"Die Kirche ist niemals Uniformität"

Ansprache des Papstes an die brasilianische Bischofskonferenz

Rio de Janeiro, (ZENIT.org) | 402 klicks

Im erzbischöflichen Palast von Rio de Janeiro hat Papst Franziskus gestern die brasilianische Bischofskonferenz getroffen. Er hielt dabei eine Ansprache, die wir hier in offizieller deutschen Übersetzung dokumentieren. 

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Liebe Mitbrüder,

wie gut und schön ist es, hier mit euch zusammen zu sein, liebe Bischöfe von Brasilien!

Danke, dass ihr gekommen seid; gestattet mir, mit euch wie mit Freunden zu reden. Darum ziehe ich vor, Spanisch zu sprechen, um besser ausdrücken zu können, was mir am Herzen liegt. Ich bitte euch, mir zu verzeihen!

Wir sind ein wenig abseits versammelt, an diesem von unserem Mitbruder Erzbischof Orani vorbereiteten Ort, um allein zu bleiben und von Herz zu Herz sprechen zu können, als Hirten, denen Gott seine Herde anvertraut hat. Auf den Straßen Rios erwarten uns Jugendliche aus aller Welt und unzählige andere Menschen, die es nötig haben, dem barmherzigen Blick Christi, des Guten Hirten, zu begegnen, und wir sind berufen, diesen zu vergegenwärtigen. Genießen wir also diesen Moment der Ruhe, des Miteinanders und der echten Brüderlichkeit.

Angefangen mit dem Präsidium der Bischofskonferenz und dem Erzbischof von Rio de Janeiro, möchte ich alle und jeden in die Arme schließen, besonders die emeritierten Bischöfe.

Anstelle einer formellen Rede möchte ich vielmehr einige Gedanken mit euch teilen.

Der erste kam mir erneut beim Besuch des Wallfahrtsortes Aparecida in den Sinn. Dort, zu Füßen der Statue der Unbefleckten Empfängnis, habe ich für euch gebetet, für eure Kirchen, für eure Priester und Ordensleute, für eure Seminaristen, für die Laien und ihre Familien und in besonderer Weise für die Jugendlichen und die alten Menschen; beide sind die Hoffnung eines Volkes: die Jugendlichen, weil sie die Kraft, die Wunschträume, die Zukunftshoffnung einbringen; die alten Menschen, weil sie das Gedächtnis, die Weisheit eines Volkes sind.[1]

1. Aparecida: Schlüssel zum Verständnis der Sendung der Kirche

In Aparecida hat Gott Brasilien seine eigene Mutter geschenkt. Aber in Aparecida hat Gott auch eine Lehre über sich selber erteilt, über sein Sein und Handeln. Eine Lehre über die Demut, die als ein wesentliches Merkmal zu Gott gehört und die in der DNA Gottes verankert ist. Es gibt etwas Immerwährendes, das man in Aparecida über Gott und über die Kirche lernen kann; eine Lehre, die weder die Kirche in Brasilien, noch Brasilien selbst vergessen dürfen.

Am Anfang des Geschehens von Aparecida steht die Suche der armen Fischer. Viel Hunger und wenig Ressourcen. Das Volk braucht immer Brot. Die Menschen gehen immer von ihren Bedürfnissen aus, auch heute.

Sie haben ein brüchiges, ungeeignetes Boot; sie haben schlechte, vielleicht auch beschädigte, unzureichende Netze.

Zuerst ist da die Mühe, vielleicht die Müdigkeit aufgrund des Fischens, und doch ist das Ergebnis dürftig: Ein Scheitern, ein Misserfolg. Trotz der Anstrengungen sind die Netze leer.

Und dann, wann Gott will, ist er selbst in seinem Geheimnis plötzlich da. Die Wasser sind tief, und doch bergen sie immer die Möglichkeit Gottes in sich; und er ist überraschend angekommen, möglicherweise als man nicht mehr auf ihn wartete. Die Geduld derer, die auf ihn warten, wird stets auf die Probe gestellt. Und Gott ist auf neue Weise gekommen, denn Gott ist Überraschung: ein Bild aus zerbrechlichem Ton, eingedunkelt von den Wassern des Flusses, gealtert auch durch die Zeit. Gott tritt immer im Gewand der Spärlichkeit herein.

Da ist also das Bild der Unbefleckten Empfängnis. Zuerst der Leib, dann der Kopf und dann das Wieder-Zusammenfügen von Leib und Kopf: Einheit. Was auseinandergebrochen war, wird wieder eins. Das koloniale Brasilien war geteilt durch die schändliche Mauer der Sklaverei. Die Muttergottes von Aparecida zeigt sich mit dem schwarzen Gesicht, zuerst geteilt, dann geeint in den Händen der Fischer.

