"Die Kirche hofft auf Anerkennung ihres europäischen Bürgerrechtes"

Erzbischof Jean Louis Tauran, "Außenminister" Johannes Pauls II.

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ROM, 14. Mai 2002 (ZENIT.org).- Die Kirche fühlt sich in Europa "zuhause", und hofft daher auf die Anerkennung "ihres europäischen Bürgerrechtes", so der "Außenminister" des Heiligen Vaters.



Dies sagte Erzbischof Jean Louis Tauran auf dem Kongress über die "Zukunft des neuen Europa", das von der Bewegung "Comunione e Liberazione" organisiert wurde.

Sie fallen mit dem Arbeitsbeginn der Europäischen Konvention zusammen, jenem Forum zur politischen und zivilen Teilnahme, an dem sogar die Kandidatenstaaten für den EU-Beitritt teilnehmen können, um die Zukunft des Kontinentes zu bestimmen.

"Es war Papst Nikolaus V., der in der Moderne zum ersten Mal von Europa gesprochen hat, und zwar 1454, im Jahre des Untergangs von Konstantinopel. Damals war der Begriff seit vielen Jahrhunderten unüblich geworden".

Dieselbe Idee eines vereinten Europas, fragte er: "War es nicht Dante Alighieri, der schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts von einem vereinten Europa stammelte?", fügte Tauran hinzu.

"Die Kirche fühlt sich daher in Europa zuhause und hat die großen Institutionen geformt, auf denen der alte Kontinent gründet. Europas Grundlage ist das Kreuz, das Buch und der Pflug, wie Paul VI. zu sagen pflegte".

"Auch heute ist das christliche Erbe etwas aktives und kulturschaffendes", daher ist es nur folgerichtig, dass "Die Kirchen auf eine Anerkennung ihrer juridischen Strukturen hoffen, um sie vor allem vor politischer Willkür zu bewahren".

Auch der italienische Vizepremierminister Gianfranco Fini gab sein Stelldichein. Er sagte, der Kontinent "braucht einen Seelenzuschlag". Die Verfassung dürfe nicht nur eine allgemeine Anspielung auf geistige Werte enthalten (wie in der EU-Grundrechtscharta), sondern müsse viel mehr "konkret an die religiösen und christlichen Werte" erinnern.