Die Kirche bewahrt die Ehe

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 383 klicks

Ein Christ solle immer so fröhlich sein, als ginge er zur Hochzeit. So die Worte von Papst Franziskus in der heutigen Messe in Santa Marta. Er fügte hinzu, man solle der Versuchung wiederstehen, das Evangelium beiseitezulegen, und betonte, das Sakrament der Ehe sei ein Bild für die Verbindung Christi mit der Kirche.

Wenn es einen Bräutigam gebe, könne man nicht traurig sein, sagte Papst Franziskus. Er bezog sich dabei auf die heutige Lesung nach Lk 5,33-39, in der Christus zu den Schriftgelehrten spricht. Er wies darauf hin, dass der Herr oft die Figur des Bräutigams gebrauche. Jesus verdeutliche uns die Beziehung zwischen ihm und der Kirche, indem er sie mit einer Eheschließung vergleiche. Dies sei der Hauptgrund, warum die Kirche das Sakrament der Ehe schütze und es das „große Sakrament“ nenne. Der Pontifex führte aus, welche die beiden hauptsächlichen Verhaltensweisen seien, mit denen der Christ diese Eheschließung leben solle. In erster Linie mit Freude, denn es sei ein großes Fest.

„Der Christ ist grundsätzlich fröhlich gestimmt. Aus diesem Grund muss ich immer am Ende des Evangeliums, wenn sie den Wein bringen, an die Hochzeit von Kanaan denken: deswegen hat Jesus das Wunder vollbracht; wenn es keinen Wein mehr gibt, gibt es kein Fest mehr. Stellen wir uns vor, diese Hochzeit wäre damit geendet, Tee zu trinken oder Saft: es hätte nicht funktioniert… Es ist ein Fest, und die Madonna bittet um ein Wunder, und so ist das christliche Leben. Das christliche Leben hat dieses fröhliche Verhalten, es ist im Herzen fröhlich.“

Es gebe natürlich auch Momente „des Kreuzes“, Momente des Schmerzes, aber gleichzeitig sei immer dieser Friede der Freude anwesend, denn man lebe das christliche Leben wie ein Fest, wie die Hochzeit Jesu mit der Kirche. Er erinnerte daran, wie einige Märtyrer zu ihrem Martyrium gingen, als seien sie auf dem Weg zur Hochzeit. Selbst in diesem Moment sei ihr Herz fröhlich gewesen. Die Kirche vereinige sich mit dem Herrn „wie eine Braut mit ihrem Bräutigam, und am Ende der Welt steht das abschließende Fest.“  Die zweite Einestellung eines Christen neben der Freude finde man in der Parabel der Hochzeit des Königssohnes. Alle seien zur Hochzeit eingeladen, die Guten wie die Bösen. Aber als das Fest beginne, schaue der König danach, wer nicht das Hochzeitsgewand trage.

„Gott erwartet von uns eine Sache, um zum Fest zugelassen zu werden: die Ganzheit. Der Bräutigam ist der wichtigste, der Bräutigam erfüllt alles. Und das führt uns zur ersten Lesung zurück, die die Ganzheit Jesu so stark unterstreicht, dem Erstgeborenen. In ihm wurde alles geschaffen, durch ihn wurden sie geschaffen und in Ausrichtung auf ihn wurden sie geschaffen. Er ist das Zentrum, er ist alles!“

Er führte weiter aus, Jesus sei auch das Oberhaupt der Kirche. Gott habe ihm die Gesamtheit, die Ganzheit, gegeben, weil in ihm alle miteinander versöhnt seien. Wenn demnach die erste Einstellung eines Christen das Fest sei, so sei die zweite Einstellung, Jesus als einzigen anzuerkennen. Der Herr erwarte von uns nur eins: ihn als einzigen Bräutigam anzuerkennen. Er sei immer treu und erwarte von uns Treue. Der Herr sage uns, dass wir nicht zwei Herren dienen können; entweder man diene Gott, oder man diene der Welt.

„Das ist ddie zweite Einstellung eines Christen, Jesus als ‚Alles‘ anzuerkennen, als Zentrum, als Ganzheit. Aber wir werden immer die Versuchung haben, das Evangelium, diesen neuen Wein, in alte Verhaltensmuster fallen zu lassen. Das ist die Sünde, wir alle sündigen. Alte Schläuche können keinen neuen Wein beinhalten. Das ist das Neue des Evangeliums. Jesus ist der Bräutigam, der Bräutigam, der die Kirche ehelicht, der Bräutigam, der die Kirche liebt, der sein Leben für die Kirche gibt. Jesus erwartet von uns die Freude an der Hochzeit, die Freude daran, ein Christ zu sein. Und er will von uns die Ganzheit: Er ist alles. Und wenn wir etwas haben oder machen, das nicht mit ihm zu tun hat, sollen wir es bereuen, um Gnade bitten und weitermachen. Möge uns allen der Herr die Gnade erteilen, immer diese Freude zu verspüren, so als wenn wir zur Hochzeit gingen. Und dass wir das Vertrauen darin haben mögen, dass der einzige Bräutigam der Herr ist.“