Die Liebe zu Christus und zur Kirche ist untrennbar

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 316 klicks

In der heutigen Predigt in Santa Marta sprach Papst Franziskus über die drei Säulen der kirchlichen Zugehörigkeit: Demut, Treue und Gebet für die Kirche. In seinen Ausführungen ging er auf den Sinn der Zugehörigkeit zur Kirche ein, die Gefühle für die Kirche und in ihr.

„Ein Christ ist nicht jemand, der getauft wird und dann seines Weges geht. Die erste Frucht der Taufe ist es, der Kirche zuzugehören, dem Volk Gottes. Man kann einen Christen ohne Kirche nicht verstehen. Aus diesem Grund sagte Paul VI., es sei eine absurde Zweiteilung, Christus ohne die Kirche zu lieben; auf Christus zu hören, aber nicht auf die Kirche; mit Christus am Rand der Kirche zu stehen. Das geht nicht. Das ist eine absurde Zweiteilung. Wir empfangen die Botschaft des Evangeliums in der Kirche und werden heilig in der Kirche, unser Weg liegt innerhalb der Kirche. Alles andere ist eine Phantasie.“

Es sei entscheidend, mit der Kirche zu fühlen, zu denken, zu wünschen. Dann ging der Pontifex auf die drei Säulen ein und führte zunächst den Aspekt der Demut aus.

„Ein Mensch, der nicht demütig ist, kann nicht mit der Kirche empfinden; er wird das fühlen, was ihm gefällt. Es ist diese Demut, die man in David erkennt: ‚Wer bin ich, Herr, und was ist mein Haus?‘ Mit dem Bewusstsein, dass der Weg der Erlösung nicht mit mir beginnt und nicht mit mir endet, wenn ich sterbe. Nein, es ist alles eine Geschichte der Erlösung: Ich komme, der Herr nimmt dich, er lässt dich voranschreiten, und dann ruft er dich zu sich, und die Geschichte geht weiter. Die Geschichte der Kirche begann vor uns und wird nach uns weitergehen. Demut: Wir sind ein kleiner Teil eines großen Volkes, das auf dem Weg des Herrn geht.“

Anschließend ging er auf den Aspekt der Treue ein.

„Treue gegenüber der Kirche; Treue gegenüber ihrer Lehre; Treue dem Glaubensbekenntnis gegenüber; Treue gegenüber der Doktrin, diese Doktrin schützen. Demut und Treue. Auch Paul VI. erinnerte uns daran, dass wir die Nachricht des Evangeliums wie ein Geschenk bekommen und wie ein Geschenk weitergeben müssen, aber nicht als etwas, das von uns kommt: Es ist ein erhaltenes Geschenk, das wir weitergeben. Und in diesem Weitergeben müssen wir treu sein. Denn wir haben es bekommen und müssen ein Evangelium weitergeben, das uns nicht gehört, sondern das Jesus gehört, und wir dürfen nicht – wie er sagte – zu Eigentümern des Evangeliums werden, Eigentümer der Doktrin, um diese für unsere Zwecke zu nutzen.“

Abschließend ging Papst Franziskus auf das Gebet für die Kirche ein.

„Wie steht es mit unserem Beten für die Kirche? Beten wir für die Kirche? In der Messe, jeden Tag, aber zu Hause nicht? … Möge uns der Herr helfen, auf diesem Weg zu gehen, um unsere Zugehörigkeit mit der Kirche zu vertiefen und unser Empfinden mit der Kirche.“