Die Kirche besiegt den Individualismus, indem sie zur Solidarität erzieht

Benedikt XVI. im Heiligtum „de finibus terrae“ von Santa Maria di Leuca

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ROM, 17. Juni 2008 (ZENIT.org).- Die Kirche sollte den Individualismus besiegen, indem sie zur Solidarität und zum Teilen erzieht, bekräftigte Benedikt XVI. zu Beginn seiner zehnten Apostolischen Reise in Italien, die ihn am 14. und 15. Juni nach Apulien führte.



Der Papst formulierte seinen Vorschlag während der heiligen Messe, die er am Samstagnachmittag im Marienheiligtum „de finibus terris“ in Santa Maria di Leuca feierte. Über 20.000 Gläubige füllten den Platz vor der Kirche, wo der Altar für die Eucharistiefeier aufgebaut worden war.

In seiner Predigt ging der Papst auf die soziale Rolle der Kirche ein. In einer Gesellschaft, die dazu tendiere, immer mehr den Individualismus zu fördern, besteht für Benedikt XVI. der erste Dienst der Kirche in der Erziehung zum sozialen Sinn, zur Aufmerksamkeit gegenüber dem Nächsten, zur Solidarität und zum Miteinander-Teilen. Die Kirche zeige, dass sie fähig sei, auch in sozialer Hinsicht einen positiven Einfluss auszuüben, da sie eine erneuerte Menschheit und offene und konstruktive menschliche Beziehungen in den Mittelpunkt stelle.

„Das Gute siegt“, rief der Papst den Gläubigen zu, „auch wenn es manchmal den Anschein hat, dass es dem Machtmissbrauch und falscher Schlauheit erliegt“. Das Gute wirke in der Stille weiter und bringe Früchte hervor, die von Dauer sind.

Die christlich-soziale Erneuerung, die der Heilige Vater beschrieb, fußt nach seinen Worten auf Gewissensbildung, moralischer Erziehung und Gebet. Das Gebet schenke die Kraft zum Glauben und zum Kampf für das Gute. So finde man sich selbst dann noch in der Lage, für das Gute einzutreten, wenn man rein menschlich betrachtet versucht sei, sich zurückzuziehen und mutlos zu werden.

Im Anschluss an die heilige Messe wurde der Bischof von Rom „am Ende der Welt“ von einem Feuerwerk willkommen geheißen, ehe er nach Brindisi, der zweiten Etappe seiner Apostolischen Reise, aufbrach.