Die Menschen in der digitalen Welt begleiten

Treffen der in den europäischen Bischofskonferenzen für soziale Kommunikationsmittel beauftragten Bischöfe beendet in Barcelona ( 8. -10. November 2013)

Sankt Gallen, (CCEE) | 332 klicks

Neue Kommunikationsmittel charakterisieren immer mehr die Gesellschaft. Auch im europäischen Kontinent sind Facebook, Twitter und andere soziale Netzwerke vor allem unter Jugendlichen zu privilegierten Räumen der Information und zu Gelegenheiten geworden, menschliche Beziehungen zu knüpfen. Sie können die Menschen tief berühren, in dem sie alten und modernen Sprachgebrauch und Methoden in den Mittelpunkt stellen. Hier ergeben sich neue Möglichkeiten und Pflichten, um die Frohe Botschaft des Evangeliums an alle weiterzugeben. Evangelisierung geschieht auch durch künstlerisch ausgedrückte Symbolik und durch die Beziehung zwischen Liturgie und Architektur. Das Kommen von Papst Franziskus hat auch die Wahrnehmung der Kirche seitens der Medien verändert. #Pontifex hat über zehn Millionen followers. Es ist also möglich durch Internet zu evangelisieren? Im Licht des Konzilsdekretes “Inter Mirifica”, dessen Veröffentlichung sich heuer zum 50. Mal jährt, haben sich um die vierzig Bischöfe und Delegierte für soziale Kommunikationsmittel der Bischofskonferenzen in Barcelona über die Herausforderung der Verkündigung Jesu “heute” Gedanken gemacht.

Drei Tage lang (8. - 10. November) haben sich vierzig Teilnehmer – Bischöfe und Delegierte für soziale Kommunikationsmittel der europäischen Bischofskonferenzen – unter dem Thema „Die Seele Europas evangelisieren“ mit der aktuellen Kommunikation der Kirche in Europa auseinander gesetzt. Das von der CCEE-Kommission für soziale Kommunikationsmittel veranstaltete Treffen fand unter der Leitung von Msgr. José Ignacio Munilla Aguirre, Bischof von San Sebastian, auf Einladung des örtlichen Erzbischofs, Kardinal Lluís Martinez Sistach, in Barcelona statt.

Diskussionsthemen der Teilnehmer in Barcelona waren die Herausforderungen, die heute an das missionarische Handeln der Kirche appellieren: die Kommunikation von Papst Franziskus, der Gebrauch der neuen Technologien, die Figur des Architekten Antonio Gaudì, der vor allem durch die innovative sakrale Baukunst der Sagrada Familia der Schönheit Gottes durch die Schönheit der Architektur Ausdruck verliehen hat. Wie Don Michel Remery, stellvertretender Generalsekretär der CCEE, hervorhob, seien vor allem die Christen dazu aufgerufen, gut zu kommunizieren, in dem sie jedes Mittel dafür nutzten und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Schönheit richteten. Unabhängig von ihrem Ziel geschehe jede echte christliche Kommunikation vor allem durch das authentische Zeugnis einer gelebten Christus-Beziehung, wie es sich auf wunderschöne Weise in Papst Franziskus zeige.

Im Verlauf des Treffens wurden die Teilnehmer auch über die Anwendungsweisen der neuen Technologien, die z. B. die Kommunikation in der Erzdiözese Barcelona bedeutend verändert hat, informiert; weiter über ihre Anwendung im Förder- und Informationsprozess der Demonstrationsteilnehmer von ‘Manif pour tous’  — einer soziale Bewegung, die in Frankreich in Folge der Entscheidung der französischen Regierung, das Gesetz über die Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare und deren Adoption von Kindern zu verabschieden, entstanden ist. Auch das von Gustavo Entrala — Entwickler von App für Smartphone und insbesondere von PopeApp — präsentierte Thema über die Anwendung von Smartphone, war Gegenstand der Diskussion. All diese Erfahrungen sind Quellen der Inspiration für die Teilnehmer und zeigen, dass diese Mittel klare Antworten auf die Herausforderungen sein können, die sich heute der Kirche stellen.

