Lebens widmete die heilige Giacinta ihren Mitmenschen. Ihre besondere Fürsorge galt den Armen. Deshalb gründete sie zusammen mit Francesco Pacini eine Laienbruderschaft, genannt „Sacconi“.

Giacinta Marescotti starb am 30. Januar 1640. Sie wurde 1807 von Papst Pius VII. heiliggesprochen.