Hierin liegt eine Lehre, die Gott uns erteilen will. Seine in der ohne Erbsünde empfangenen Mutter widergespiegelte Schönheit taucht aus der Dunkelheit des Flusses auf. In Aparecida  schenkt Gott von Anfang an eine Botschaft der Wiederzusammensetzung dessen, was zerbrochen ist, der Festigung dessen, was auseinandergefallen ist. Mauern, Abgründe und Entfernungen, die es auch heute gibt, sind zum Verschwinden verurteilt. Die Kirche darf diese Lektion nicht vernachlässigen: Werkzeug der Versöhnung zu sein.

Die Fischer schätzen das Geheimnis, das ihnen im Fluss begegnet ist, nicht gering, auch wenn es ein Geheimnis ist, das unvollständig erscheint. Sie werfen seine Bruchstücke nicht weg. Sie warten auf die Fülle. Und diese zögert ihr Eintreffen nicht hinaus. Darin liegt eine Weisheit, die wir erlernen müssen. Es gibt Teile eines Geheimnisses, gleichsam Stücke eines Mosaiks, denen wir überall begegnen. Dann wollen wir viel zu eilig das Ganze sehen, Gott aber zeigt sich nur ganz allmählich. Auch die Kirche muss dieses Abwarten lernen.

Dann bringen die Fischer das Geheimnis nach Hause. Die einfachen Leute haben immer Platz, um dem Geheimnis Raum zu geben. Wir haben vielleicht unser Sprechen über das Geheimnis auf eine rationale Erklärung verkürzt; bei den Leuten hingegen kehrt das Geheimnis über das Herz ein. Im Haus der Armen findet Gott immer einen Platz.

Die Fischer „agasalham“: Sie bekleiden die geheimnisvolle, beim Fischfang gefundene Jungfrau, als friere sie und habe es nötig, gewärmt zu werden. Gott bittet, dass wir ihm an unserem wärmsten Ort Unterschlupf gewähren: im Herzen. Danach ist er es, der die Wärme ausströmt, deren wir bedürfen, doch zuvor kommt er mit der List des Bettlers herein. Die Fischer umhüllen jenes Geheimnis der Jungfrau mit dem ärmlichen Mantel ihres Glaubens. Sie rufen die Nachbarn, die gefundene Schönheit zu betrachten; sie versammeln sich um sie; sie erzählen in ihrer Gegenwart von ihren Mühen und Leiden und vertrauen ihr ihre Angelegenheiten an. Auf diese Weise erlauben sie, dass die Absichten Gottes sich verwirklichen können: eine Gnade, dann die andere; eine Gnade, die einer weiteren die Tür öffnet; eine Gnade die eine andere vorbereitet. Gott entfaltet stufenweise die geheimnisvolle Demut seiner Kraft.

Es gibt viel zu lernen aus diesem Verhalten der Fischer. Eine Kirche, die dem Geheimnis Gottes Raum gibt; eine Kirche, die dieses Geheimnis in sich selbst beherbergt, so dass es die Leute entzücken und sie anziehen kann. Allein die Schönheit Gottes kann eine Anziehungskraft ausüben. Der Weg Gottes ist der Zauber, der fasziniert. Gott lässt sich nach Hause tragen. Er erweckt im Menschen den Wunsch, ihn in seinem Leben, in seinem Haus, in seinem Herzen zu bewahren. Er erweckt in uns den Wunsch, die Nachbarn zu rufen, um seine Schönheit bekannt zu machen. Die Mission geht genau aus dieser göttlichen Faszination hervor, aus diesem Staunen der Begegnung. Wir sprechen von Mission, von einer missionarischen Kirche. Ich denke an die Fischer, die ihre Nachbarn rufen, um das Geheimnis der Jungfrau zu betrachten. Ohne die Einfachheit ihres Verhaltens ist unsere Mission zum Scheitern verurteilt.

Die Kirche hat es immer dringend nötig, die Lektion von Aparecida nicht zu verlernen; sie darf sie nicht vergessen. Die Netze der Kirche sind brüchig, vielleicht sind sie geflickt; das Boot der Kirche hat nicht die Kraft der großen Überseeschiffe, die die Ozeane überqueren. Und doch will Gott sich gerade durch unsere Mittel, durch unsere ärmlichen Mittel zeigen, denn immer ist er der Handelnde.

Liebe Mitbrüder, das Ergebnis der pastoralen Arbeit stützt sich nicht auf den Reichtum der Mittel, sondern auf die Kreativität der Liebe. Sicher sind auch Zähigkeit, Mühe, Arbeit, Planung, Organisation nützlich, allem voran aber muss man wissen, dass die Kraft der Kirche nicht in ihr selbst liegt, sondern sich in den tiefen Wassern Gottes verbirgt, in die ihre Netze auszuwerfen sie berufen ist.

Eine andere Lektion muss die Kirche immer in Erinnerung behalten: Sie darf sich nicht von der Einfachheit entfernen, andernfalls verlernt sie die Sprache des Mysteriums und bleibt außerhalb der Tür zum Mysterium und kann offensichtlich nicht Zugang zu denen gewinnen, die von der Kirche das verlangen, was sie sich selber nicht geben können, nämlich Gott. Manchmal verlieren wir diejenigen, die uns nicht verstehen, weil wir die Einfachheit verlernt haben, da wir von außerhalb auch eine Rationalität einführen, die unseren Leuten fremd ist. Ohne die Grammatik der Einfachheit beraubt sich die Kirche der Bedingungen, die es ermöglichen, Gott in den tiefen Wassern seines Mysteriums zu „fischen“.

Ein letzter Gedanke: Aparecida ist an einem Ort der Wegkreuzung erschienen. Die Straße, die Rio, die Hauptstadt, mit São Paulo, der damals aufstrebenden Provinz, und Minas Gerais, den von den europäischen Höfen sehr begehrten Bergwerken verband: ein Kreuzungspunkt des kolonialen Brasilien. Gott erscheint an den Wegkreuzungen. Die Kirche in Brasilien darf diese in sie von Anfang an eingeschriebene Berufung nicht vergessen: fähig zu sein zur Systole und zur Diastole, zum Einsammeln und zum Verbreiten.

2. Die Wertschätzung für den Weg der Kirche in Brasilien

Die Bischöfe von Rom haben Brasilien und seine Kirche immer in ihrem Herzen getragen. Ein wunderbarer Weg ist zurückgelegt worden. Von den 12 Diözesen während des Ersten Vatikanischen Konzils zu den augenblicklich 275 kirchlichen Verwaltungsbezirken. Nicht die Expansion eines Apparates oder eines Unternehmens wurde eingeleitet, sondern vielmehr die Dynamik der „fünf Brote und zwei Fische“ aus dem Evangelium, die durch den Kontakt mit der Güte des himmlischen Vaters in schwieligen Händen fruchtbar wurden.

Heute möchte Euch Hirten meine Anerkennung aussprechen für die Arbeit in euren Kirchen unter Einsatz aller Kräfte. Ich denke an die Bischöfe in den Wäldern, flussaufwärts und flussabwärts, in den Halbwüsten, im Pantanal, in der Pampa, im Großstadt-Dschungel der Megalopolen. Liebt eure Herde immer mit ganzer Hingabe! Aber ich denke auch an viele Namen und viele Gesichter, die unauslöschliche Spuren auf dem Weg der Kirche in Brasilien hinterlassen haben, indem sie die Güte des Herrn gegenüber dieser Kirche greifbar werden ließen.[2]

Die Bischöfe von Rom sind niemals fern gewesen; sie haben sich gekümmert, haben ermutigt, begleitet. In den letzten Jahrzehnten hat der selige Johannes XXIII. die brasilianischen Bischöfe mit Nachdruck aufgefordert, ihren ersten Pastoralplan aufzustellen, und aus diesem Anfang ist eine wahre pastorale Tradition in Brasilien hervorgegangen, die bewirkt hat, dass die Kirche nicht ein abdriftendes Überseeschiff ist, sondern immer einen „Kompass“ hat. Der Diener Gottes Paul VI. hat nicht nur zur Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils in Treue, aber auch mit ganz eigenen Zügen ermutigt (vgl. Vollversammlung des CELAM in Medellin), sondern auch das Selbstbewusstsein der Kirche in Brasilien entscheidend beeinflusst durch die Synode über die Evangelisierung und jenen grundlegenden ReferenztextEvangelii nuntiandi, der immer aktuell bleibt. Der selige Johannes Paul II. hat Brasilien drei Mal besucht, es von „cabo a rabo“ – von Nord bis Süd – durchstreift und dabei mit Nachdruck auf die pastorale Aufgabe der Kirche, auf Gemeinschaft und Teilhabe, auf die Vorbereitung auf das Große Jubiläum und auf die neue Evangelisierung hingewiesen. Benedikt XVI. hat Aparecida gewählt, um die V. Generalversammlung des CELAM durchzuführen, und das hat eine bedeutende Spur in der Kirche des ganzen Kontinents hinterlassen.

Die Kirche in Brasilien hat das Zweite Vatikanische Konzil in authentischer Weise aufgenommen und angewendet, und der zurückgelegte Weg hat, auch wenn gewisse Kinderkrankheiten überwunden werden mussten, zu einer allmählich immer reiferen, offeneren, großherzigeren und missionarischeren Kirche geführt.

Heute befinden wir uns in einer neuen Epoche. Wie das Dokument von Aparecida gut ausgedrückt hat, handelt es sich nicht um eine Zeit des Wechsels, sondern um einen Wechsel der Zeit. So müssen wir uns heute immer dringend fragen: Was verlangt Gott von uns? Ich möchte versuchen, einige richtungweisende Antworten auf diese Frage zu geben.

