Die Kirche muss die Ehe schützen und die Familie stärken

Forum Deutscher Katholiken fordert: Treue zum Papst, Schutz der verlassenen Ehepartner

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ROM, 12. Juni 2012 (ZENIT.org). - Eine Gruppe von 130 Pfarrern und Diakonen des Erzbistums Freiburg hat im Mai 2012 ein Memorandum mit dem dem vergangenen Katholikentag in Mannheim entlehnten Titel „Den notwendigen Aufbruch wagen” unterzeichnet.

Sie erklären, mit dem Thema „Wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­dene“ ein besonders brennendes The­ma des Theologen-Memo­ran­dums her­auszugreifen, das kei­nen Auf­schub mehr dulde. Der Pressesprecher des bischöflichen Ordinariats, Georg Auer, hatte seinerzeit das Theologenmemorandum aus dem Jahr 2011 als Beitrag zur Dialoginitiative der Bischöfe gewürdigt.

Die Unterzeichner des aktuellen Memorandums berufen sich auf Initia­ti­ven, die „schon seit Jahr­zehn­ten die­ses Thema als ein für die Pas­to­ral drän­gen­des Pro­blem“ benen­nen, wie zum Beispiel: die Würz­bur­ger Bischofssyn­ode 1975; die Bischöfe der Ober­rhei­ni­schen Kir­chen­pro­vinz 1993; die KFD (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) direkt nach dem Papst­be­such in Deutsch­land 2011; das Buch des Freiburger Moraltheologen Eber­hard Scho­cken­hoff: „Chan­cen  zur Ver­söh­nung“.

In all die­sen Doku­men­ten und Ver­öf­fent­li­chun­gen seien viel­fäl­tige Gründe benannt, wes­halb man Men­schen, die nach ihrer Schei­dung eine neue Bin­dung ein­ge­hen, eine große Wert­schät­zung ihrer „neu ein­ge­gan­ge­nen Bin­dung und Treue ent­ge­gen­brin­gen müsse“. Man dürfe sie nicht vom Emp­fang der Sakra­mente ausschließen. Wörtlich erklären die Priester und Diakone:

„In unse­ren Gemein­den gehen wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­dene mit unse­rem Ein­ver­ständ­nis zur Kom­mu­nion und emp­fan­gen das Buß­sa­kra­ment und die Kran­ken­sal­bung. Sie sind tätig als Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter im PGR (Pfarrgemeinderat), in der Kate­chese und in ande­ren Diensten.“

Der Vorsitzende des Forums Deutscher Katholiken, Prof. Dr. Hubert Gindert, gab dazu folgende Presseerklärung ab:

„Die Nichtzulassung geschiedener Wiederverheirateter zum Kommunionempfang hat Papst Benedikt XVI. auf dem Weltfamilientreffen in Mailand als „großes Leiden der heutigen Kirche“ bezeichnet. Es schmerzt, wenn Ehepartner, die sich geliebt und frei und überlegt die lebenslange Treue vor Gott versprochen haben, nicht mehr den Weg zueinander finden.

Eine Gruppe von 130 Pfarrern und Diakonen des Erzbistums Freiburg hat ein Memorandum „Den notwendigen Aufbruch wagen“ unterzeichnet. Die Pfarrer wollen geschiedene Wiederverheiratete nicht mehr vom Sakramentenempfang ausschließen. Die Memorandisten erklären: Uns ist bewusst, dass wir damit oft gegen derzeit geltende kirchenrechtliche Vorschriften der römisch-katholischen Kirche handeln“. Sie agieren so gegen den Glauben der Kirche.

Papst Benedikt XVI. hat am 2. Juni in Mailand bekräftigt, dass geschiedene Wiederverheiratete „nicht die Beichte, die Absolution und die Eucharistie empfangen können“.

Wie glaubwürdig sind Priester, die bei der Priesterweihe ihre Treue zur Lehre der Kirche und gegenüber dem Bischof versprochen haben? Wie glaubwürdig sind die Memorandisten gegenüber jenen Ehepartnern, die verlassen wurden und doch an ihrer Ehe festhalten wollen und gegenüber Kindern, die unter der Trennung ihrer Eltern leiden?

Das Kirchenrecht schützt nicht nur die Lehre der Kirche. Es schützt die Schwachen! Das sind die Ehepartner, die gegen ihren Willen geschieden werden, und die Kinder aus diesen Ehen.

Das „Forum Deutscher Katholiken“ fordert die Katholiken auf, sich zur Ehelehre der Kirche zu bekennen und in Treue zum Heiligen Vater zu stehen. 

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken

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