Die Kirche begibt sich nicht auf rückwärtsgewandten Kurs

Erzbischof Marx fordert: Piusbruderschaft muss sich zum II. Vatikanischen Konzil bekennen

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MÜNCHEN, 2. Februar 2009 (ZENIT.org).- Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, ist Befürchtungen entgegengetreten, dass sich die katholische Kirche auf einen rückwärtsgewandten Kurs begebe. „Wir wollen weiter mutig in die Zukunft gehen, damit die Menschen unserer Zeit ihren katholischen Glauben als befreiend und ermutigend erfahren“, erklärte Marx heute in München.

Die katholische Kirche komme aus einer großen Geschichte. „Tradition ist aber keine Restauration, sondern Glaubenserfahrung und Glaubenswissen, die für die Gegenwart fruchtbar gemacht werden“, sagte der Erzbischof. Unumstößliche Grundlage sei das, was im Zweiten Vatikanischen Konzil und durch die nachfolgenden Päpste angestoßen und vorangetrieben worden sei. „Dazu gehören die Achtung der letztlich christlich begründeten Menschenrechte, der wertschätzende Dialog mit dem Judentum und die Bereitschaft, mit anderen Religionen ins Gespräch zu kommen“, so Marx.

Mit Blick auf die Diskussion um die Pius-Bruderschaft betonte Marx, dass es bis jetzt noch keine kirchliche Gemeinschaft mit dieser Gruppierung gebe. Er verwies darauf, dass die Bischöfe und Priester der Bruderschaft ihr Amt in der katholischen Kirche nicht ausüben dürften. Voraussetzung einer vollen Kirchengemeinschaft sei die Klärung strittiger Fragen.

„Ich erwarte eine scharfe Distanzierung von jeglichem Antisemitismus und ein eindeutiges Bekenntnis zum Zweiten Vatikanischen Konzil, zu Glaubens- und Gewissensfreiheit“, verlangte der Münchner Erzbischof. „Wer den Holocaust leugnet, hat keinen Platz in der katholischen Kirche. Die Piusbruderschaft wird sich eindeutig erklären müssen, wie sie zu fundamentalen Überzeugungen der katholischen Kirche steht“, stellte Marx klar.

„Der Papst ist ihr sehr weit entgegen gekommen. Jetzt ist die Piusbruderschaft daran, sich zur Lehre der katholischen Kirche zu bekennen.“