Die hl. Dreifaltigkeit ist das Antlitz, mit dem Gott sich offenbart hat

Die Worte des Papstes beim heutigen Angelus

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 737 klicks

VATIKANSTADT, 26. Mai 2013 (ZENIT.org) - Nach seiner Rückkehr von der Pastoralvisite der römischen Pfarrei zu den Heiligen Elisabeth und Zacharias zeigte sich der Heilige Vater Franziskus um 12.00 Uhr am Fenster seines Arbeitszimmers im Apostolischen Palast des Vatikans, um mit den auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen und Pilgern den Angelus zu beten.

Zur Einführung in das Mariengebet sprach der Papst die folgenden Worte, die wir in einer eigenen Übersetzung dokumentieren.

[Vor dem Angelus:]

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute Vormittag besuchte ich zum ersten Mal eine Pfarrei der Diözese Roms. Ich danke dem Herrn und bitte euch um euer Gebet für meinen pastoralen Dienst in dieser Kirche, die die Sendung hat, in der universalen Liebe den Vorsitz zu führen.

Heute feiern wir den Dreifaltigkeitssonntag. Das Licht von Ostern und Pfingsten erneuert jedes Jahr in uns die Freude und das Staunen des Glaubens: Wir erkennen an, dass Gott nichts Unbestimmtes und Abstraktes ist, sondern einen Namen hat: „Gott ist die Liebe“. Dabei handelt es sich um keine sentimentale, gefühlsbetonte Liebe, sondern um die Liebe des Vaters, der Ursprung allen Lebens ist, die Liebe des Sohnes, der am Kreuz stirbt und aufersteht, und die Liebe des Geistes, der den Menschen und die Welt erneuert.

Die hl. Dreifaltigkeit ist nicht das Ergebnis menschlicher Überlegungen; sie ist das Antlitz, mit dem Gott sich offenbart hat; nicht von der Höhe eines Lehrstuhles, sondern indem er mit der Menschheit gegangen ist, in der Geschichte des Volkes Israel und vor allem in Jesus von Nazareth. Jesus ist der Sohn, der uns den barmherzigen Vater erkannt ließ, und den Heiligen Geist als sein „Feuer“ auf die Erde gebracht hat.

Am heutigen Tag preisen wir Gott nicht nicht aufgrund eines besonderen Geheimnisses, sondern aufgrund seiner selbst, „aufgrund seiner großen Herrlichkeit“, wie es im liturgischen Hymnus heißt. Wir preisen ihn und danken ihm, weil er die Liebe ist und uns dazu beruft, in die Umarmung seiner Gemeinschaft einzutreten, die ewiges Leben ist.

Vertrauen wir unseren Lobpreis den Händen der Jungfrau Maria an. Sie, das demütigste aller Geschöpfe, ist dank Christus an am Ziel der irdischen Wanderschaft angekommen: Sie befindet sich bereits in der Herrlichkeit der Dreifaltigkeit. Daher leuchtet sie uns als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes und begleitet uns auf unserem Weg.

[Nach dem Angelus:]

Liebe Brüder und Schwestern,

gestern fand in Palermo die Seligsprechung des im Jahre 1993 von der Mafia ermordeten Priesters und Märtyrers Don Giuseppe Puglisi statt. Der Selige war ein herausragender Priester, der sich besonders der Jugendpastoral verschrieben hatte. Durch die Erziehung der jungen Menschen gemäß dem Evangelium bewahrte er sie vor der Welt des Verbrechens. Dieser war er jedoch ein Dorn im Auge, sodass sie ihn umbringen ließ. In Wahrheit hat er jedoch mit dem auferstandenen Christus den Sieg davongetragen. Ich denke an die vielen Schmerzen von Männern, Frauen und auch Kindern, die von vielen Mafia-Organisationen ausgebeutet werden. Sie bekommen eine Arbeit, die sie zu Sklaven macht, durch Prostitution, mit großem sozialem Druck. Hinter dieser Ausbeutung und Sklaverei steckt die Mafia. Beten wir zum Herrn, auf dass er das Herz dieser Menschen verwandle. Das darf nicht geschehen! Sie dürfen uns Brüder nicht zu Sklaven machen! Wir müssen unser Gebet zum Herrn erheben! Bitten wir darum, dass diese Mitglieder der Mafia sich zu Gott bekehren, und preisen wir ihn für das leuchtende Zeugnis des Don Giuseppe Puglisi. Lasst uns seinem Beispiel folgen!

Mit Zuneigung begrüße ich alle anwesenden Pilger, Familien, und Gruppen von Pfarrgemeinden aus Italien, Spanien, Frankreich und vielen anderen Ländern. Mein besonderer Gruß gilt der vor 50 Jahren zugunsten der jungen Menschen ins Leben gerufenen „Associazione Nazionale San Paolo degli Oratori e dei Circoli Giovanili“. Liebe Freunde, mögen euch der hl. Philipp Neri, dessen Gedenktag wir heute feiern, und der selige Giuseppe Puglisi in eurem Einsatz unterstützen. Um die Fürsprache von Maria, Hilfe der Christen, bittend, begrüße ich die hier anwesenden Gruppen von chinesischen Katholiken, die sich zum Gebet für die Kirche Chinas nach Rom begeben haben.

Ich erweise jenen, die sich der Förderung der „Giornata del Sollievo“ (Tag des Trostes) zugunsten der im letzten Abschnitt ihres irdischen Lebens befindlichen Kranken widmen, sowie der italienischen Vereinigung für multiple Sklerose meine geistige Nähe. Danke für euer Engagement! Ich begrüße die „Associazione Nazionale Arma di Cavalleria“ (nationale Vereinigung der Kavallerietruppen) und die Gläubigen aus Fiumicello bei Padua.

Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag!