Die Madonna del Pozzo in Santa Maria in Via

Das kleine Lourdes von Rom

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Von Britta Dörre

ROM, 30. Januar 2012 (ZENIT.org). - Die am Largo Chigi gelegene Kirche „Santa Maria in Via“ ist bis in die heutige Zeit Anziehungspunkt zahlreicher Pilger und wird deshalb teilweise sogar als das „kleine Lourdes“ bezeichnet.

Wie überliefert ist, hatte sich in der Nacht vom 26. auf den 27. September 1256 ein denkwürdiger Vorfall an dem Ort ereignet, wo sich heute die Kapelle mit der „Madonna del Pozzo“ befindet. Ein Hausangestellter des Kardinals Pietro Capocci hatte, aus welchem Grund ist unbekannt, eine Madonnnendarstellung in den im Stall befindlichen Brunnen geworfen. Das Bild war auf einen Terracottastein gemalt und sank nicht bis auf den Grund des Brunnenbodens, wie man bei der Schwere des Objektes hätte erwarten müssen. Stattdessen schwoll der Wasserpegel des Brunnens so an, dass schliesslich der ganze Stall mit Wasser überflutet war.

Auch die anderen Hausangestellten waren in der Zwischenzeit zu dem Stall geeilt, um die Ursache der Wasserflut auszumachen. Sie sahen das auf dem Wasser wogende Madonnenbild,  konnten  es aber nicht in Sicherheit bringen. Erst dem ebenfalls hinzugeeilten Kardinal gelang es schließlich, das Madonnenbild aus den Fluten zu bergen.

Als der Kardinal Papst Alexander IV. von dieser Begebenheit berichtete, ordnete dieser an, daß eine Kapelle an dem Ort des Brunnens zur Verehrung errichtet werden solle.

Das heutige Aussehen der Kapelle geht auf den Auftrag Mons. Giovanni Battista Canobis zurück. Die Tiefe der Kapelle erklärt sich mit dem Brunnen, der sich dort befindet. Das in der Kapelle aufgestellte Madonnenbild stammt aus der Römischen Schule des 13. Jahrhunderts; es ist in der Vergangenheit bereits mehrfach restauriert worden.

Bis in die heutige Zeit kommen die Gläubigen zahlreich zur Verehrung der „Madonna del Pozzo“, und sie trinken von dem Wasser aus dem Brunnen. Es gibt verschiedene Zeugnisse darüber, das der Genuss dieses Wassers zur Genesung und zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt.

Woher der Name der Kirche „Santa Maria in Via“, die bereits in einer Bulle von Papst Agapitus II. im Jahr 955 Erwähnung stammt, ist unklar. Man vermutet, dass sich Via auf die Nähe der „Via consolare Flaminia“, der heutigen „Via del Corso“ bezieht oder aber „vinea“ (vigna – Weinberg) bedeutet. Nach einer dritten These soll das Hinzufügung des Wortes Via die Kirche von der an der Fontana di Trevi gelegenen Kirche „Santa Maria in Trivio“ unterscheiden.

Seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts (1512/1513) ist die Kirche bis in die heutige Zeit den „Servi di Maria“, einem Mendikantenorden aus der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts, anvertraut.

Weitere Informationen über die „Madonna del Pozzo“ kann man der Publikation entnehmen: La Madonna del Pozzo. Grazie e favori. Testimonianze, a cura di padre Paolo M. Erthler, Avagliano Editore, Roma 2006.