Die heroischen Tugenden von Mutter Assunta Marchetti

Dekret über die heroischen Tugenden der Mitbegründer der Scalabrinianerinnen veröffentlicht

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Von Giampiero Valenza

ROM, 4. April 2012 (ZENIT.org). - Das Dekret der heroischen Tugenden von Mutter Assunta Marchetti, Mitgründerin der Kongregation der Missionsschwestern vom hl. Karl Borromäus (Scalabrinianerinnen), wurde von der Kongregation für die Heiligsprechungen mit Genehmigung durch Papst Benedikt XVI. verkündet.

„Ihr wurde der heroische Tugendgrad zugesprochen, weil sie geduldig im alltäglichen Leben alle Schwierigkeiten in hervorragender Weise tugendhaft gemeistert hatte. Sie glaubte dem Wort Gottes und setzte es jeden Tag in die Praxis um", so Schwester Alda Monica Malvessi, Generaloberin der Scalabrinianerinnen.

Im Dekret der Kongregation für die Heiligsprechungen wird ein Satz von Mutter Assunta Marchetti zitiert, der an die Missionsschwestern des hl. Karl Borromäus gerichtet war: „Gott bedient sich der ungeeignetsten Instrumente, der bedeutungslosesten für seine Werke. All mein Vertrauen habe ich in sein Herz gelegt.“ Es sei hier, so das Dekret, wo „das Zentrum des Zeugnisses einer Frau liege, die streng und sanft, voll menschlicher Ausgewogenheit und vor allem voller Demut und Nächstenliebe war.“

Die Dienerin Gottes Mutter Assunta Marchetti (geboren 1871 in Lombrici di Camaiore), hat sich im Rahmen ihrer Arbeit in Brasilien vor allem für die Kranken, Waisen und Armen eingesetzt. Sie war auf Vorschlag ihres Bruders, des Scalabrini-Missionars Vater Joseph, dorthin gegangen, weil er Hilfe für die Waisen brauchte.

Mutter Assunta Marchetti wurde zur Generaloberen ernannt. Später ging sie in den Süden Brasiliens in die Gemeinden von Nova Brescia und Vicenza im Bundesstaat Sao Paulo, um ihre missionarische Arbeit zu verrichten.

Im Dekret wird erklärt: „An allen diesen Orte versah sie ständig mit vollkommener Hingabe den Dienst an den bedürftigsten Brüdern und Schwestern. Ihr unermüdlicher Fleiß war in einer tiefen inneren Achtung vor dem Leben verwurzelt. Ihr Leben war geprägt von einer eifrigen Suche nach dem Willen Gottes und vom heroischen Üben der Tugenden.

Selbst mitten in Mühen und Krankheiten hat sie nie das Gebet, die eucharistische und marianische Frömmigkeit und die Meditation vernachlässigt, die eine innige Gemeinschaft mit dem Herrn und vertrauensvolle Hingabe an die Vorsehung förderten.

Sich selbst vollständig verleugnend, ging Mutter Assunta in absoluter Einfachheit in der Orientierung auf, all ihr Tun der größeren Ehre Gottes und dem Heil der Brüder zu widmen. Daher sprudelte aus ihrem Herz die Liebe. Mit dieser Liebe übergoss sie in Demut und Güte all diejenigen, denen sie begegnete: Vor allem die Waisen, die Kranken und die notleidenden Familien waren der Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit."

Mutter Assunta Marchetti starb in Sao Paulo, Brasilien, am 1. Juli 1948.