Die Kernaussage der Botschaft Gottes ist Barmherzigkeit

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 381 klicks

Neben Konzelebrant Kardinal Jorge Liberato Urosa Savino, Erzbischof von Caracas, nahmen an der heutigen Messe Mitarbeiter des Gouvernements teil.

Die Predigt von Papst Franziskus basierte auf der Lesung nach Mt 9,9-13, in der die Pharisäer Jesus kritisieren, er esse gemeinsam mit Sündern. Sie selbst seien jedoch weitaus größere Sünder, so der Pontifex, da sie nur dem Geld zugetan seien und ihre Heimat verrieten, indem sie beim Volk die Steuern für die Römer eintrieben. Jesus schaue auf Matthäus mit Barmherzigkeit:

„Und dieser auf der Bank sitzende Mann fühlt etwas Neues, als Jesus ihn anschaut. Etwas, das er nicht kannte. Er empfindet eine innere Überraschung und hört die Einladung Jesu: ‚Folge mir! Folge mir!‘ In diesem Moment ist er voller Freude. Jedoch zweifelt er auch, denn er ist dem Geld zugetan. Es braucht nur einen kurzen Moment, in dem der Herr Matthäus anschaut, während dieser noch mit den Händen das Geld fasst und ‚Ja!‘ sagt, alles verlässt und mit Jesus geht. Dies ist der Moment der empfangenen und angenommenen Barmherzigkeit: ‚Ja, ich komme mit dir!‘. Diese tiefe spirituelle Erfahrung vollzieht sich im ersten Moment der Begegnung.“

Der zweite Moment der Begegnung sei das Fest mit den Sündern, bei dem sie die Barmherzigkeit Gottes feierten, die das Leben verändere, so Papst Franziskus. Das Evangelium verkünde, dass nach diesen beiden ersten Momenten, dem der Begegnung und dem des Festes, die Umsetzung im Alltag zu folgen habe:

„Diese Umsetzung muss mit der Erinnerung an die erste Begegnung und an das Fest erfolgen. Und hier handelt es sich nicht um einen Moment, sondern um eine Zeitspanne: Bis an das Ende des Lebens. Die Erinnerung an Jesus, der mein Leben verändert hat! Der barmherzig gewesen ist! Der gut zu mir gewesen ist und mir gesagt hat: ‚Lade deine mit Sünden behafteten Freunde ein, denn wir feiern ein Fest!‘ Diese Erinnerung gibt Matthäus und allen anderen die Kraft, weiterzugehen. ‚Der Herr hat mein Leben verändert! Ich bin dem Herrn begegnet!‘. Es ist so, als ob man auf die Glut der Erinnerung hauche, nicht wahr? Um das Feuer zu erhalten.“

In den Gleichnissen des Evangeliums werde über die Ablehnung der Einladung zum Fest von vielen Gästen gesprochen. Und so mache sich Jesus auf den Weg, um die Armen und Kranken zu suchen, um mit ihnen zu feiern.

„Und indem Jesus sich so verhält und mit den Sünder feiert, lässt er ihnen Gnade zukommen. ‚Ich will Barmherzigkeit und keine Opfer. Ich bin nicht gekommen, um die Gerechten zu rufen, sondern die Sünder‘. Er ist für uns Sünder gekommen. Lassen wir uns von der Barmherzigkeit Jesu anschauen. Feiern wir und behalten wir die Erinnerung an diese Rettung!“