Die Liebe Gottes gilt dem verlorenen Schaf

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 455 klicks

Die Freude Gottes sei es, das verlorene Schaf wiederzufinden. Es handle sich dabei um eine Schwäche für diejenigen, die verloren gegangen seien. So die Worte von Papst Franziskus in der heutigen Predigt in Santa Marta. Der Pontifex ging auf die Parabeln des verlorenen Schafes und die des verlorenen Geldstückes ein. Er erklärte das Verhalten der Schriftgelehrten und Pharisäer, die sich über das, was Jesus tue, empörten. Sie redeten schlecht über ihn, er sei eine Gefahr und beleidige Gott, um den Menschen nahe zu kommen. Dies sei nach den Worten Jesu die „Musik der Scheinheiligkeit“, so Papst Franziskus, und darauf gebe es nur eine Antwort.

„Auf das Gerede antwortet er mit einer fröhlichen Parabel. Vier Mal taucht in diesem kurzen Text das Wort Freude und Heiterkeit vor: drei Mal Freude und einmal Heiterkeit. Als ob er sagen würde: Ihr empört euch, aber mein Vater freut sich. Das ist die Tiefe Botschaft davon: Die Freude Gottes, der ein Gott ist, dem es nicht gefällt zu verlieren, der kein guter Verlierer ist und deswegen, um nicht zu verlieren, geht er aus sich heraus und macht sich auf die Suche. Er ist ein Gott, der sucht: Er sucht alle, die fern von ihm sind. Wie ein Hirte, der das verlorene Schaf sucht.“

Die Arbeit Gottes bestehe darin, sich auf die Suche zu machen, um alle zum Fest einzuladen, „Gute und Böse“.

„Er toleriert es nicht, einen von ihnen zu verlieren. Aber das wird auch das Gebet Jesu sein, am Gründonnerstag: Vater, dass ich niemand von denen verlieren möge, die du mir anvertraut hast. Es handelt sich um einen Gott, der ausgeht, um uns zu suchen, und er hat eine gewisse Schwäche für die, die sich am weitesten entfernt haben, die sich verirrt haben… Er geht und sucht sie. Und wie sucht er? Er sucht bis zum Schluss, wie der Hirte, der in das Dunkel geht, bis er sie findet; oder wie die Frau, die ein Geldstück verliert, das Licht anzündet, das Haus fegt und genau sucht. So sucht Gott. ‚Diesen Sohn verliere ich nicht, er gehört mir! Und ich will ihn nicht verlieren‘. Aber das ist unser Vater: Er sucht uns immer.“

Wenn er dann das Schaf gefunden habe und es wieder zu den anderen zurückbringe, dürfe niemand sagen: Du bist verloren, sondern: Du bist eines von uns, um uns die Würde zurückzugeben, so Papst Franziskus.

„Die Freude Gottes ist nicht der Tod des Sünders, sondern sein Leben. Wie weit waren diese Menschen entfernt, dieses Gerede gegen Jesus, wie weit weg vom Herzen Gottes! Sie kannten ihn nicht. Sie dachten, religiös zu sein, gute Menschen zu sein, immer in Ordnung, auch wohlerzogen und oft so tuend, als ob man es wäre, nicht wahr? Das ist die Scheinheiligkeit des Geredes. Hingegen die Freude des Vaters, Gottes, ist die der Liebe: Er liebt uns. ‚Aber ich bin ein Sünder, ich habe das, und das, und das, getan.‘ — ‚Aber ich liebe dich trotzdem und komme dich suchen, und ich bringe dich nach Hause.‘ Das ist unser Vater. Denken wir nach.“