Die katholischen Laien und ihre Verantwortung für die Zukunft Lateinamerikas

„Den Weg ebnen für das Evangelium im öffentlichen und im sozialen Zusammenleben“

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APARECIDA, 31. Mai 2007 (ZENIT.org).- Ohne Gott ist es nach Professor Guzmán Carriquiry nicht möglich, effizient zum Wohl des Menschen und der Völker beizutragen. Eine Gesellschaftsordnung ohne Gott wende sich gegen den Menschen.



Mit diesen Worten fasste der Untersekretär des Päpstlichen Rates für die Laien die Ansprache von Papst Benedikt XVI. bei der V. Generalversammlung der Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik in Aparecida (Brasilien) über die christliche Sicht der Wirklichkeit zusammen.

In einem ausführlichen Gespräch mit ZENIT führte der aus Uruguay stammende Professor und erste Laie, der zum Untersekretär eines Dikasteriums ernannt wurde, einige Punkte aus, die im Rampenlicht der Tagung der lateinamerikanischen Bischöfe gestanden sind, die heute zu Ende geht.

Eine Schlüsselrolle kommt nach dem Experten, der vom Heiligen Vater als Sachverständiger zur Teilnahme an der bedeutenden bischöflichen Versammlung entsandt wurde, der Vorrangstellung des Glaubens in der Deutung der Wirklichkeit und somit auch in der Politik zu: „Gott ist der, der am realsten ist... Daher ist es ein schwerwiegender Fehler, ihn auszuklammern oder zu ignorieren, wenn man die Wirklichkeit analysiert. Denn wenn Gott fehlt, dann ist es nicht möglich, den sozialen und politischen Problemen in angemessener Weise zu begegnen.“

Aus ebendiesem Grund hob Carriquiry eine weitere Kernfrage der Bischöfe hervor: Den Mangel der „Gegenwart der Laien in der Politik, im öffentlichen Leben, in den Universitäten, der Kultur, den Kommunikationsmittels und der Wirtschaft – damit sie Architekten der Gesellschaft sein können, wie es im Dokument der Vollversammlung von Puebla (Mexiko) hieß“.

Wie Carriquiry hervorb, fehlt es „an kohärenten und kompetenten Laien, die tüchtig, mutig, realistisch und gleichzeitig prophetisch sind und den Weg ebnen für das Evangelium im öffentlichen und im sozialen Zusammenleben unseres Volkes“.

Die Zusammenkunft in Aparecida wolle dazu beitragen, dieses Vakuum zu füllen, erklärte Professor Carriquiry. „Wir brauchen daher gewaltige Veränderungen in den Bereichen der Leitung und Verantwortung in Lateinamerika. Wir müssen Generationen katholischer Laien begleiten, nähren, formen und fördern, damit sie dort zugegen sind, wo es um den Aufbau eines neuen Lateinamerikas geht.“