Die letzten Worte zum Tode Verurteilter

Radio Maria will weltweit in die Gefängnisse senden

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 434 klicks

Der Mensch im Angesicht des Todes, der zum Tode Verurteile vor der Vollstreckung seiner Todesstrafe, lautet das Thema des Artikels von Daniele Trenca für die italienische Ausgabe von Zenit.

In einem Blog aus Texas werden seit dem Jahr 2011 die letzten Gedanken der zum Tode Verurteilten gesammelt und veröffentlicht. Seit 1976 wurden insgesamt 500 Todesstrafen in Texas ausgeführt. „Ich möchte nur danken, wer mir Mut in diesen Jahren gegeben hat [...]. Das ist keine Niederlage, es ist ein Sieg. Ihr wisst, wohin ich gehe. Ich gehe, um bei Jesus zu sein“, so lauten die letzten Worte von Kimberly McCarthy, einer der hingerichteten Gefangenen.

In dem Onlineportal aus Texas sind neben den Zitaten der letzten Worte, anagraphische Daten, die begangene Tat, das Inhaftierungsdatum und das Hinrichtungsdatum verzeichnet. Häufig haben die letzten Worte der zum Tode Verurteilten einen religiösen Inhalt. Die Haftbedingungen, Konflikte mit Mitgefangenen und die Einsamkeit lassen die Verurteilten über den Sinn des Lebens nachdenken. Sie stellen die Frage, ob es auf dieser Welt wenigstens eine Person gebe, die sie nicht für ihre Tat verurteile, sondern sie um ihrer selbst willen liebe. Sie erleben eine tiefgreifende Bekehrung; ihre letzten Worte sind gekennzeichnet von der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.

Radio Maria hat sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen das Wort Gottes zu vermitteln: „Der Mensch hat Hunger nach dem Wort Gottes“, wie Pater Livio Fanzaga erklärt. Seit einigen Jahren ist Radio Maria, das seit 25 Jahren in Italien sendet und ein treuer Begleiter von Menschen in Not und Schwierigkeiten ist, auch in der Gefängnisseelsorge aktiv. Pater Francisco Palacios, Herausgeber von World Family of Radio Maria, bekräftigt: „Wir liefern jedem Inhaftierten einen Kleinempfänger in Form einer Madonna; es ist eine Möglichkeit, unsere Nähe zu zeigen. Papst Franziskus erinnert uns in seiner ersten Enzyklika „Lumen Fidei“ an die Worte des Paulus, „Der Glaube kommt vom Hören“. Unter diesem Gesichtspunkt ist unsere Arbeit grundlegend. Wir erhalten viele Zeugnisse von bekehrten Gefängnisinsassen, die die Liebe des barmherzigen Gottes erfahren haben, der sie sich nicht für ihre begangenen Taten verurteilt.“

In Italien wurden in fast allen Gefängnissen die Kleinempfänger in Madonnenform ausgeteilt. Geplant ist, das Projekt auch auf andere Nationen auszuweiten, „um die Gefangenen einzubinden und ihnen das Gefühl zu vermitteln, Söhne eines einzigen Gottes zu sein, der die Menschen  rettet“, wie Pater Palacios abschließend feststellt.