Die Missionsarbeit der katholischen Kirche in Kuba

Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke: Meinen Glauben verdanke ich auch meinen Großeltern

| 893 klicks

ROM, 29. Februar 2012 (ZENIT.org). – „Meinen Glauben verdanke ich auch meinen Großeltern. In vielen kubanischen Familien sprachen vor allem die Großeltern von Gott, obschon sie große Angst hatten: ‚Wir glauben an Gott und er ist gut, doch wir müssen dies für uns behalten und dürfen es niemandem sagen’, pflegten sie zu sagen. So der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Kuba, Pfarrer Raul Rodriguez, gegenüber dem Fidesdienst. Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass auch die Ausstellung der Madonna von Cobre, der Schutzpatronin des Landes, die vom 8. August 2010 bis 30. Dezember 2011 in vielen Pfarreien des Landes Station machte, im Zeichen des missionarischen Engagements der Kirche stattgefunden habe.

 „Es war ein Segen für das Land“, so Pfarrer Rodriguez, „Kuba liebt seine Schutzpatronin und durch sie kann man die Herzen der Menschen erreichen. Die Initiative stand auch im Zeichen der Zusammenarbeit und des Dialogs mit den kubanischen Behörden. Und heute wollen wir in unserem Alltag davon profitieren und uns weiterhin dem Gebet und der kirchlichen Tätigkeit widmen“.

Das  missionarische Engagement der katholischen Kirche in Kuba beschrieb er weiter: „Bereits 1986 beschloss die katholische Kirche in Kuba anlässlich des Nationalen Kirchentreffens (ENEC), dass sie in der Gesellschaft des Landes Missionskirche sein wollte. Diese Option brachte es mit sich, dass viele christliche Gemeinden die missionarische Dimension des Glaubens in den Mittelpunkt ihre Aktivitäten stellten. Dabei spielten oft Laienmissionare eine tragende Rolle, insbesondere in Dörfern, in denen es keine Kirche oder keinen Priester gibt.“

„Die Päpstlichen Missionswerke in Kuba geben bereits seit 1999 eine Missionszeitschrift heraus, die nach dem Besuch von Papst Johannes Paul II. auf den Weg gebracht wurde“, so Pfarrer Rodriguez weiter. „Derzeit arbeiten die Päpstlichen Missionswerke eng mit dem bischöflichen Missionsausschuss zusammen, was die Vorbereitung auf den Papstbesuch anbelangt.“

Pfarrer Raul Rodriguez wurde selbst 1978 im Alter von 14 Jahren getauft und trat fünf Jahre später in das Priesterseminar ein. „Meine Kindheit und Jugend habe ich in einer gläubigen Familie verbracht, in der oft über Gott gesprochen wurde. Dort lernte ich auch zu beten, doch ich war angesichts der damaligen Verhältnisse in Kuba nicht getauft“, so der Nationaldirektor.

„Heute sind die Verhältnisse anders, doch die Furcht hat sich in den Herzen vieler Menschen eingenistet: dies führt auch zu Gleichgültigkeit und Apathie, was den Glauben anbelangt. Missionare sind heute berufen, Gott in den einfachen Dingen des Alltags zu suchen und den Glauben unter einem Volk zu verbreiten, das bereits gläubig ist. Das kubanische Volk ist im Grunde tief gläubig, und es gibt viele Formen der Volksfrömmigkeit, vermischt mit afrikanischen Stammesreligionen; doch es gibt auch starke katholische Traditionen.“

Die katholische Kirche in Kuba bereitet sich auf den Ende März bevorstehenden Besuch von Papst Benedikt XVI. vor.