Die heilige Sperandia von Cingoli

Ein Leben im Zeichen der Nächstenliebe, Armut und Buße

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ROM, 11. September 2012 (ZENIT.org). - Sperandia wurde 1216 in Gubbio geboren. Sie entstammte der adeligen Familie Sperandei Baldassini, in der sie schon früh eine religiöse Erziehung erhielt. Bereits als junges Mädchen verließ sie das Elternhaus, um ein der Buße, dem Gebet, der Armut und der Nächstenliebe geweihtes Leben zu führen. Ihre Pilgerzüge führten sie durch karge Gegenden in den Marchen und Umbrien, sogar bis nach Rom, wo der Papst Sperandia empfing und ihr ein Paar Stiefel schenkte. Die Stiefel gibt es heute noch, einer befindet sich in dem Raum, wo Sperandia lebte, der andere wird in Serralta aufbewahrt.

Sperandia zeichnete sich vor allem durch ihre große Nächstenliebe aus. Ihre Fürsorge galt den Kranken, Armen, Kindern, den Sündern, allen, die ihre Hilfe benötigten. Sie setzte sich für die Unterdrückten ein und schlichtete Streitangelegenheiten.

Sie verbrachte die längste Zeit ihres Lebens zurückgezogen in den Grotten des Monte Acuti in der Nähe von Cingoli in der Provinz Macerata. Nur ihre letzten Lebensjahre verbrachte Sperandia in Cingoli. Sie trat dem Orden der Benediktinerinnen bei und reformierte das klösterliche Leben.

Sperandia von Cingoli starb am 11. September 1276. Zu Lebzeiten und nach ihrem Tod vollbrachte sie zahlreiche Wunder, die 1635 anerkannt wurden. Eines der bekanntesten Wunder ist das sogenannte „Kirschenwunder“. Im Januar hatte die Heilige einige Maurer damit beauftragt, Arbeiten am Kloster vorzunehmen. Sie bereitete ihnen eine Mahlzeit und fragte sie, ob sie noch etwas bräuchten. Die Maurer antworteten, dass sie gerne frische Kirschen hätten. Daraufhin betete die Heilige um die Erhörung der Bitte und konnte den Maurern ihren Wunsch erfüllen, Als sie ihnen einen Korb frischer Kirschen anbot, fielen sie vor ihr zu Boden und baten um Vergebung.

Ihr unversehrter Körper wird bis heute in der ihr geweihten Kapelle des Sanktuariums aufbewahrt.

Weitere Informationen über das Kloster Santa Sperandia di Cingoli, die Heilige und die ihr zu Ehren jährlich stattfinden Feste kann man dieser Seite entnehmen. [bd]