Die Kraft des Gebetes - im Gespräch mit Gott

Jeweils mittwochs soll eine neue Rubrik bei Zenit.de erscheinen, die "Mittwochsgebete"

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 2334 klicks

Gebete erreichen Gottes Herz. Wir dürfen sicher sein, dass es keine überflüssigen, unnützen Gebete gibt; keines geht verloren.“ – Benedikt XVI. –

Das voranstehende Zitat entstammt dem Buch „Zeit für Gott. Die Kraft des Gebetes“ von Benedikt XVI., das im St. Benno-Verlag erschienen ist. Auch im Wirken von Papst Franziskus nimmt das Gebet eine besondere Stellung ein. So war eine seiner ersten Amtshandlungen ein Gebet für seinen Vorgänger Benedikt XVI. An gleicher Stelle bat er das römische Volk, für ihn, den neuen Bischof der Stadt Rom, zu beten. Die Kraft des Gebetes ist über die Jahrtausende ungebrochen; sie stellt eine der fundamentalen Grundlagen in unserer Beziehung zu Gott dar und ist Hoffnungsträger und Danksagung gleichermaßen. Im Gebet kommunizieren wir mit Gott, fühlen uns ihm näher und schöpfen so Kraft und Vertrauen.

Den Anfang der Reihe macht ein Gebet, das Papst Franziskus den Gläubigen nahelegt.

Das Gebet der fünf Finger mit Papst Franziskus – Ein Gebet für alle

Mein Sohn, behalte meine Rede und verwahre meine Worte bei Dir. Behalte meine Gebote, so wirst Du leben, und hüte meine Weisung wie Deinen Augapfel. Binde sie an Deine Finger, schreibe sie auf die Tafel Deines Herzens.“ (Spr 7,1-3)

Wenn man sich die Form der Hand anschaut, kann man sie auf eine neue Art benutzen: die fünf Finger, die die Hand bilden, können fünf Gebetsvorschläge werden. Es handelt sich hierbei um eine Tradition aus dem angelsächsischen Raum. Als Papst Franziskus Bischof von Buenos Aires war, empfahl er sie als einfache Gebetsform, für alle geeignet und die es gestattet, in jeder Situation beten zu können. Das in dem Verlag Ancora auf Italienisch erschienene Gebet soll an dieser Stelle vorgestellt werden.

Das Gebet des Daumens

Der Daumen ist der Finger, der uns am nächsten steht. So ist das erste Gebet für die Menschen, die für uns am wichtigsten sind.

Herr, gib den Menschen, die wir lieben, Verwandten und Freunden, Gesundheit der Seele und des Leibes. Mögen sie dich von ganzem Herzen lieben und dir auf dem Weg der Güte und Barmherzigkeit folgen. Hilf ihnen, deinem Evangelium treu zu sein und immer in deinem Frieden und deiner Freundschaft leben zu können.

Das Gebet des Zeigefingers

Der folgende Finger ist der Zeigefinger. Er hilft, für diejenigen zu beten, die lehren, erziehen und heilen, wie Lehrer, Ärzte und Priester. Sie brauchen unsere Unterstützung und Weisheit, um den anderen den richtigen Weg zeigen zu können.

Herr, begleite diejenigen mit deiner Weisheit, die dazu berufen sind, anderen etwas beizubringen, sie zu begleiten und ihren Körper und ihre Seele zu heilen. Mögen sie das Gute im Licht des Evangeliums voranbringen.

Das Gebet des Mittelfingers

Der Mittelfinger ist der längste Finger und soll an Menschen erinnern, die delegieren, wie Staatsoberhäupter, Parlamentarier, Unternehmer und Führungskräfte. Sie sind für das Schicksal vieler Menschen verantwortlich. Aus diesem Grund sollte für sie gebetet werden.

Herr, erleuchte diejenigen mit Ddeiner Weisheit, die das Schicksal unserer Länder in den Händen halten. Mögen sie die Freiheit und die Gerechtigkeit voranbringen, den Respekt vor dem anderen und den Frieden zwischen den Völkern. Mach, dass ihnen mehr als alles andere das Gute für alle am Herzen liegt.

Das Gebet des Ringfingers

Der Ringfinger ist der schwächste unserer Finger, was jeder Klavierlehrer bestätigen kann. Er soll uns daran erinnern, für die Schwächsten zu beten, sie brauchen unser Gebet Tag und Nacht. Er erinnert aber auch daran für Ehepaare zu beten.

Herr Jesus Christus, du hast unsere Schwäche auf dich genommen und hast uns den geheimnisvollen Wert des Leidens offenbart. Gib deinem Zuspruch all denjenigen, die krank sind, leiden und sich in Schwierigkeiten befinden, denn sie fühlen deine Nähe und deinen Trost, den du versprochen hast.

Das Gebet des kleinen Fingers

Der kleine und letzte Finger unserer Hand soll uns daran erinnern, wie klein wir vor Gott und unserem Nächsten sind. Der kleine Finger erinnert uns überdies daran, für uns selbst zu beten: nachdem für alle anderen gebetet worden ist, können wir nun besser einschätzen, wo unsere Bedürfnisse liegen und sie aus der richtigen Perspektive betrachten.

Nimm und empfange, Herr, meine Freiheit, meine Erinnerung, meinen Intellekt und meinen Willen, alles was ich besitze. Du hast mir alles gegeben. Alles, Herr, gebe ich dir zurück. Alles was ich habe ist dein: Mach daraus, was du für richtig ansiehst. Nur lass mir deine Liebe und deine Gnade zuteil werden, das reicht mir. (Hl. Ignatius von Loyola)