Die Kirche in Kasachstan stärkt ihre asiatische Identität

Aufnahme in den Zusammenschluss der Bischofskonferenzen Asiens (FABC)

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BANGKOK, 24. April 2008 (ZENIT.org) – Die Bischöfe von Kasachstan sind von nun an ein Teil des Zusammenschlusses der Bischofskonferenzen Asiens (FABC). Diese Entscheidung antwortet auf ein diesbezügliches Ansuchen seitens der Hirten. Im Rahmen eines Treffens in Bangkok (Thailand) vom 15. bis zum 20. April bestätigte das Zentralkomitee der FABC den Beitritt offiziell.



Kasachstan ist die größte der ehemaligen sowjetischen Provinzen Zentralasiens. Im Osten grenzt das Land mit rund 15 Millionen Einwohner an China und im Norden an Russland. Die 250.000 Katholiken stellen eine kleine Minderheit dar. 60 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Muslime, 30 Prozent orthodoxe Christen.

Neben der Erzdiözese Astana gibt es zwei weitere Diözesen – Karaganda und Almaty – sowie die apostolische Administration Atyrau.

Die kirchliche Präsenz in Kasachstan geht bis ins zweite Jahrhundert zurück. Die ersten Christen waren römische Soldaten, die nach einer verlorenen Schlacht gegen die Perser als Gefangene in diese Gegenden verschleppt worden waren. Im vierten Jahrhundert wurde ein Bischofssitz eingerichtet, und Anfang des fünften Jahrhunderts kam es zur Gründung eines melkitisches Klosters.

In den 1930er- und 1940er-Jahren während des stalinistischen Regimes wurden Katholiken zusammen mit den übrigen Christen des Landes massenweise in die zentralasiatischen Arbeitslager gebracht, auch nach Kasachstan. Viele von ihnen blieben nach ihrer Freilassung dort, um beim Aufbau der Ortskirche zu helfen.

Im Jahr 1991 – nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion – wurden unter Papst Johannes Paul II. die kirchlichen Strukturen im Land neu geordnet: Es wurde die apostolische Administration Kasachstan errichtet, die 1999 eine Neustrukturierung erfuhr. Damals entstanden die Diözese Karaganda sowie die drei apostolischen Administrationen Almaty, Astana und Atyrau.

2003 wurde Astana zur Erzdiözese und Almaty zur Diözese erhoben. Seit 1994 unterhalten Kasachstan und der Heiligen Stuhl diplomatische Beziehungen.

Gegenwärtig umfasst der Zusammenschluss der asiatischen Bischofskonferenzen 15 Bischofskonferenzen und zehn assoziierte Mitglieder (Gebiete mit weniger als drei Diözesen). Weiterführende Informationen zur Kirche in Kasachstan finden Sie unter http://www.catholic-kazakhstan.org.

Übertragung ins Deutsche von Sandra Kladler