Die Kraft empfangen: Buchvorstellung in Vorbereitung auf den Weltjugendtag in Sydney

Von Catherine Smibert

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SIDNEY, 12. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Pater Ken Barker nimmt in seinem neuen Buch „Ein radikaler Weg der Liebe“ („A Radical Way of Love“), das vorletzte Woche in den Büros der katholischen charismatischen Erneuerung in Sydney (Australien) der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, das Phänomen der Antwort auf die Berufung, Zeugen Christi zu sein, ins Visier.

„Der Geist weht in dieser Zeit wieder auf neue Weise“, erklärte er nach der Vorstellung seines Werkes, die von zahlreichen Mitgliedern des Weltjugendtagsbüros besucht wurde, gegenüber ZENIT.

„In dem Buch“, so Pater Barker, „versuche ich, diese Wirklichkeit zu bezeugen, indem ich von unserer Erfahrung in der kirchlichen Gemeinschaft, der wir angehören, spreche. Diese Wirklichkeit ist die neue Gnade, die im gottgeweihten Leben erscheint und das Ja zum Heiligen Geist, wenn er uns überkommt.“

In seinem Werk spricht der Priester von seiner eigenen Erfahrung der Erkenntnis der Eingebungen des Heiligen Geistes und der Antwort darauf, die zur Gründung eines neuen Ordens im Schoß der Kirche führte, dem Orden der Missionare der Liebe Gottes.

Der Weihbischof für Sydney, Julian Porteous, bestätigte, dass Pater Ken einer der „klugen Verwalter“ sei und aus seinem Lager „Neues und Altes hervorholen“ könne.

„Pater Ken hat ‚neuen Wein‘, der in ‚neue Schläuche‘ gefüllt wird. Diese Schläuche haben sich durch die jahrtausendalte Erfahrung der Kirche bewährt“, fügte er hinzu.

In der Tat sind es die Heiligen der Vergangenheit, wie zum Beispiel Franz von Assisi, auf die der Autor von „Ein radikaler Weg der Liebe“ zu sprechen kommt, um seine Kernaussage der Erkenntnis und der Antwort auf den Heiligen Geist in unserem Leben zu veranschaulichen.

„Wir müssen das Evangelium leben, ehe wir es predigen können“, erläuterte Pater Barker. „Auch wenn uns die Art, wie der heilige Franziskus gelebt hat, heutzutage bizarr erscheinen mag, war es zu seiner Zeit seine Art, das Evangelium Jesu Christi anzugehen und es vollends zu leben und so zu verkünden, dass es der Kirche Leben und Reue bringen würde.“

Der ehemalige Weltpriester bemerkt in seinem Buch, dass die Berufung des heiligen Franziskus: „Gottes Kirche wiederaufzubauen“, dem Aufruf von Papst Paul VI. in „Evangelii Nuntiandi“ und jenem von Papst Johannes Paul II. in „Redemptoris Missio“ entspricht. Und er ist zuversichtlich, dass junge Menschen diese Herausforderung suchen und auch annehmen.

„Jedes Mal, wenn die Kirche eine Krise in ihrem Leben erfährt“, führte der Autor gegenüber ZENIT aus, „weht der Heilige Geist auf eine neue Weise. In der westlichen Welt erleben wir gegenwärtig eine Krise des Säkularismus, Relativismus, Indifferentismus und der Wissenschaftsgläubigkeit – viele ‚Ismen‘, die das Glaubensleben schwächen.“

Es sei „falsch zu meinen, dass die jungen Menschen heute durch Kompromisse und ein verwässertes Evangelium zur Kirche kommen werden“, so der Gründer der Missionare der Liebe Gottes. „Wir müssen die Botschaft klar und wahrhaftig, ohne jeglichen Kompromiss verkünden, und die jungen Menschen werden antworten.“

„Außerdem“, so fügte der Geistliche hinzu und bezog sich dabei auf sein Buch, „wird die Gnade des neuen Pfingstfests, die seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil stetig fließt, durch den Weltjugendtag in Sydney angeregt, damit die jungen Menschen sie mit ganzem Herzen empfangen.“

Bischof Porteous stimmte zu, dass im Licht des Weltjugendtags das Buch „uns in Australien zeigt, wie der Geist unter uns weht, und wie Gott heute in diesem großartigen Land am Werk ist.“

Bei „Ein radikaler Weg der Liebe“ handelt es sich um das zweite Buch von Pater Barker, was – gemäß Bischof Porteous – zusammen mit seinem ersten Buch „Feuer werden" („Becoming Fire“) gesehen werden müsse.

„Beide Bücher gründen auf der Erfahrung der Ausgießung des – oder auch: der Taufe im – Heiligen Geist und der darauf folgenden Wanderung im geistlichen Leben, die sich in einer neuen kirchlichen Gemeinschaft ausdrückt und besonders in einem neuen Ausdruck der gottgeweihten Brüder- und Schwesterlichkeit“, erklärte der Bischof.

„Das ist Pater Kens Wanderung und sein Geschenk an die Kirche“, fuhr er fort. „Und in der Tat wird es auch ein Geschenk sein, das von den Pilgern der Weltjugendtagswanderung erfahren wird.“

[Übersetzung aus dem Englischen von Marta Valle]