Die Jungfrau Maria, „Stern der Neuevangelisierung“: Botschaft von Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone zum Marianischen Pastoralkongress in Mexiko

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ROM/MEXIKOSTADT, 2. Oktober 2006 ( ZENIT.org ).- Im Namen Papst Benedikts XVI. hat Kardinal-Staatsekretär Tarcisio Bertone den Teilnehmern des amerikanischen Kongresses über Marianische Pastoral eine Botschaft zukommen lassen, die am heutigen Montag vom Heiligen Stuhl veröffentlicht wurde. In ihr wird Maria, die Mutter Jesu, als der „Stern der Neuevangelisierung“ bezeichnet. Die kontinentweite Begegnung wurde von 27. September bis 1. Oktober in Mexiko-Stadt abgehalten.



In seinem Schreiben präzisiert Kardinal Bertone, dass die Zielsetzung des Kongresses darin bestehe, „die Marienverehrung in den Ländern Lateinamerikas und der Karibik zu fördern“. Sie solle zu einem tieferen Bewusstsein dessen führen, „was es bedeutet, authentische Jünger Christi und Zeugen seines Evangeliums zu sein“.

Die Länder Lateinamerikas seien reich an herausragenden Marienheiligtümern, die von zahlreichen Wallfahrern aufgesucht würden. Sie alle begäben sich auf eine Pilgerreise, um ihre Zuneigung zu Maria zu bekunden, „in den Notlagen des Lebens ihre Hilfe und ihren Rat zu erbitten oder in den persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Wechselfällen des Lebens den Schutz Mariens stärker zu erfahren“. Kardinal Bertone zieht daraus die Erkenntnis, dass die Jungfrau Maria mit Sicherheit „sehr tief im Herzen dieser Völker“ verwurzelt sei, was Zeichen für einen „tiefen religiösen Sinn“ sei, „dem die Kirche eine besondere pastorale Aufmerksamkeit zukommen lassen muss“.

Mit der Marienfrömmigkeit verbinde sich „die Kunst, mit der Maria all ihre Kinder zu Jesus geführt hat“, was sie bis in die heutige Zeit hinein tue; auf dieselbe Weise, „wie sie sie bei der Hochzeit von Kana den mutlosen Dienern, die zu ihr Zuflucht nahmen, den Rat gab: ‚Was er euch sagt, das tut’ (Joh 2,5)“. In diesen Worten erkennt Kardinal-Staatssekretär Bertone so etwas wie eine „Pädagogik des Glaubens an Christus, die von tiefer Liebe zu Jesus sowie von inniger Kenntnis seiner Person und der menschlichen Natur erfüllt ist“. Zugleich zeuge sie von der ganz besonderen Sendung, die die Mutter Jesu im göttlichen Heilsplan erhalten habe.

„Weil die allerseligste Jungfrau ‚geglaubt’ hat (vgl. Lk 1,45) und den Spuren ihres Sohnes und der im Entstehen begriffenen Kirche mit vollkommener Hingabe und in ergebener Treue folgte, ist sie ‚Stern der Neuevangelisierung’ genannt worden: aufgrund ihrer Fähigkeit, diejenigen anzuziehen, ihnen Orientierung zu geben und Mut zuzusprechen, die Jesus kennen wollen und bereit sind, bei der Aufgabe, das Reich Gottes wachsen zu lassen, seine treuen Jünger zu sein.“