3. Das Bild von Emmaus als Schlüssel zum Verständnis von Gegenwart und Zukunft

Vor allem darf man nicht der Angst nachgeben, von der der selige John Henry Newman sprach: „Die christliche Welt wird schrittweise unfruchtbar und erschöpft sich wie ein gründlich ausgelaugter Boden, der zu Sand wird.“ [3] Man darf sich nicht der Ernüchterung, der Entmutigung, dem Gejammer überlassen. Wir haben viel gearbeitet, und manchmal, wenn wir auf die schauen, die uns verlassen oder die uns nicht mehr für glaubwürdig, für relevant halten, scheint es uns, als seien wir Verlierer, und manchmal haben wir den Eindruck, jemand zu sein, der die Bilanz einer bereits verlorenen Zeit ziehen muss.

Lesen wir in diesem Licht noch einmal die Geschichte von Emmaus (vgl. Lk 24,13-35). Die beiden Jünger laufen aus Jerusalem fort. Sie distanzieren sich von der „Nacktheit“ Gottes. Sie sind schockiert über das Scheitern des Messias, auf den sie gehofft hatten und der nun, auch nachdem drei Tage vergangen sind, hoffnungslos besiegt, gedemütigt scheint (V. 17-21) – das schwierige Geheimnis der Leute, die die Kirche verlassen; der Menschen, die sich von anderen Angeboten haben täuschen lassen und dann meinen, die Kirche – ihr Jerusalem – habe mittlerweile nichts Bedeutendes, nichts Wichtiges mehr zu bieten. Und dann ziehen sie allein des Wegs, mit ihrer Enttäuschung. Vielleicht ist die Kirche zu schwach erschienen, vielleicht zu fern von ihren Bedürfnissen, vielleicht zu arm, um auf ihre Beunruhigungen zu antworten, vielleicht zu kalt ihnen gegenüber, vielleicht zu selbstbezogen, vielleicht eine Gefangene ihrer eigenen steifen Ausdrucksweisen, vielleicht scheint es, als habe die Welt die Kirche zu einem Überbleibsel aus der Vergangenheit gemacht, unzureichend für die neuen Fragen; vielleicht hatte die Kirche Antworten für die Kindheit des Menschen, nicht aber für sein Erwachsenenalter.[4] Tatsache ist, dass es heute viele gibt, die wie die Emmaus-Jünger sind; nicht allein die, welche Antworten in den neuen und verbreiteten religiösen Gruppierungen suchen, sondern auch die, welche bereits gottlos scheinen, sowohl in der Theorie als auch in der Praxis.

Was ist zu tun angesichts dieser Situation?

Es braucht eine Kirche, die keine Angst hat, in die Nacht dieser Menschen hinein zu gehen. Es braucht eine Kirche, die fähig ist, ihnen auf ihren Wegen zu begegnen. Es braucht eine Kirche, die sich in ihr Gespräch einzuschalten vermag. Es braucht eine Kirche, die mit jenen Jüngern zu dialogisieren versteht, die aus Jerusalem fortlaufen und ziellos allein mit ihrer Ernüchterung umherziehen, mit der Enttäuschung über ein Christentum, das mittlerweile als steriler, unfruchtbarer Boden angesehen wird, der unfähig ist, Sinn zu zeugen.

Die unnachsichtige Globalisierung und die intensive Verstädterung, die häufig wild wachsen, haben viel verheißen. Viele haben sich in ihre Möglichkeiten verliebt, und es liegt in ihnen etwas wirklich Positives, wie z.B. die Verringerung der Entfernungen, die Annäherung zwischen den Menschen und den Kulturen. Aber andererseits lebten viele unter den negativen Wirkungen dieser Erscheinungen, ohne sich bewusst zu machen, wie diese die eigene Sicht des Menschen und der Welt beeinträchtigen und eine größere Orientierungslosigkeit schaffen sowie ein Vakuum, das sie sich nicht zu erklären vermögen. Einige dieser Wirkungen sind die Verwirrung hinsichtlich des Lebenssinns, die persönliche Desintegration, der Verlust der Erfahrung, zu irgendeinem „Nest“ zu gehören, das Fehlen eines Bezugspunktes oder tiefer Bindungen.

Und da es keinen gibt, der sie begleitet und mit dem eigenen Leben den Weg zeigt, haben viele Menschen Abkürzungen gesucht, weil der „Maßstab“ der Großen Kirche zu hoch erscheint. Es gibt auch Personen, die das von der Kirche empfohlene Ideal des Menschen und des Lebens anerkennen, aber nicht den Mut haben, es sich zu eigen zu machen. Sie meinen, dieses Ideal sei zu groß für sie, es sei außerhalb ihrer Möglichkeiten; das Ziel, das man anstreben muss, sei unerreichbar. Und doch – sie können nicht leben, ohne wenigstens etwas – und sei es auch nur eine Karikatur – von dem zu haben, was zu hoch und zu fern scheint . Mit der Ernüchterung im Herzen begeben sie sich auf die Suche nach etwas, das sie nochmals enttäuscht, oder sie finden sich mit einer teilweisen Zustimmung ab, die ihnen letztendlich eine Erfüllung ihres Lebens nicht zu geben vermag.

