Die Medien blasen (probeweise) zum Angriff

Impuls zum 4. Sonntag im Jahreskreis, Darstellung des Herrn

Münster, (ZENIT.org) Msgr. Dr. Peter von Steinitz | 588 klicks

Das Magazin „Der Spiegel“, das montags erscheint und den Bundesbürgern sagt, was sie in dieser Woche zu denken haben, hat schon mal einen möglichen Angriff auf Papst Franziskus vorbereitet. Bisher hat der neue Papst – wie seinerzeit Johannes Paul II. zu Beginn seines Pontifikats – das Wohlwollen der Medien genossen. Aber langsam kommen die Befürworter der so genannten Reformen dahinter, dass es ein Trugschluss gewesen sein könnte, zu meinen, dass dieser Papst die Grundsätze der kirchlichen Lehre relativieren würde.

„Der Papst und der verdammte Sex“ so die Titelstory. Es geht um den Fragebogen aus Rom, in dem die Gläubigen ihre Ansichten bezüglich verschiedener Fragen der kirchlichen Lehre und Praxis aussprechen sollten. Das ist auch teilweise mit großem Ernst geschehen.

Von diesen Fragen hat der Spiegel allerdings nur die „pikanten“ herausgegriffen, also die mit Sex zu tun haben, und zu verstehen gegeben, dass der Heilige Vater große Schwierigkeiten haben wird, wenn er nicht der „demokratischen Mehrheit des Kirchenvolks“ nachgibt, die mit der Lehre der Kirche bezüglich Verhütungsmitteln, vorehelichem Sex, Homosexualität etc. nicht einverstanden sind.

Viele werden sich fragen: wie geht es denn nun weiter?

Im Herbst wird die Bischofssynode diese Fragen besprechen. Nach den Vorstellungen unserer modernen Mehrheits-Propheten muss die Synode dann beschließen, dass nicht mehr Sünde ist, was bisher Sünde war. Die Mehrheit der Gläubigen hält sich nicht an die Lehre der „Humanae vitae“ Pauls VI., also muss man diese Enzyklika einstampfen.

Ähnliches gilt dann für alle anderen Formen eigenwilligen Verhaltens in Sachen Sex, denn alles wird heute gut geheißen und jede Einschränkung durch anders lautende Ansichten oder gar Verbote wird von der Mehrheit abgelehnt.

Allerdings lesen wir in der Hl. Schrift, wie Christus sagt: „Wer euch hört, der hört mich. Wer euch verwirft, der verwirft mich“ (Lk 10,16).

Das sagt er aber nicht zum Volk, sondern zu seinen Aposteln, vor allem Petrus. Die legitimen Nachfolger der Apostel sind die Bischöfe, zusammen mit dem Papst, dem Nachfolger des Petrus.

Also hängt alles an der Person Jesu Christi. Ihm sind die Apostel, sprich Bischöfe Rechenschaft schuldig. Was die Kirche bisher gelehrt hat, ist die Lehre Christi. Demnach wäre zu prüfen, ob die Autorität des Stifters der Kirche bis heute reicht, oder ob man legitimerweise sagen kann: die Situation der Menschen ist heute so anders als zur Zeit Jesu, dass seine Stellvertreter die Gebote ändern können oder sogar müssen.

Da eröffnen sich zwei Fragen:

Erstens: ist die Situation der Menschen heute wirklich anders, weil wir Autos, Flugzeuge, Handys und Computer benutzen? Sind nicht die grundsätzlichen Dinge wie Leben und Tod, Freundschaft und Liebe, Leid und Freude, Treue und Hingabe die gleichen wie zu allen Zeiten?

Und zweitens: Kann die Kirche über den Willen ihres Stifters hinweggehen, der ja nicht nur ein Mensch wie wir ist, sondern außerdem Gott?

Die Menschheit Gottes haben wir im Rahmen der Weihnachtstage ausgiebig und mit Freude betrachtet. Auch der heutige Sonntag, das Fest Darstellung des Herrn (Maria Lichtmess), spricht, gewissermaßen als Nachklang zu Weihnachten, von dem liebenswerten Gotteskind und berichtet, wie Jesus nach der Vorschrift des Mose im Tempel dargebracht wird. Eine sehr anrührende Szene, wie der uralte Prophet Simeon das winzige Kind auf seine Arme nimmt und liebkost.

Dann aber zeigt sich in seinen prophetischen Worten – schon jetzt, ganz zu Beginn des Lebens Jesu auf Erden – dass der Sohn Gottes nicht allgemein akzeptiert wird: „Er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird“ (Lk 2,27). Und es wird ihm widersprochen, damit die Gedanken vieler Menschen offenbar werden (vgl. Lk 2,27).

Wie sie heute offenbar werden, sagt Papst Franziskus in seiner Predigt am 31.1.2014:

„Wenn das Reich Gottes abhanden kommt, wenn das Reich Gottes abnimmt, ist eines der Zeichen dafür, dass man das Gespür für die Sünde verliert“.

Das ist heute das Problem, das man nicht im Spiegel, sondern nur im Glauben sehen kann. Das Reich Gottes darf nicht abhanden kommen, sonst werden wir im Reich des Teufels enden.

Eine verborgene Rolle spielt bei dem ganzen Geschehen die Muttergottes. Auch sie empfängt ein prophetisches Wort: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (Lk 2,28).

In den Worten des Propheten wird erkennbar, dass der offenkundige Widerspruch zwischen den Geboten Gottes und dem Verhalten der Menschen sich nicht durch Verhandlungen oder Kompromisse lösen lässt, sondern nur im Leiden Christi (der alle Schuld der Menschen auf sich nimmt) und im Mitleiden Mariens.

Msgr. Dr. Peter von Steinitz, war bis 1980 als Architekt tätig; 1984 Priesterweihe durch den sel. Johannes Paul II.; 1987-2007 Pfarrer an St. Pantaleon, Köln; seit 2007 Seelsorger in Münster. Er ist Verfasser der katechetischen Romane: „Pantaleon der Arzt“ und „Leo - Allah mahabba“ (auch als Hörbuch erhältlich).