Den Basisvortrag hielt Msgr. Claudio Maria Celli, Präsident des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel. Ausgehend vom Konzilsdekret Inter Mirifica, zeigte er die Geschichte des kirchlichen Lehramtes bezüglich des Evangelisierungsauftrags der Kirche anhand der sozialen Kommunikationsmittel auf.

In einer Zeit, die immer mehr gekennzeichnet ist vom raschen Wandel der Kommunikationsformen, die einen neuen Sprachgebrauch ins Spiel bringen, entwickelt die Kirche die Aufmerksamkeit und den Gebrauch der sozialen Kommunikationsmittel, um ihren Evangelisierungsauftrag zu erfüllen. Dieser muss sich vor allem mit den neuen Technologien konfrontieren, die sich aus der Verbreitung des Internet-Zugangs und des Mobilfunks ergeben, wie auch mit moderneren kommunikativen Ausdrucksformen. Die Kirche ist nicht dazu gerufen, das Internet zu evangelisieren, sondern durch das Internet zu evangelisieren. Es geht darum, das Evangelium mit einer moderneren, respektvollen und wirksamen Kommunikationsart zu verkünden. Kommunikation darf nicht nur verbal geschehen, sondern vor allem durch die Liebe, die sich den Menschen dort nähert und sie begleitet, wo sie sich befinden: in diesem Fall im digitalen Kontinent. Facebook und Twitter sind Medien, die durch ihre kapillare Ausbreitung auch Informationen und eine neue Annäherung an die Politik ermöglichen, wie Ludovine de la Rochère, Vorsitzende der “Manif pour tous” in ihrem Erfahrungsbericht über die starke Mobilisierung in Frankreich bezeugte.

„Transmedialität“ hingegen war das Kennwort, das in der Erzdiözese von Barcelona die Meinungsänderung hinsichtlich der Kommunikation ausgelöst hat, wie es von Kardinal Sistach und dem Büroleiter der sozialen Kommunikationsmittel, Diakon Ramon Ollé, dargelegt wurde. Ausgehend von der traditionellen diözesanen Kirchenzeitung haben es die örtlichen Experten verstanden, ein breitgefächertes und der Vertiefung von religiösen Informationen dienendes System so auszuarbeiten, dass es „traditionelle“ Kommunikationsmittel und neue Technologien kombiniert und somit dem Bedürfnis entspricht, den angebotenen Inhalt den verschiedenen Altersgruppen der Nutzer anzupassen.

Msgr. Jose Ignacio Munilla, Leiter der CCEE-Kommission, hat sich auf die Kommunikation von Papst Franziskus in den ersten acht Monaten seines Pontifikates konzentriert: Es handle sich um eine tiefe und einfache Art der Kommunikation, die dem Wesentlichen der christlichen Botschaft entspreche. Wenn Papst Franziskus vom Evangelium spreche, rede er nicht von einem Inhalt, der seinem Leben fremd sei: Er spreche von etwas, an das er glaube. Zugleich hätten viele die Aufmerksamkeit unterstrichen, mit der er sich jeder Person zuwende. Seine Botschaft gelte nicht den Massen, sondern berühre das Herz der einzelnen Menschen. Deshalb gebe das Vorbild von Papst Franziskus Anlass, über die Art der Verkündigung zu reflektieren: beginnt sie bei den Methoden oder vielmehr beim Glauben, den der Vermittler – sei er Bischof oder auch nicht - weitergeben möchte.

In Barcelona wurde den Teilnehmern im Verlauf des Treffens die neue Website des Rates der europäischen Bischofskonferenzen – seit Freitag online unter www.ccee.eu – vorgestellt.

Abschließend haben die Teilnehmer die Bedeutsamkeit unterstrichen, als Bischöfe zusammenzukommen, die im selben Dienst im Bereich der sozialen Kommunikationsmittel tätig sind, um die gegenseitige Unterstützung im Angehen der gemeinsamen Herausforderungen und den Erfahrungsaustausch zu erleichtern.