Die Heiligkeit, bester Beweis für die Glaubwürdigkeit der Kirche

P. Federico Lombardi SJ kommentiert neue Richtlinien für Selig- und Heiligsprechungsprozesse

| 1116 klicks

ROM, 26. Februar 2008 (Zenit.org).- Heiligkeit ist der beste Beweis für die Glaubwürdigkeit der Kirche. Das bekräftigte Pater Federico Lombardi SJ, Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhl, in der letzten Ausgabe der Wochensendung „Octava Dies“, die vom Vatikanischen Fernsehzentrum produziert wird.



„Heiligkeit ist für die Kirche wesentlich. Es handelt sich dabei um die Fülle des christlichen Lebens, das sich in der Beziehung zu Gott entfaltet“, erläuterte der Pressesprecher des Papstes in Bezug auf die Instruktion „Sanctorum Mater“ der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse. In dem Dokument, das am 18. Februar vorgestellt wurde, werden die Richtlinien für die diözesane Etappe der Seligsprechungsverfahren dargelegt.

Alles zielt nach Worten des Jesuitenpaters auf Heiligkeit ab. „Sie ist der wahre Ruhm Gottes. Und sie ist auch der wirksamste Beweis für die Glaubwürdigkeit der Kirche.“

Der langwierige Prozess, der mit der allgemeinen Anerkennung der Heiligkeit einer bestimmten Person seinen Abschluss findet, dürfe nicht eröffnet werden, wenn die christliche Gemeinde selbst nicht an diese Heiligkeit glaube, betonte P. Lombardi. In der neuen Instruktion werde diesbezüglich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass für den Beginn eines Verfahrens die „ernsthafte und streng geprüfte Bestätigung des Martyriums oder des Rufes der Heiligkeit unter einer entsprechenden Anzahl von Gläubigen“ absolut notwendig sei.

„Das heißt, dass niemand selig oder heilig gesprochen werden kann, weil er oder sie besonders empfohlen wird oder einer einflussreichen Person gefällt, sondern nur, wenn die Gläubigen auch davon überzeugt sind, dass sie ein außergewöhnliches Beispiel des Glaubenszeugnisses vor sich haben; jemanden, zu dem sie sich spontan als Fürsprecher wenden würden, als Hilfe, um zu Gott zu kommen“, erklärte Pater Lombardi.

Die Kirche sei überzeugt, dass der Geist des Herrn „gegenwärtig ist und im Volk Gottes spricht. Er stattet sie mit einem besonderen Gespür aus und ermöglicht es ihnen, die Präsenz echter Heiligkeit, ihre Anziehungskraft und ihre Bedeutung für das christliche Leben zu erkennen“.

Es sei wichtig, so Pater Lombardi, dass „die Weltkirche über ein Dikasterium in Rom und über genaue Gesetze verfügt, um mit diesem Sinn für die Präsenz der Heiligkeit der Gläubigen ins Gespräch zu kommen und festzustellen, ob Gott die Präsenz dieser Heiligkeit mit bestimmten Zeichen – das sind die Wunder – bestätigen will, so dass hinsichtlich der möglichen öffentlichen Ausrufung der Heiligkeit eines Kirchenmitglieds vollständige Gewissheit erzielt werden kann“.

Der Selige beziehungsweise Heilige ist in den Augen des Jesuitenpaters „nur die Spitze des Eisbergs dieser wundervollen Realität des christlichen Lebens“, das in den Werken der Nächstenliebe konkret Gestalt annehme.

„Wie Benedikt XVI. gerne sagt: Gott kommt nicht, um uns alleine zu begegnen. Er kommt in Begleitung, mit der Jungfrau Maria und den Heiligen. Beten wir darum, dass die Kirche wirklich immer die Mutter der Heiligen sei.“