Die Liebe Christi steht im Zentrum unseres Lebens

Predigt des Papstes in Sankt Peter

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 545 klicks

Papst Franziskus feierte heute Morgen die Messe nicht in Santa Marta, sondern in einer Kapelle des Petersdoms in unmittelbarer Nähe zu der Grabstätte von Johannes Paul II., gemeinsam mit etwa 100 Priestern und Gläubigen. In seiner Predigt bezog er sich auf den Brief des Apostels Paulus an die Römer (8,31b-39) und das Lukasevangelium (Lk 13,31-35). Der Pontifex ging von der Sicherheit des heiligen Paulus aus, dass niemand ihn von der Liebe Christi trennen könne; die Liebe des Herrn sei das Zentrum seines Lebens.

„Es war wirklich das Zentrum seines Lebens, der Bezug: die Liebe Christi. Und ohne die Liebe Christi, ohne diese Liebe zu leben, ihn wiederzuerkennen, uns von dieser Liebe zu nähren, kann man kein Christ sein: ein Christ, der sich von dem Herrn angeschaut fühlt, mit diesem schönen Blick, vom Herrn geliebt und geliebt bis an das Ende. Er fühlt… ein Christ fühlt, dass sein Leben durch das Blut Christi gerettet worden ist. Und das macht die Liebe: die Beziehung der Liebe.“

Dann gebe es die Darstellung der Traurigkeit Jesu, als er Jerusalem sieht, das seine Liebe nicht verstanden hat, und als es mit der Liebe einer Henne vergleicht, die ihre Küken unter den Flügeln verstecke.

„Es hat die Zärtlichkeit Gottes nicht erkannt, von der Jesus spricht. Die Liebe Gottes nicht verstehen: das Gegenteil von dem, was Paulus fühlte. Ja, Gott liebt mich, Gott liebt uns, aber es ist eine abstrakte Sache, es ist eine Sache, die nicht mein Herz berührt, und ich arrangiere mich im Leben, so wie ich kann. Es gibt dort kein Vertrauen. Und das Weinen Jesu gegenüber Jerusalem ist dies: ‚Jerusalem, du bist nicht treu; du hast dich nicht lieben lassen; und du hast dich vielen Götzenbildern anvertraut, die dir alles versprochen haben und dich dann verlassen haben‘. Das Herz Jesu, das Leiden der Liebe Jesu: eine nicht akzeptierte Liebe, keine angenommene Liebe.“

Papst Franziskus lud dazu ein, über diese beiden Symbole nachzudenken: Paulus, der bis zum Ende der Liebe Christi bis zum Ende vertraue, und zum anderen Jerusalem, das untreue Volk, das seine Liebe nicht annehme.

„Schauen wir uns die Treue von Paulus an und die Untreue Jerusalems, und im Zentrum schauen wir Jesus an, der uns so sehr liebt. Was können wir machen? Die Frage: Ähnle ich mehr Paulus oder Jerusalem? Ist meine Liebe zu Gott so stark wie die von Paulus, oder ist mein Herz wie das Jerusalems? Möge uns der Herr mit Hilfe der Fürsprache des heiligen Johannes Paulus II. dabei helfen, auf diese Frage eine Antwort zu finden. Amen!“