Die Legionäre Christi gehen jedem Hinweis auf sexuellen Missbrauch nach

Untersuchung belegt: kein Fall in Deutschland

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DÜSSELDORF, 13. Mai 2012 (ZENIT.org). - Die Ordensgemeinschaft arbeitet eng mit den staatlichen Behörden zusammen und befolgt die gesetzlichen und kirchlichen Vorgaben zum Schutz von Minderjährigen. In diesen Tagen haben die Legionäre Christi zu verschiedenen Anschuldigungen hinsichtlich unmoralischen Handlungen von Priestern im Sinne des Kanonischen Rechts in den betroffenen Ländern Informationen veröffentlicht.

Dabei wurde mitgeteilt, dass in den letzten Jahren und in verschiedenen Ländern – nicht in Deutschland – gegenüber der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi in einigen Fällen Anschuldigungen im Bezug auf moralische Vergehen durch Ordensmitglieder vorgetragen wurden. Die Legionäre Christi gehen jedem einzelnen Hinweis und jeder Anschuldigung nach. Der Schutz möglicher Opfer und die enge Zusammenarbeit mit staatlichen Ermittlungsbehörden stehen dabei an erster Stelle.

Die erforderlichen Ermittlungen führen die zuständigen staatlichen Behörden in den jeweiligen Ländern und vor Ort durch. Entsprechend den Vorgaben des Kanonischen Rechts haben die Legionäre Christi darüber hinaus die dafür im Vatikan zuständige Glaubenskongregation informiert.

Insgesamt wurden in den letzten Jahren sieben Anschuldigungen vorgetragen, die sich auf Ereignisse von vor mehreren Jahrzehnten beziehen. Nur bei einer Anschuldigung von sexuellem Missbrauch Minderjähriger handelt es sich um einen jüngeren Vorfall. Es hat außerdem einige Anschuldigungen gegeben, die sich nach umfassender Prüfung als unbegründet erwiesen.

Bis zum Abschluss der Prüfung der Anschuldigungen und der Ermittlungen durch die staatlichen Behörden bleiben die Beschuldigten in jedem Fall von Ihrer Arbeit als Seelsorger mit Minderjährigen suspendiert.

Die Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi legt größten Wert auf respektvollen, achtsamen und verantwortungsvollen Umgang mit Minderjährigen. Dies ist für die Ordensgemeinschaft auch vor dem Hintergrund ihrer jüngsten Geschichte eine besondere Verpflichtung. Alle Ordensmitglieder und Mitarbeiter werden in die im jeweiligen Land geltenden Jugendschutzgesetze eingewiesen. Angestellte der Kongregation, die aufgrund ihrer Tätigkeit in irgendeiner Weise mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen,  durchlaufen einen  psychologischen  Eignungstest. Ferner wird auf Grundlage der gesetzlichen Regelung (in Deutschland seit 1. Mai 2010) von jedem ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis eingefordert. Die Legionäre Christi haben ferner die offizielle Rahmenordnung der katholischen Kirche zum Schutz von Minderjährigen ratifiziert. Nach den Vorgaben der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) verfügen wir schließlich auch über einen Einsatzplan, um in einem begründeten Verdachtsfall sofort und sachgemäß vorgehen zu können.

Wir über uns – Ein neues Kapitel in unserer Geschichte

Die Legionäre Christi sind eine Priester-Kongregation päpstlichen Rechts. Sie wurde 1941 in Mexiko gegründet und 1948 bzw. 1965 auf diözesaner und weltkirchlicher Ebene anerkannt. Heute zählt die Ordensgemeinschaft über 900 Priester, die in gut 20 Ländern der Welt tätig sind. Etwa 2.500 Aspiranten, Novizen und Ordensleute befinden sich in Ausbildung. Sie unterhält in 22 Ländern 127 Niederlassungen. Die Legionäre Christi widmen sich als missionarischer Orden vor allem der Verkündigung und der Ausbildung. In Deutschland sind die Legionäre Christi seit 1988 tätig und haben heute Niederlassungen in Bad Münstereifel (Noviziat) und Düsseldorf (Territorialdirektion und Kommunität). Sie betreuen Mitglieder des Regnum Christi und begleiten deren Initiativen v.a. in den Bereichen Ehe, Familie und Spiritualität in 12 deutschen Bistümern und sind auch in anderen seelsorglichen Aufgaben tätig (z.B. Schulseelsorge und Pfarrmissionen). Sie arbeiten vorwiegend in Schulen und Universitäten, in Mission und Entwicklungshilfe, im Bereich der Medien und in der Jungend- und Familienpastoral sowie in der Diözesanpriesterausbildung.

Die in der jüngeren Vergangenheit bekannt gewordenen negativen Erkenntnissen aus dem Leben des Gründers der Legionäre Christi werden in enger Absprache mit dem Heiligen Stuhl noch abschließend aufgearbeitet. Anfang September 2009 hat P. Sylvester Heereman LC (Ordensprovinzial bis April 2012, jetzt Generalvikar der Kongregation) in einem auch im Internet veröffentlichten Brief erneut um Verzeihung gebeten und Maßnahmen bekannt gegeben.

Der erste Teil der am 15. Juli 2009 vom Heiligen Stuhl eingesetzten Apostolischen Visitation für die Ordensgemeinschaft ist Ende April 2010 abgeschlossen worden. Die Visitatoren überreichten Papst Benedikt XVI. am 28. April 2010 ihre Berichte. Am 1. Mai 2010 veröffentlichte der Heilige Stuhl in diesem Zusammenhang eine offizielle Erklärung, in der er sowohl das „sehr schwerwiegende und objektiv unmoralische Verhalten von Pater Maciel“ und die Erneuerungsbedürftigkeit der Gemeinschaft hervorhob, als auch den „aufrichtigen Eifer der Mehrheit der Legionäre, der sich auch bei den Besuchen der Häuser der Kongregation und vieler ihrer Einrichtungen zeigte“, unterstrich. In diesem Zusammenhang bestätigte der Heilige Stuhl auch erneut den Kern des authentischen Ordenscharismas der Kongregation. – In einer Sonderausgabe des vierteljährig erscheinenden Informationsmagazins der Ordensgemeinschaft („L“) vom Juli 2010 sind alle Geschehnisse noch einmal zusammenhängend dargelegt worden.

Am 9. Juli 2010 ernannte Papst Benedikt XVI. als seinen Delegaten Kardinal Velasio De Paolis, C.S., für die Legionäre Christi und das Regnum Christi. Dessen Aufgaben und Befugnisse gab der Heilige Stuhl in einer weiteren Erklärung am 21. Juli in allen Einzelheiten bekannt. (Weitere Informationen finden Sie vollständig auf unseren Internetseiten hier.)