Die letzte Katechese Benedikts XVI.

Eine Lehre über die Dankbarkeit und die Anerkennung Gottes

Vatikanstadt, (ZENIT.org) P. Alfonso M. A. Bruno FI | 1357 klicks

Die letzte Katechese Benedikts XVI. als amtierender Papst ist eine Lehre über den Sinn und den Wert der Dankbarkeit. Der Papst erteilte seine lichtvolle Lehre bei kalten Temperaturen, einem klaren Himmel und strahlendem Sonnenschein in Rom. Der Ausgangspunkt für die Dankbarkeit ist die Fähigkeit, aus dem „Gedächtnis“ die Wohltaten Gottes zu erkennen. Dieses Bewusstsein, das zur „Erinnerung“ wird, ist eine Bestätigung für die Gegenwart des Herrn in den menschlichen Belangen durch seine Vorsehung.

Benedikt XVI. wollte in zweierlei Hinsicht an den Beginn seines Amts als Nachfolger Petri am 19. April 2005 denken, an dem ein von wunderbarem Fischfang, aber auch von Gegenwind gekennzeichnetes Abenteuer für Christus seinen Anfang nahm. Die vertrauensvolle Haltung der kindlichen Hingabe des Menschen, auf dass dieser auf seiner irdischen Wanderschaft nicht allein sei, stellte eine Konstante seines im Jahr des Glaubens endenden Pontifikates dar.

Zwar bestand in den Tagesmeldungen manchmal die Tendenz, einen einsamen und von den Männern der Kurie umkämpften Papst zu zeigen, doch die schier unendliche Schar der bewegten und jubelnden Menschen auf dem Petersplatz ist ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, welche Spuren Benedikt XVI. im Herzen des Volkes Gottes hinterlassen hat, das die Gelegenheit zur letzten Umarmung auf dem Platz zwischen den Säulen von Bernini wahrgenommen hat.

„Ich möchte, dass jeder die Freude des Christseins spürt.“ Das waren die beschwörenden Worte von Benedikt XVI. zu Beginn des klassischen Akts der Anbetung und der Darbringung des Volksgebetes.

Trotz „Polemiken und Verrat“ dankte Benedikt XVI. seinen Mitarbeitern in der Kurie, die ein bedeutendes Zeichen dafür seien, dass das Böse nicht allgegenwärtig sei und in den Heiligen Palästen auch die tägliche Arbeit und Pflicht für das Wohl der Leitung der Kirche verrichtet werde.

Benedikt XVI, wollte erneut an das Wohl des mystischen Leibes Christi anknüpfen, gleichsam um seine Geste des Verzichts zu rechtfertigen und zu begründen. Er habe die Wahl „im vollen Bewusstsein um die Schwere und Neuheit getroffen“ und empfinde nun eine „tiefe Heiterkeit des Gemütes“.

Vor dem Hintergrund der Unentschlossenheit und Unbestimmtheit dieser Welt, die möglicherweise von einem Mangel an Bezugspunkten herrühre, fügte der Papst folgende Worte hinzu: „Die Kirche zu lieben bedeutet, den Mut zu haben, schwierige Entscheidungen zu treffen und stets das Wohl der Kirche anstatt des persönlichen in den Vordergrund zu stellen.

Der Dienst der Nachfolge Petri sei ein nicht mehr umkehrbares Nicht-mehr-sich-selbst-Gehören.

Dazu bekannte sich der Papst offen, indem er anklingen ließ, innerhalb des Vatikans zu bleiben und das Werk Gottes nach der vom hl. Benedikt vertretenen Auffassung fortzuführen: In jeder Dimension des Lebens, ob aktiv oder kontemplativ, solle der Mensch Gott, auf den alles zurückzuführen sei, an die oberste Stelle setzen.

Schließlich sprach Benedikt XVI. eine letzte Einladung zum Gebet für die in Kürze zur Wahl gerufenen Kardinäle aus und um das Licht und die Kraft des Heiligen Geistes für seinen Nachfolger.

Benedikt XVI. wird weiterhin nach vorne und in die Zukunft schauen: in die Horizontale und die Vertikale.