Die Italienerin Maria Voce ist neue Präsidentin der Fokolar-Bewegung

Eine der engsten Vertrauten Chiara Lubichs

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CASTEL GANDOLFO, 8. Juli 2008 (ZENIT.org).- Am Dienstag wurde Maria Voce zur neuen Präsidentin der Fokolare gewählt. Sie war eine der engsten Vertrauten von Chiara Lubich, der Gründerin der Bewegung, die am 14. März dieses Jahres verstorben war.



Die Generalversammlung der Bewegung, die in Castel Gandolfo (Rom) stattfindet, hat so gut wie einstimmig gewählt. Der neue Ko-Vorsitzende der Fokolare ist Giancarlo Faletti, bis jetzt der Verantwortliche der Bewegung in Romafinora.

Mit dieser Wahl „tritt die Bewegung in eine neue Phase ihrer Geschichte ein, denn es findet eine Ablösung von Chiara und den ersten Fokolarinnen und Fokolaren statt, von denen die Bewegung begründet wurde und die bis heute an ihrer Spitze standen“, heißt es in einer Erklärung, die ZENIT zugegangen ist.

Die neue Präsidentin dankte den Delegierten für das Vertrauen, mit dem sie diesen Übergang begleitet hatten, und bekräftigte, sie sei sich sicher, in ihnen die ersten Mitarbeiter zu finden.

Maria Voce hatte bei mehreren Gelegenheiten erklärt, es gehe nicht darum, dass eine einzelne Person Chiara Lubich ersetze, sondern ein „Körper“ von Personen: der Generalrat, zusammen mit der Präsidentin in Gemeinschaft mit dem Ko-Vorsitzenden, „damit die Einheit des Charismas immer garantiert sei“. Es gehe darum, sich die Worte Jesu neu vor Augen zu halten, mit denen er seine Gegenwart zusichere: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen.“

Maria Voce wurde am 16. Juli 1937 in Ajello Calabro (Italien) geboren. Sie traf die Bewegung im Jahr 1959 und lebt seit 44 Jahren in der Gemeinschaft der Fokolare. Sie arbeitete als Lehrerin, studierte Theologie und Kirchenrecht, wobei in den letzten Jahren ihre Hauptaufgabe darin bestand, die Anerkennung des Allgemeinen Statuses der Bewegung voranzutreiben.

Voce ist auch eine der Verantwortlichen von „Gemeinschaft und Recht“, einem internationalen Netzwerk für Juristen, das im Umfeld des Fokolar entstanden ist. Darüber hinaus ist sie Mitglied der Schule „Abba“, einem Zentrum für interdisziplinäre Studien.

Sie spielte auch eine wichtige Rolle im Bereich des ökumenischen und interreligiösen Dialogs. Von 1978 bis 1988 lebte sie in der Türkei und unterhielt enge Beziehungen mit dem orthodoxen Patriarchat in Konstantinopel, wie auch mit dem heutigen Patriarchen Bartholomäus I. und mit Hirten und Führern der anderen christlichen Konfessionen und der muslimischen Welt.

Giancarlo Faletti wurde am 14. September 1940 in Asti geboren. Mit 19 Jahren faszinierte ihn das Ideal der Einheit und Geschwisterlichkeit der Fokolare, und mit 25 reifte in ihm die Entscheidung, sich Gott in der Fokolar-Bewegung zu weihen. Nachdem er eine kaufmännische Ausbildung absolviert hatte, übernahm er schließlich eine Führungsposition in einem Bankinstitut. Nach Abschluss des Theologiestudiums wurde er im Jahr 1997 zum Priester geweiht und war verantwortlich für die Bewegung in Ligurien, Latium und Rom.

Aus der ersten Abstimmung der Generalversammlung bestehend aus 496 stimmberechtigten Delegierten aus allen fünf Kontinenten war am vergangenen Samstag die Notwendigkeit eines Moments der Reflexion und Vertiefung der Gemeinschaft hervorgegangen. Im ersten Wahlgang an diesem Montagmorgen wurde Maria Voce dann fast einstimmig gewählt, und auch der Ko-Vorsitzende erhielt im ersten Wahlgang mehr als die in der Satzung geforderte Zweidrittelmehrheit. In den kommenden Tagen wird nun die Wahl des Generalrats abgehalten.