Das starke Gefühl der Verlassenheit und der Einsamkeit, des Fehlens einer Zugehörigkeit sogar zu sich selbst, das häufig aus dieser Situation hervorgeht, ist zu schmerzlich, um verschwiegen zu werden. Es braucht ein Ventil, und dann bleibt der Weg der Klage. Doch auch die Klage wird ihrerseits wie ein Bumerang, der zurückkommt und schließlich das Unglück noch vergrößert. Nur wenige sind noch imstande, auf den Schmerz zu hören; man muss ihn wenigstens betäuben.

Vor diesem Hintergrund braucht es eine Kirche, die fähig ist, Gesellschaft zu leisten, über das einfache Zuhören hinauszugehen; eine Kirche, die den Weg begleitet, indem sie sich mit den Menschen auf den Weg macht; eine Kirche, welche die Nacht, die sich in der Flucht aus Jerusalem von so vielen Brüdern und Schwestern verbirgt, zu entziffern vermag; eine Kirche, die sich bewusst wird, inwiefern die Gründe der Menschen, die weggehen, bereits in sich selbst auch die Gründe für eine mögliche Rückkehr enthalten, doch dafür bedarf es einer mutigen Analyse. Jesus setzt die Herzen der Emmaus-Jünger in Brand.

Ich möchte, dass wir heute uns alle fragen: Sind wir noch eine Kirche, die imstande ist, die Herzen zu erwärmen? Eine Kirche, die fähig ist, nach Jerusalem zurückzuführen? Wieder nach Hause zu begleiten? In Jerusalem wohnen unsere Quellen: Schrift, Katechese, Sakramente, Gemeinschaft, Freundschaft des Herrn, Maria und die Apostel… Sind wir noch fähig, von diesen Quellen so zu erzählen, dass wir die Begeisterung für ihre Schönheit wiedererwecken?

Viele sind gegangen, weil ihnen etwas Höheres, etwas Stärkeres, etwas Schnelleres versprochen wurde.

Aber gibt es etwas Höheres als die in Jerusalem geoffenbarte Liebe? Nichts ist höher als die Erniedrigung des Kreuzes, denn dort wird wirklich die Höhe der Liebe erreicht! Sind wir noch imstande, diese Wahrheit denen zu zeigen, die meinen, die wahre Höhe des Lebens sei woanders?

Kennt man etwas Stärkeres als die in der Schwäche der Liebe, des Guten, der Wahrheit, der Schönheit verborgene Macht der Liebe?

Die Suche nach dem immer Schnelleren zieht den Menschen von heute an: schnelles Internet, schnelle Autos, schnelle Flugzeuge, schnelle Beziehungen… Und doch spürt man ein verzweifeltes Bedürfnis nach Ruhe, ich möchte sagen nach Langsamkeit. Versteht die Kirche noch, langsam zu sein: in der Zeit, zuzuhören, in der Geduld, [Wunden] zu vernähen und [Getrenntes] wieder zusammenzufügen? Oder ist mittlerweile auch die Kirche von der Hektik des Leistungsdrucks fortgerissen? Lasst uns, liebe Mitbrüder, die Ruhe zurückgewinnen, um zu verstehen, den Schritt auf die Möglichkeiten der Pilger, auf den Rhythmus ihres Gehens abzustimmen, lasst uns die Fähigkeit zurückgewinnen, immer in der Nähe zu sein, um ihnen zu erlauben, in der Ernüchterung, die in ihren Herzen herrscht, einen Durchschlupf zu öffnen, durch den man eintreten kann. Sie wollen Jerusalem vergessen, in dem ihre Quellen wohnen, doch dann spüren sie schließlich den Durst. Es braucht eine Kirche, die noch fähig ist, den Rückweg nach Jerusalem zu begleiten! Eine Kirche, die imstande ist, das Herrliche und Freudige, das von Jerusalem gesagt wird, wiederentdecken zu lassen; begreifen zu lassen, dass es meine Mutter, unsere Mutter ist und wir nicht Waisen sind! In Jerusalem sind wir geboren. Wo ist unser Jerusalem, wo sind wir geboren? In der Taufe, in der ersten liebenden Begegnung, im Ruf, in der Berufung![5]Es braucht eine Kirche, die wieder das Feuer bringt, um die Herzen in Brand zu setzen.

