Die heilige Ida von Herzfeld

Mutter der Armen

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ROM, 4. September 2012 (ZENIT.org). - Im Lippetal, Kreis Soest, befindet sich die erste Wallfahrtsstätte Westfalens. Seit über 1000 Jahren pilgern die Gläubigen nämlich zum dort befindlichen Grab der heiligen Ida, deren Gebeine in der gleichnamigen Kirche Sankt Ida in Herzfeld und Lippborg ruhen.

Die heilige Ida von Herzfeld war mit dem Herzog von Sachsen Ekbert vermählt. Sie war die Schwester der Äbte Adalhard und Wala von Korvey sowie die Mutter des Abtes Warin von Korvey und der Äbtissin Hadwig von Herford. Entsprechend ihrer Abstammung wird die um 755 geborene Heilige auch in höfischer Tracht dargestellt. Als Attribut wird Ida häufig ein Hirsch beigegeben, da sie der Legende nach einen vor den Jägern fliehenden Hirsch gerettet haben soll.

Die Gründung der Kirche in Herzfeld durch Ida geht auf einen nächtlichen Traum der Heiligen im Jahr 790 zurück. Nach dem Tod ihres Mannes lebte Ida dort als Asketin in einer Klause, die zu diesem Zweck an die Kirche angebaut worden war und sich über dem Grab ihres verstorbenen Mannes befand.

Die heilige Ida von Herzfeld wird bis in die heutige Zeit als Mutter der Armen verehrt. Sie war vor allem wegen ihrer Nächstenliebe bei der Bevölkerung bekannt. Schon 155 Jahre nach ihrem Tod, am 4. September 825, sprach Bischof Dodo von Münster Ida von Herzfeld durch die Erhebung der Gebeine heilig.

Nach ihrem Tod wurde die Heilige in dem steinernen Sarkophag bestattet, den sie zu Lebzeiten zweimal täglich mit Gaben für die Armen gefüllt hatte. Die Gebeine der heiligen Ida befinden sich heute in einem goldenen Schrein, der aus dem Jahr 1882 stammt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, am 26. März 1802, wurde außerdem das Kopfreliquiar der heiligen Ida nach Herzfeld überführt, da sein ursprünglicher Aufbewahrungsort, das Benediktinerkloster Werden, aufgelöst worden war.

Bei den 1975/76 vorgenommenen Ausgrabungen fand man schließlich am 5. Januar 1976 die Grabstätte der heiligen Ida wieder, die heute das Zentrum der Kirche bildet.

Bis heute wird der heiligen Ida am 4. September gedacht und der Ida-Segen erteilt. Die Gläubigen können den Sarg der Heiligen durch eine in der ihn schützenden Glaswand angebrachten Öffnung berühren und so ihrer Verehrung für die heilige Ida von Herzfeld Ausdruck verleihen.

Nähere Informationen über Sankt Ida in Herzfeld und Lipperborg finden sich auf dieser Seite. [bd]