Die Heiligkeit, Maß des christlichen Lebens

Papst Benedikt XVI. beendet seinen Zyklus über Heilige

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VATIKANSTADT, Mittwoch, 13. April 2011 (Zenit.org). – Mit der heutigen Katechese bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz beendete Papst Benedikt XVI. seine zweijährige Katechesenreihe über Heilige der Kirche. In den letzten zwei Jahren hatte er Ordensgründer, Mystiker, Kirchenlehrer, Männer und Frauen vorgestellt, denen die Kirche im Laufe der Geschichte den heroischen Tugendgrad zugesprochen und sie zur Ehren der Altäre erhoben hatte.

Als Abschluss wollte der Heilige Vater, wie er sagte, einige „Gedanken darüber entwickeln, was eigentlich „Heiligsein“ ist: „ Was bedeutet Heiligkeit? Wer ist dazu gerufen? Ist sie nur eine Sache für wenige?“

Mit Bezug auf den heiligen Paulus betonte der Papst die universelle, alle betreffende Berufung zur Heiligkeit. Paulus spreche von einem großen Plan Gottes für uns alle: „In Christus hat Gott uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott“ (vgl. Eph 1,4).

Er spreche also von dem bei ihm immer wiederkehrenden Gedanken des „in Christus“ – wir sind in Christus gestorben und auferstanden – und erinnere uns daran, dass wir unser ganzes Leben nach seinem Vorbild ausrichten sollten. Heiligkeit bestände darin, Christus zu folgen, seine Haltung, seine Gedanken, seine Taten in unser Leben zu übersetzen.

Dies sei zu schaffen, einfach indem wir Gott und die Menschen lieben, und dies wiederum werde möglich durch das Gebet, das Hören auf das Wort Gottes und den Empfang der Sakramente, wo wir dem „Herrn selber begegnen und er sich uns schenkt“.

 Heiligkeit sei nichts anderes als die Liebe zu Gott und den Menschen. Diese Liebe erhalte uns lebendig, und wenn wir uns nach dieser Liebe formten, dann würden auch wir fähig, unseren Nächsten zu lieben. Dies geschehe nicht nur bei den von der Kirche offiziell anerkannten Heiligen, sondern auch bei ganz normalen Menschen, deren Heiligkeit vielleicht für uns nicht sichtbar sei, die aber trotzdem eine Güte und Liebe lebten, durch die die Wahrheit des Glaubens hindurch scheine.

Schließlich zeige uns die große Schar der Heiligen verschiedenster Art, dass es mit der Gnade Gottes möglich sei, trotz all unserer Schwächen und Begrenzungen den wunderbaren Weg der Nachfolge Christi, das heißt den Weg der Liebe zu Gott und zu den Menschen zu gehen. Die christliche Heiligkeit, „ist nichts anderes als die vollkommen gelebte Liebe“, ein Samen, der kultiviert werden müsse, „indem man unablässig betet, sich selber verleugnet und im aktiven Dienst des Nächsten jede Tugend lebt“.

Der Papst gab dann seiner Einladung Ausdruck, sich dem „Wirken des Heiligen Geistes zu öffnen, der unser Leben verwandelt, damit auch wir Teile des großen Mosaiks der Heiligkeit sein mögen, welches Gott in der Geschichte schafft, damit das Angesicht Christi in seinem vollen Glanz erstrahlen kann. Haben wir keine Angst, zum anderen zu gehen, zur Hoheit Gottes“.

Er schloss damit, uns zu ermutigen „keine Angst zu haben, dass Gott uns zu viel fragen wird“, und ergänzte: „Lassen wir uns in jedem täglichen Handeln von seinem Wort leiten, auch wenn wir uns arm, unwürdig und sündig fühlen: Er wird es sein, der uns seiner Liebe entsprechend verwandeln wird.“(jb)

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Die deutschsprachigen Pilger grüßte der Papst mit folgenden Worten:

Ganz herzlich grüße ich die deutschsprachigen Pilger und Besucher, besonders die Gäste, die mit Bischof Gerhard Ludwig Müller aus Regensburg zur Ausstellungseröffnung »Veritas + Vita=Ars« nach Rom gekommen sind, sowie die Verleger und Mitarbeiter am Jugendkatechismus Youcat. Habt keine Angst, euch nach dem hohen Ziel der Heiligkeit auszustrecken. Heilig kann jeder werden, der mit Christus in lebendiger Verbindung bleibt. In all unseren Unzulänglichkeiten wird der Herr uns in seiner Gnade und Liebe formen. In diesem Sinn wünsche ich euch allen einen guten Weg nach Ostern und gesegnete Osterzeit.