Es braucht eine Kirche, die noch fähig ist, vielen ihrer Kinder, die wie in einem Exodus umherziehen, ihr Bürgerrecht zurückzugeben.

4. Die Herausforderungen für die Kirche in Brasilien

Im Licht des Gesagten möchte ich einige Herausforderungen für die geliebte Kirche in Brasilien hervorheben.

Die Priorität der Ausbildung: Bischöfe, Priester, Ordensleute, Laien

Liebe Mitbrüder, wenn wir keine Priester ausbilden, die fähig sind, das Herz der Menschen zu erwärmen, mit ihnen durch die Nacht zu gehen, mit ihren falschen Hoffnungen und Enttäuschungen ins Gespräch zu kommen, ihre Desintegrationen in den sozialen Zusammenhalt zurückzuführen, was können wir dann für den gegenwärtigen und den zukünftigen Weg erhoffen? Es ist nicht wahr, dass Gott in ihnen verdunkelt ist. Lernen wir, mehr in die Tiefe zu blicken: Es fehlen diejenigen, die ihnen das Herz erwärmen wie bei den Emmaus-Jüngern (vgl. Lk 24,32).

Darum ist es wichtig, eine qualifizierte Ausbildung zu fördern und zu pflegen, die Menschen heranbildet, die fähig sind, in die Nacht hinabzusteigen, ohne vom Dunkel durchdrungen zu werden und sich zu verlieren; die falsche Hoffnung vieler anzuhören, ohne sich verführen zu lassen; die Enttäuschungen aufzunehmen, ohne zu verzweifeln und in der Bitterkeit zu versinken; die Desintegration anderer zu berühren, ohne sich in der eigenen Identität auflösen zu lassen und die innere Einheit zu verlieren.

Es braucht eine menschliche, kulturelle, affektive, spirituelle und doktrinelle Standfestigkeit.[6] Liebe Mitbrüder im bischöflichen Dienst, man muss den Mut zu einer tiefgreifenden Revision der Einrichtungen für die Ausbildung und die Vorbereitung des Klerus und des Laientums der Kirche in Brasilien haben. Es reicht nicht, der Ausbildung eine vage Priorität zu geben, sei es durch Dokumente oder durch Priesterfortbildungen. Es bedarf der praktischen Weisheit, im lokalen, regionalen und nationalen Bereich dauerhafte Einrichtungen zur Vorbereitung aufzubauen, die das wahre Herz für den Episkopat sind, unter Einsatz aller Kräfte und ohne es an Aufmerksamkeit und Begleitung fehlen zu lassen. Die augenblickliche Situation verlangt eine qualifizierte Ausbildung auf allen Ebenen. Die Bischöfe können diese Aufgabe nicht delegieren. Ihr dürft diese Aufgabe nicht delegieren, sondern müsst sie übernehmen als etwas Grundlegendes für den Weg eurer Kirchen.

Kollegialität und Solidarität der Bischofskonferenz

Für die Kirche in Brasilien genügt nicht ein nationaler Leader, sondern es braucht ein Netzwerk regionaler „Zeugnisse“, die die gleiche Sprache sprechen und so nicht etwa Einstimmigkeit überall, sondern vielmehr die wahre Einheit in der Vielfalt gewährleisten.

Die Gemeinschaft ist ein Tuch, das mit Geduld und Ausdauer zu weben ist und stufenweise die „Fäden zusammenrückt“, um eine immer ausgedehntere und dichtere Abdeckung zu erlauben. Eine Decke aus wenigen Wollfäden wärmt nicht.

Es ist wichtig, sich an Aparecida zu erinnern, an die Methode, die Verschiedenheit aufzunehmen. Nicht so sehr eine Unterschiedlichkeit der Ideen, um ein Dokument zu erstellen, sondern die Vielfalt der Gotteserfahrungen, um eine lebendige Dynamik in Gang zu bringen.

Die Emmaus-Jünger sind nach Jerusalem zurückgekehrt und haben von der Erfahrung erzählt, die sie in der Begegnung mit dem auferstandenen Christus gemacht hatten. Und dort haben sie Kenntnis erhalten von den anderen Erscheinungen des Herrn und von den Erfahrungen ihrer Brüder. Die Bischofskonferenz ist wirklich ein lebenswichtiger Raum, um solchen Austausch von Zeugnissen über die Begegnungen mit dem Auferstandenen im Norden, im Süden, im Westen… zu ermöglichen. Es ist also nützlich, das lokale und regionale Element in zunehmendem Maße zur Geltung zu bringen. Die zentrale Bürokratie reicht nicht aus: Ein Zuwachs an Kollegialität und an Solidarität ist nötig, und das wird ein wahrer Reichtum für alle sein.[7]

Ein Dauerzustand von Mission und Umkehr in der Pastoral

Aparecida hat von einem Dauerzustand der Mission[8] und von der Notwendigkeit einer Umkehr in der Pastoral gesprochen.[9] Das sind zwei wichtige Ergebnisse jener Versammlung für die gesamte Kirche des Gebietes, und der Weg Brasiliens unter diesen beiden Aspekten ist bedeutungsvoll.

