Die Herrlichkeit des Himmels erstrahlt über euch

Abschlussgottesdienst des Sechsten Asiatischen Jugendtags

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 510 klicks

Am heutigen Nachmittag, um 16.30 Ortszeit (9.30 Uhr MESZ), hat Papst Franziskus die lang ersehnte Abschlussmesse des Sechsten Asiatischen Jugendtages mit Jugendlichen aus mehr als 20 verschiedenen asiatischen Ländern am Schloss von Haemi, in der Nähe von Seosan (etwa 150 Kilometer südlich von Seoul), gefeiert.

Der Jugendtag war neben der Seligsprechung von 124 Märtyrern ein Hauptmotiv für die fünftägige Reise des Papstes nach Südkorea. Trotz des regnerischen Wetters waren die Sitzflächen des Burginnenhofes mit insgesamt 6000 Jugendlichen gefüllt. Der Papst hielt vor den Jugendlichen eine eindringliche und bewegende Predigt.

Papst Franziskus sagte zu den Tausenden junger Menschen bezüglich des einen Teils des Mottos des Jugendtages „Die Herrlichkeit des Himmels erstrahlt über euch!“, sie seien das „Erbe eines großen Zeugnisses“, sie seien ein „Bekenntnis zu Christus“. Die Märtyrer haben den Beweis gegeben, dass die Wahrheit Christi alles Dunkle vertreibe und seine Liebe triumphiere. Die Gewissheit des Sieges über den Tod helfe dabei, das Leben im Jetzt zu bewältigen.

Der zweite Teil „Asiatische Jugend! Wach auf!“ erinnere die Jugendlichen an ihre Pflicht, Verantwortung zu übernehmen. Dann analysierte Papst Franziskus jedes einzelne Wort des Aufrufes. Als Söhne und Töchter in und von Asien sei es ihr Recht voll und ganz am Leben ihrer Gesellschaft teilzunehmen. Er bekräftigte sie darin, keine Angst davor zu haben, den Glauben in das gesellschaftliche Leben einfließen zu lassen. Als Asiaten seien sie von einem besonderen ästhetischen Empfinden gesegnet, als Christen könnten sie dies durch das Evangelium vervollkommnen. Ihr Christsein gebe ihnen zudem das Urteilsvermögen, was mit ihrem katholischen Glauben unvereinbar sei und „welche Aspekte der heutigen Kultur sündhaft“ seien.

Bezüglich des Wortes „Jugend“ sagte Papst Franziskus, er wünsche sich, dass ihr Optimismus in christliche Hoffnung verwandelt werde, die Energie in moralische Tugend und der gute Wille in selbstlose Liebe. So werde ihre Jugend ein Geschenk für Jesus und die Welt, so der Papst. Alle seien die Zukunft der Kirche und ein wichtiger Teil ihrer Gegenwart. Er motivierte die Jugendlichen, ihre Jahre der Jugend für den Aufbau einer missionarischen und demütigen Kirche zu verwenden.

Papst Franziskus sagte, oft werde die Versuchung bestehen, die Armen, Fremden und Notleidenden zu verstoßen. Jedoch sei es entscheidend, dem zu widerstehen und wie Christus zu sein, der „auf jede Bitte um seine Hilfe mit Liebe, Barmherzigkeit und Mitleid antwortet.

Dann ging er auf den Aufruf „Wach auf!“ ein, ein Satz, der von der Verantwortung spreche, die ihnen der Herr gebe, so Papst Franziskus. Trotz aller weltlichen Einflüsse müsse man aufpassen, dass nicht das „Empfinden für die Schönheit der Heiligkeit, für die Freude des Evangeliums abstumpft“. Er sagte: „Liebe Jugendliche, „es segne uns Gott, unser Gott!“ (Ps 67,7); bei ihm haben wir „Erbarmen gefunden“ (Röm 11,30). Durch Gottes Liebe bestärkt, geht hinaus in die Welt, damit sie – eure Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn, Landsleute, jeder auf diesem großen Kontinent – „infolge des Erbarmens, das ihr gefunden habt … jetzt auch … Erbarmen finden“ (Röm 11,31). Sein Erbarmen ist es, durch das wir gerettet werden“.

Abschließend sagte Papst Franziskus zu den Jugendlichen Asiens, er wünsche sich sehr, dass sie diesen Weg einschlagen, da er sicher sei, dass ihnen dies viel Freude bereiten werde. Er bat die „Mutter Maria“, Jesus in ihre Mitte zu lassen und allen mit ihrer „mütterlichen Liebe“ zu helfen, „ihn zu anderen zu bringen, ihm treu zu dienen und ihn zu jeder Zeit und an allen Orten in diesem Land und in ganz Asien zu ehren“. Abschließend rief Papst Franziskus den Jugendlichen noch ein herzliches „Wacht auf!“ zu, was die Jugendlichen mit „Papa Francesco“-Zurufen beantworteten.