Die Kirche befreie sich von dem Krebsgeschwür der Weltlichkeit

Der zweite Termin des Papstes in Assisi

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 502 klicks

Am heutigen Tag führte der zweite Termin Papst Franziskus in die Kirche von San Damiano. An diesem Ort hörte der heilige Franziskus, während er vor dem Kruzifix betete, die Stimme Gottes, er solle „sein Haus instand setzen“. Dieses Erlebnis zeichnete Franziskus tief. Das Kruzifix von San Damiano hat die Augen geöffnet und ist von großem Leiden gezeichnet; esstammt von um 1100.

Anschließend führte das Programm Papst Franziskus zum Bischofssitz, wo er einige von der Caritas begleitete Arme traf. Wie schon am Morgen im Seraphischen Institut sprach der Pontifex auch hier frei. Er legte den vorbereiteten Text beiseite und sagte, in den Zeitungen seien in den vergangen Tagen viele Hypothesen gemacht worden, wie viel er zu diesem Anlass sagen werde. „Dies ist ein guter Anlass, um die Kirche dazu einzuladen, sich zu entäußern. Aber wir alle sind die Kirche! Alle! Vom ersten Getauften, wir alle sind die Kirche. Und wir alle müssen auf dem Weg Jesu gehen, der einen Weg der Entäußerung gegangen ist. Er ist ein Diener geworden; er wollte gedemütigt werden, bis zum Kreuz. Und wenn wir Christen sein wollen, gibt es keinen anderen Weg. Viele sagen: ‚Können wir kein menschlicheres Christentum machen?‘: Ohne Kreuz, ohne Jesus, ohne Entäußerung. Und so werden wir zu Christen der Konditorei, wie schöne Torten, wie viele schöne süße Dinge… Schön, aber keine wirklichen Christen. Einige werden sagen: ‚Wessen soll die Kirche sich denn entäußern?‘ Sie muss sich einer schlimmer Gefahr entäußern, die jede Person in der Kirche bedroht: die Gefahr der Weltlichkeit. Der Christ kann nicht mit dem Geist der Welt zusammenleben. Die Weltlichkeit, die zur Eitelkeit führt, zur Anmaßung, zum Stolz. Und das ist ein Götzenbild, das ist nicht Gott. Dies ist ein Götzenbild! Und die Götzenanbetung ist die schwerste Sünde!“

Er führte fort: „Wenn in den Medien von der Kirche gesprochen wird, denken viele, die Kirche sind die Priester, die Nonnen, die Bischöfe, die Kardinäle und der Papst. Aber wir alle sind die Kirche, wie ich bereits sagte. Und wir alle müssen uns dieser Weltlichkeit entäußern, des dem Geist der Barmherzigkeit entgegengesetzten Geistes; der dem Geist Jesu entgegengesetzte Geist. Die Weltlichkeit tut uns nicht gut. Es ist sehr traurig, einem verweltlichten Christen zu begegnen, mit dieser Sicherheit, die diese ihm gibt. Man kann nicht auf beiden Seiten arbeiten. Die Kirche, aber auch wir, müssen uns der Weltlichkeit entäußern, die Eitelkeit und falschen Stolz mit sich bringt; die Götzenanbetung. … Jesus selbst hat gesagt: ‚Man kann nicht zwei Herren dienen. Entweder dienst du Gott oder dem Geld.‘ Im Geld ist aller weltlicher Geist, nicht wahr? Geld, Eitelkeit, Stolz: dieserStraße Weg. Es ist traurig mit einer Hand das zu auszuradieren, was wir mit der anderen schreiben. Das Evangelium ist das Evangelium! Gott ist einzigartig! Und Jesus hat sich für uns zu einem Diener gemacht, und der weltliche Geist hat hiermit nichts zu tun. Und heute, mit euch, sind viele von dieser wilden Welt die keine Arbeit gibt, die nicht hilft entkleidet worden; es hat keine Bedeutung, wenn es Kinder gibt, die vor Hunger sterben; es hat keine Bedeutung, ob es viele Familien gibt, die nichts zu essen haben, die nicht die Würde bekommen, Brot nach Hause zu bringen; es hat keine Bedeutung, dass viele Menschen aus der Sklaverei fliehen müssen, dem Hunger entfliehen müssen, und Freiheit suchen, und mit großem Schmerz sehen wir, dass sie den Tod finden, wie in Lampedusa. Diese Dinge macht der weltliche Geist. Es ist lächerlich, dass ein Christ, ein wirklicher Christ, ein Priester, eine Nonne, ein Bischof, ein Kardinal, ein Papst auf dem Weg der Weltlichkeit gehen will, das ist ein selbstmörderische Vorhaben. Die spirituelle Weltlichkeit tötet! Tötet die Seele! Tötet die Menschen! Tötet die Kirche!“

Abschließend sagte er: „Als sich Franziskus hier entkleidet hat, war er ein junger Mann; er hatte keine Kraft: Es war die Kraft Gottes, die ihn dazu gebracht hat. Die Kraft Gottes, die uns darin erinnern will, was Jesus über den Geist der Welt gesagt hat, daran, worum er den Vater gebeten hat, dass der Vater uns davor bewahre, vor dem Geist der Welt. Heute, hier, bitten wir um die Gnade für alle Christen. Dass der Herr uns allen den Mut gebe, uns zu entäußeren, …, uns des Geistes der Welt zuentäußern, der die Lepra, das Krebsgeschwür unser heutigen Gesellschaft ist! Er ist das Krebsgeschwür der Offenbarung Gottes! Der Geist der Welt ist der Feind Christi! Ich bitte den Herrn, dass er uns allen diese Gnade gebe. Danke!“