In Bezug auf die Mission ist daran zu erinnern, dass die Dringlichkeit sich aus ihrer inneren Motivation ergibt, das heißt es handelt sich darum, ein Erbe weiterzugeben. Und bezüglich der Methode ist es entscheidend, daran zu erinnern, dass eine Erbschaft so etwas ist wie der Zeuge, so etwas wie der Stab im Staffellauf: Man wirft ihn nicht in die Luft, und wer ihn auffangen kann, gut, und wem es nicht gelingt, der bleibt eben ohne. Um das Erbe weiterzugeben, muss man es persönlich aushändigen und denjenigen, dem man dieses Erbe schenken, an den man es weitergeben will, berühren.

In Bezug auf die Umkehr in der Pastoral möchte ich daran erinnern, dass „Pastoral“ nichts anderes ist als die Ausübung der Mutterschaft der Kirche. Sie gebiert, stillt, lässt wachsen, korrigiert, ernährt, führt bei der Hand… Es braucht also eine Kirche, die fähig ist, den Mutterschoß der Barmherzigkeit wiederzuentdecken. Ohne Barmherzigkeit ist es heute kaum möglich, in eine Welt von „Verletzten“ einzudringen, die Verständnis, Vergebung und Liebe brauchen.

In der Mission, auch in der kontinentalen,[10] ist es sehr wichtig, die Familie zu stärken, die eine wesentliche Zelle für die Gesellschaft und für die Kirche bleibt; die Jugendlichen zu stärken, die das zukünftige Gesicht der Kirche darstellen; die Frauen zu stärken, die eine grundlegende Rolle bei der Weitergabe des Glaubens spielen und die in ihrem täglichen Einsatz eine Kraft für die Gesellschaft bilden, die diese voranbringt und erneuert. Schränken wir den Einsatz der Frauen in der Kirche nicht ein, sondern fördern wir ihre aktive Rolle in der kirchlichen Gemeinschaft. Wenn die Kirche die Frauen verliert, in ihrer totalen und realen Dimension, riskiert sie, unfruchtbar zu werden. Aparecida unterstreicht auch die Berufung und die Mission der Männer in der Familie, in der Kirche und in der Gesellschaft – als Familienväter, als Arbeiter und als Bürger[11]. Zieht diese Ausführungen ernsthaft in Betracht!

Die Aufgabe der Kirche in der Gesellschaft

Im Bereich der Gesellschaft gibt es nur eines, was die Kirche mit besonderer Deutlichkeit verlangt: die Freiheit, das Evangelium unverkürzt zu verkünden, auch dann, wenn es sich der Welt entgegenstellt, auch dann, wenn es unkonventionell ist. Sie verteidigt damit den Schatz, für den sie nur Hüterin ist, und die Werte, über die sie nicht verfügt, sondern die sie empfangen hat und denen sie treu sein muss.

Die Kirche macht ihr Recht geltend, dem Menschen in seiner Ganzheit zu dienen , indem sie ihm sagt, was Gott über den Menschen und seine Verwirklichung offenbart hat , und sie möchte jenes immaterielle Erbe vergegenwärtigen, ohne das die Gesellschaft auseinander fällt und die Städte von ihren eigenen Mauern, Abgründen und Barrieren zugrunde gerichtet würden. Die Kirche hat das Recht und die Pflicht, die Flamme der Freiheit und der Einheit des Menschen nicht verlöschen zu lassen.

Bildung, Gesundheit und sozialer Frieden sind die Dringlichkeiten Brasiliens. Die Kirche hat zu diesen Themen ein Wort mitzureden, denn um diesen Herausforderungen in angemessener Weise zu begegnen, reichen rein technische Lösungen nicht aus, sondern es bedarf einer grundlegenden Sicht des Menschen, seiner Freiheit, seines Wertes und seiner Öffnung für das Transzendente. Und ihr, liebe Mitbrüder, fürchtet euch nicht, diesen Beitrag der Kirche zu leisten, der der gesamten Gesellschaft zugute kommt, und dieses „Mensch gewordene“ Wort auch mit dem persönlichen Zeugnis anzubieten.

Amazonien als Nachweis, als Bewährungsprobe für die brasilianische Kirche und Gesellschaft

Es gibt einen letzten Punkt, auf den ich näher eingehen möchte und den ich als bedeutend ansehe für den augenblicklichen wie den zukünftigen Weg nicht nur der Kirche in Brasilien, sondern auch für das gesamte gesellschaftliche Gefüge: Amazonien. Die Kirche ist in Amazonien nicht wie jemand, der die Koffer in der Hand hat, um abzureisen, nachdem er alles ausgebeutet hat, was er konnte. Von Anfang an ist die Kirche in Amazonien mit Missionaren und Ordenskongregationen, Priestern, Laien und Bischöfen zugegen, und immer noch ist sie anwesend und bestimmend für die Zukunft des Gebietes. Ich denke an die Aufnahme, welche die Kirche in Amazonien heute den haitischen Einwanderern nach dem schrecklichen Erdbeben gewährt, das ihr Land verwüstet hat.

