Die Massenmedien im Dienst des interreligiösen Dialogs

Fachtagung „Religion in der Presse“ in Rom

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ROM, 3. Mai 2007 (ZENIT.org).- Die modernen Kommunikationsmittel können einen Ort des interreligiösen Dialogs darstellen. Das betonte Professor Joan-Andreu Rocha Scarpetta, Leiter des Fortbildungskurses „Kirche, Ökumene und Religionen“ an der Päpstlichen Universität Regina Apostolorum, vor wenigen Tagen in Rom.



Sein Vortrag fand im Rahmen einer Tagung unter dem Titel „Religion in der Presse: Der katholische Glaube und andere Religionen in säkularen und religiösen Tageszeitungen“ an der Päpstlichen Universität Gregoriana statt.

„Die Presse wird zum Raum des Dialogs zwischen den verschiedenen Religionen, indem sie den Gläubigen unterschiedlicher religiöser Traditionen die Möglichkeit bietet, einander näher zu kommen, zum Beispiel durch Interviews mit Vertretern der verschiedenen Religionen zu bestimmten sozialen Fragen“, erläuterte Rocha.

Die Presse sei allerdings erst dann ein echter Ort des Dialogs, „wenn sie dazu beiträgt, Stereotypen zu überwinden“, und sich bemühe, die religiöse Wirklichkeit auf verständliche Weise zu vermitteln.

Rocha verwies dabei auf den „Konflikt zwischen der Sprache der Presse und der religiösen Sprache“. Während die journalistische Sprache aufgrund räumlicher und zeitlicher Bedingungen zur Vereinfachung neige, erfordere die Vermittlung des Religiösen „Differenziertheit und lange Abhandlungen“.

Bezüglich des Ziels des interreligiösen Dialog führte der Professor aus, dass es nicht darum gehe, „über die eigene Identität zu verhandeln oder religiösen Pluralismus zu überwinden und eine einzige Religion zu schaffen“, sondern in erster Linie darum, „eine Beziehung aufzubauen, um die Identität des Anderen zu vertiefen und ihn als ‚Anderen‘ auch anzuerkennen – als jemanden, der sich zwar unterscheidet, aber doch ähnlich ist –, um auf diese Weise Jahrhunderte von Vorurteilen und Missverständnissen zu bewältigen“.

Abschließend bekräftigte Rocha, dass echter interreligiöser Dialog in der Presse möglich sei, solange „der Berichterstatter bestrebt ist, Stereotypen zu überwinden und den zahlreichen Faktoren der religiösen Tradition eine Stimme zu verleihen“. Darüber hinaus sei es erforderlich, dass die Angehörigen der verschiedenen Religionen lernten, „über ihre religiöse Identität in einer Sprache zu reden, die der öffentlichen Meinung zugänglich ist“.