Ich möchte alle einladen, über das nachzudenken, was Aparecida über Amazonien gesagt hat,[12] auch über die nachdrückliche Ermahnung zur Achtung und Bewahrung der gesamten Schöpfung, die Gott dem Menschen anvertraut hat, nicht damit er sie ungezügelt ausbeutet, sondern damit er sie zu einem Garten macht. In der pastoralen Herausforderung, die Amazonien darstellt, kann ich nur danken für das, was die Kirche in Brasilien tut: Die 1997 geschaffene Bischofskommission für Amazonien hat bereits reiche Frucht gebracht, und viele Diözesen haben schnell und großherzig auf die Bitte um Solidarität geantwortet, indem sie Laien und Priester als Missionare entsandt haben. Ich danke Bischof Jayme Chemello, dem Pionier dieser Arbeit, und Kardinal Hummes, dem augenblicklichen Präsidenten der Kommission. Doch ich möchte hinzufügen, dass das Werk der Kirche weiter gefördert und lanciert werden muss. Es werden qualifizierte Ausbilder gebraucht, vor allem geistliche Begleiter und Theologie-Professoren, um die auf dem Gebiet der Ausbildung eines einheimischen Klerus erzielten Ergebnisse zu festigen, auch um Priester zu haben, die für die örtlichen Bedingungen geeignet sind, und sozusagen das „amazonische Gesicht“ der Kirche zu stärken. Für dieses Anliegen bitte ich euch, mutig zu sein, parrhesia – Freimut – zu haben! In der Mundart „porteño“ [von Buenos Aires] würde ich euch sagen, corajudos – unerschrocken – zu sein.

Liebe Mitbrüder, ich habe versucht, euch in brüderlicher Weise Überlegungen und Leitlinien für die Arbeit in einer Kirche wie der in Brasilien zu geben, die ein großes Mosaik aus kleinen Steinchen, Bildern, Formen, Problemen und Herausforderungen ist, die aber gerade deshalb einen großen Reichtum in sich birgt. Die Kirche ist niemals Uniformität, sondern umfasst Verschiedenheiten, die in der Einheit miteinander harmonieren, und das gilt für jede kirchliche Wirklichkeit.

Möge die Unbefleckte Jungfrau von Aparecida der Stern sein, der euren Einsatz und euren Weg erleuchtet, um, wie sie es gemacht hat, Christus zu jedem Mann und jeder Frau eures riesigen Kontinents zu bringen. Er selbst wird wie bei den beiden verlorenen und enttäuschten Jüngern von Emmaus die Herzen erwärmen und neue, sichere Hoffnung schenken.

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FUSSNOTEN

[1] Das Dokument von Aparecida hebt hervor, dass die Kinder, die Jugendlichen und die alten Menschen die Zukunft der Völker aufbauen (vgl. Nr. 447).

[2] Ich denke an viele Gestalten wie – um nur einige von ihnen zu nennen – Lorscheider, Mendes de Almeida, Sales, Vital, Camara, Macedo… zusammen mit dem ersten brasilianischen Bischof Pero Fernandes Sardinha (1551/1556), der von kriegerischen  örtlichen Stämmen ermordet wurde.

[3] Letter of 26 January 1833, in: The letters and Diaries of John Henry Newman, Bd. III, Oxford 1979, S. 204.

[4] Im Dokument von Aparecida werden die Grundmotive dieses Phänomens zusammenfassend dargestellt (vgl. Nr. 225).

[5] Vgl. auch die vier vom Aparecida-Dokument angegebenen Punkte (Nr. 226).

[6] Im Dokument von Aparecida wird der Ausbildung des Klerus wie auch der Laien eine große Beachtung geschenkt (vgl. Nrn. 316-325; 212).

[7] Auch zu diesem Aspekt bietet das Dokument von Aparecida wichtige Wegweisungen (vgl. Nrn. 181-183; 189).

[8] Vgl. Nr. 216.

[9] Vgl. Nrn. 365-372.

[10] Die Schlussfolgerungen der Konferenz von Aparecida beharren auf dem Gesicht einer Kirche, die von Natur aus missionarisch ist, die existiert, um kühn und frei auf allen Ebenen das Evangelium zu verkünden.

[11] Vgl. Nrn. 459-463.

[12] Vgl. besonders die Nrn. 83-87 und unter dem Gesichtspunkt einer einheitlichen Pastoral die Nr. 475.

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